Sport

Eklat beim Spiel gegen Leipzig

BVB identifiziert 61 Tatverdächtige

Wegen der massiven Beleidigungen gegen RB Leipzig wurde Borussia Dortmund mit der Sperrung der Südtribüne belegt. Nun hat der BVB mögliche Täter ermittelt.

DPA

Dortmunder Südtribüne gegen Leipzig

Freitag, 17.02.2017   16:38 Uhr

Borussia Dortmund hat nach den Vorkommnissen beim Spiel gegen RB Leipzig 61 Tatverdächtigte identifiziert. Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, konnten die Personen mit Hilfe hochauflösender Stadionkamera-Bilder ermittelt werden.

"Die durch das Videomaterial aufgedeckten Taten bzw. Tatbeiträge weisen unterschiedliche Schweregrade auf und werden nach einer Einzelfallprüfung, die bei jedem Verdächtigen eine Anhörung einschließen wird, konsequent verfolgt", hieß es in einer Erklärung des Vereins.

Fotostrecke

Südtribüne, Wacken, Ballermann: Blick ins Leere

Damit reagiert der Revierklub auf die Vorgänge beim Duell vor zwei Wochen mit Leipzig. BVB-Anhänger hatten RB-Offizielle und den Verein auf zahlreichen Spruchbändern und mit Gesängen massiv beleidigt und diffamiert. Deshalb wurde die Südtribüne des BVB-Stadions vom DFB für das Heimspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg gesperrt.

Zudem waren Gäste-Fans im Umfeld der Dortmunder Arena mit Gegenständen, unter anderem mit Steinen, beworfen worden. Es hatte zehn Verletzte gegeben. Für die Vorfälle außerhalb des Stadions sind die DFB-Sportgerichtsbarkeit und der BVB jedoch nicht zuständig. Das übernehmen staatlichen Stellen wie Polizei, Staatsanwaltschaft oder ordentliche Gerichte.

Erst am Donnerstag wurden 88 potenzielle Gewalttäter aus dem BVB-Umfeld mit bundesweit gültigen Stadionverboten belegt, weil sie auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Darmstadt am vergangenen Samstag von der Polizei gestoppt worden waren. Bei der Überprüfung zweier Reisebusse fanden die Beamten Pyrotechnik, Sturmhauben, Kampfsporthandschuhe und Schmerzmittel.

mon/dpa

insgesamt 29 Beiträge
realist4 17.02.2017
1. Es geht also doch!
Ich schreibe schon seit Jahren in den Foren: warum werden die Fanblöcke nicht gefilmt, das kann doch weder schwierig noch besonders teuer sein. Wenn man will kann man die Chaoten durchaus identifizieren und ausschließen.
Ich schreibe schon seit Jahren in den Foren: warum werden die Fanblöcke nicht gefilmt, das kann doch weder schwierig noch besonders teuer sein. Wenn man will kann man die Chaoten durchaus identifizieren und ausschließen.
sloe 17.02.2017
2. An Nummer 1
Sie als jahrelanger und treuer Fußballfan müssten mit Sicherheit schon etliche male im Stadion bemerkt haben, dass die Blöcke gefilmt werden. Zumindest in jedem moderneren Stadion. Und zwar schon seit bestimmt 10 Jahren. [...]
Sie als jahrelanger und treuer Fußballfan müssten mit Sicherheit schon etliche male im Stadion bemerkt haben, dass die Blöcke gefilmt werden. Zumindest in jedem moderneren Stadion. Und zwar schon seit bestimmt 10 Jahren. Übrigens wird auch die Anfahrt von Zuschauern permanent gefilmt. Aber mal zum Thema zurück: Ich finde die hier ausgesprochene Strafe und das verfahren sind entgegen jeglicher Rechtsstaatlichkeit, vollkommen unverhältnissmäßig und überhaupt nicht zurechtfertigen. Für Spruchbänder (und ich erkenne hier nun wirklich keinen wirklich schlimmen Verstoß, da missfiel mir das Plakat am Millerntor sehr viel mehr) von einem vermutlich kleinen Teil der 25.000 werden alle ausgesperrt. Seit wann gibt es in Deutschland so etwas wie Sippenhaft? Aber gut, dem Stadionfernen Zuschauer kann man sowas nicht erklären. Hauptsache der Fußball sieht im Fernsehen gut aus und es gibt niemanden der stört.
prions.ku 17.02.2017
3. realist4
Zunächst, Fanblöcke mit Videotechnik zu überwachen ist nicht opportun! Es bestehen Datenschutzrechtliche Bedenken (angeblich? Komisch, wer ist Hausherr?), außerdem könnte das die Polizei machen, dann ist man den schwarzen [...]
Zunächst, Fanblöcke mit Videotechnik zu überwachen ist nicht opportun! Es bestehen Datenschutzrechtliche Bedenken (angeblich? Komisch, wer ist Hausherr?), außerdem könnte das die Polizei machen, dann ist man den schwarzen Peter los und steht bei den Treuen der Treuesten gut da! 2. man könnte verdiente Vereinsmitglieder und -Repräsentanten in eine missliche Situation bringen und 3. Wo bleibt der Täterschutz und das Recht auf freie Meinungsäußerung der treuen Fangemeinde (?). Jetzt aber zur Realität: Warten wir's mal ab. In Köln redete man vor einiger Zeit auch von Ausschluss und Betretungsverbot. Nach zwei Wochen war alles Makulatur, die "wahren Fans" waren wieder da und nach drei Wochen verscherbelte man an dieses Klientel wieder Karten für Auswärtsspiele!
grabenkaempfer 17.02.2017
4.
beim Wacken müsste man eigentlich die Wiesen ohne Bühne etc. zeigen. dann glaubt man nicht das dort 80000 Menschen ein Festival feiern können
beim Wacken müsste man eigentlich die Wiesen ohne Bühne etc. zeigen. dann glaubt man nicht das dort 80000 Menschen ein Festival feiern können
cmann 17.02.2017
5. Ganz einfach:
am Beispiel BvB ist doch zu sehen, das überhaupt keine Neigung besteht diese Hardcore Fans wirklich zu identifizieren. Wenn die Recherchen eines Dortmunder Journalisten stimmen der die Fan Szene insbesondere in Dortmund [...]
Zitat von realist4Ich schreibe schon seit Jahren in den Foren: warum werden die Fanblöcke nicht gefilmt, das kann doch weder schwierig noch besonders teuer sein. Wenn man will kann man die Chaoten durchaus identifizieren und ausschließen.
am Beispiel BvB ist doch zu sehen, das überhaupt keine Neigung besteht diese Hardcore Fans wirklich zu identifizieren. Wenn die Recherchen eines Dortmunder Journalisten stimmen der die Fan Szene insbesondere in Dortmund beobachtet hat und in einem Buch beschreibt, gibt es eine bestimmten Gruppierung die relativ nahe an den Verantwortlichen dran ist, der sogar ein Raum im Stadion zur Verfügung gestellt wird um in aller Ruhe "Spruchbänder" malen zu können (Quelle: Talk Show bei Markus Lanz,u.A. auch mit Patrik Wasserzier). Soviel zur angeblichen Bestürzung von Watzke und Co über die Ereignisse. Man hätte schon längst zu massiveren Maßnahmen greifen können wenn man das wirklich gewollt hätte. Jedenfalls hat das Image und die Akzeptanz des BvB außerhalb Dortmunds erheblichen Schaden genommen.

Verwandte Themen

Fotostrecke

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP