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Relegationsendspiel in Hamburg

Ex-Schiedsrichter kritisieren Ansetzung von Gräfe

Es ist eine brisante Personalie: Manuel Gräfe soll das Relegationsfinale zwischen dem HSV und dem VfL Wolfsburg pfeifen. Für diese Entscheidung des DFB gibt es heftige Kritik.

DPA

Manuel Gräfe in der Relegation 2015 in Karlsruhe

Freitag, 19.05.2017   13:58 Uhr

Die ehemaligen Top-Referees Markus Merk und Bernd Heynemann haben den Deutschen Fußball-Bund (DFB) scharf für die Entscheidung kristisiert, ausgerechnet Manuel Gräfe als Spielleiter des Bundesliga-Abstiegsduells zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg am Samstag zu nominieren.

"Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht infrage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen", sagte der ehemalige Fifa-Referee Merk der "Hamburger Morgenpost". Und meinte Gräfe.

Gräfe hatte vor zwei Jahren im zweiten Relegationsspiel des HSV beim Karlsruher SC in der Nachspielzeit einen umstrittenen Freistoß für die Hamburger gegeben, den Marcelo Diaz zum 1:1 nutzte. Nach dem Hinspiel-1:1 ging es dadurch doch noch in die Verlängerung, in der Nicolai Müller den HSV mit dem 2:1 zum Klassenverbleib schoss.

Gräfes Freistoß-Entscheidung wird seitdem kontrovers diskutiert, oft heißt es "kann, aber muss man nicht gegeben". Bei jeder Ansetzung von Fifa-Referee Gräfe für ein HSV-Spiel kocht dieses Thema wieder hoch.

Heynemann findet die Ansetzung "unglücklich", da Gräfe angesichts der Bedeutung des Spiels für den HSV und Wolfsburg, die beide gegen die Relegation ankämpfen, enorm unter Druck geraten kann. "Man kann nur hoffen, dass nichts passiert. Wenn in einer entscheidenden Szene etwas passieren sollte, hat der DFB ein Problem", sagte Heynemann Sport1.

Auch Merk versteht Gräfes Nominierung überhaupt nicht. "Das Wichtigste ist immer, dass der Schiedsrichter nicht im Fokus steht - sondern das Spiel! Das ist hier, bei aller unbestrittenen Kompetenz von Manuel Gräfe, nicht möglich", monierte der 55-Jährige.

Der DFB zeigte sich von der Kritik unbeeindruckt. Eine mögliche Auswechslung des Schiedsrichtergespanns stehe "in keiner Weise zur Debatte", sagte ein DFB-Sprecher am Freitag der "Süddeutschen Zeitung". Es sei zwar immer denkbar, Änderungen vorzunehmen - etwa bei Verletzungen oder Krankheit von Schiedsrichtern. Es bestehe aber keinerlei Notwendigkeit.

aha/dpa

insgesamt 78 Beiträge
tmhamacher1 19.05.2017
1. Dem HSV gewogen!
Gräfe ist dem HSV gewogen, das hat der Pfiff von damals bewiesen. Diesen Freistoß konnte man nur geben, wenn man blind ist oder ein Foul sehen wollte. Gräfe war damals entweder parteiisch oder unfähig, beides disqualifiziert [...]
Gräfe ist dem HSV gewogen, das hat der Pfiff von damals bewiesen. Diesen Freistoß konnte man nur geben, wenn man blind ist oder ein Foul sehen wollte. Gräfe war damals entweder parteiisch oder unfähig, beides disqualifiziert ihn dafür, jetzt wieder so ein Spiel zu pfeifen. Diese Ansetzung ist genauso absurd wie die Entscheidung von letzter Woche, den entscheidenden Eckball als im Aus zu geben. Irgendwie scheint der HSV eine erhebliche Lobby beim DFB zu haben.
experte1305 19.05.2017
2. Der HSV muss mit aller Gewalt in der 1. Liga bleiben!
Die Gurkentruppe ist zu wichtig für den DFB! Eigentlich ein Skandal, die Ansetzung! Eventuell aber ein Vorteil für den VfL Wolfsburg, denn Gräfe darf sich nichts erlauben, was nach Bevorzugung des HSV aussieht!
Die Gurkentruppe ist zu wichtig für den DFB! Eigentlich ein Skandal, die Ansetzung! Eventuell aber ein Vorteil für den VfL Wolfsburg, denn Gräfe darf sich nichts erlauben, was nach Bevorzugung des HSV aussieht!
crunchy_frog 19.05.2017
3. Unverständlich
Der HSV hat Gräfe und seinem mehr als zweifelhaften Pfiff zu verdanken, daß er nicht in der zweiten Liga spielt. Ihn nun wieder anzusetzen ist fatal, egal was er pfeift, es wird interpretiert werden. Bei einem Bundesligaspiel [...]
Der HSV hat Gräfe und seinem mehr als zweifelhaften Pfiff zu verdanken, daß er nicht in der zweiten Liga spielt. Ihn nun wieder anzusetzen ist fatal, egal was er pfeift, es wird interpretiert werden. Bei einem Bundesligaspiel sollte der Fussball im Vordergrund stehen, nicht der Schiedsrichter, und in so einem wichtigen Spiel noch viel weniger.
Creedo! 19.05.2017
4.
Es ist nicht Ansetzung von Gräfe, die den Schiedsrichter in den Focus rückt, sondern die Berichterstattung darüber, wie in diesem Artikel. Schiedsrichter fällen bisweilen halt unglückliche Entscheidungen. Wer sich darüber [...]
Es ist nicht Ansetzung von Gräfe, die den Schiedsrichter in den Focus rückt, sondern die Berichterstattung darüber, wie in diesem Artikel. Schiedsrichter fällen bisweilen halt unglückliche Entscheidungen. Wer sich darüber aufregt, sollte kein Fußball schauen (oder Sportarten in denen es Richter gibt).
gnarze 19.05.2017
5. jaja
Das Foul war ein Handspiel, werte @ No1 Ob Gräfe dem HSV gewogen ist oder nicht, wird man am Ende sehen bzw. hoffentlich nicht. Ich halte ihn im übrigen für den besten Schiri der Liga.
Das Foul war ein Handspiel, werte @ No1 Ob Gräfe dem HSV gewogen ist oder nicht, wird man am Ende sehen bzw. hoffentlich nicht. Ich halte ihn im übrigen für den besten Schiri der Liga.

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