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Bundesliga-Finale

Wolfsburg ist Deutscher Meister

Trainer Magath im Glück: Der VfL Wolfsburg ist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte Deutscher Meister. Der FC Bayern sicherte sich die direkte Champions-League-Qualifikation, Hertha und der HSV erreichten die Europa League. Im Keller ist Cottbus der große Sieger.

Von und
Samstag, 23.05.2009   17:21 Uhr

Hamburg - Riesenjubel in Wolfburg. Der VfL schlug Werder Bremen im letzten Spiel der Saison 5:1 (3:1) und sicherte sich den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Der FC Bayern qualifizierte sich durch ein 2:1 (1:0) direkt für die Champions League. Stuttgart muss nach der Niederlage in die Qualifikation für die Königsklasse. Diese hätte Hertha BSC mit einem Sieg beim Karlsruher SC erreichen können, doch die Berliner unterlagen deutlich 0:4 (0:2). Im Kampf um den letzten Platz für die Europa League hatte Hamburg am Ende durch ein 3:2 (1:0) in Frankfurt die Nase vor Borussia Dortmund, das lediglich 1:1 bei den geretteten Gladbachern spielte.

Im Tabellenkeller heißt der Sieger des Spieltages Energie Cottbus. Die Lausitzer sicherten sich durch ein 3:0 (0:0) gegen enttäuschende Leverkusener den 16. Tabellenplatz. Den hatte bis zum Anpfiff noch Bielefeld inne, doch die Westfalen kamen gegen 96 nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus und sind damit ebenso abgestiegen wie der Karlsruher SC. In den übrigen beiden Partien spielte Köln 1:1 (1:1) gegen Bochum, Schalke unterlag Hoffenheim 2:3 (2:1).

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Die Wolfsburger gingen früh durch einen Treffer von Zvjezdan Misimovic in Führung, der einen Abpraller von Bremens Sebastian Prödl aus kurzer Distanz unhaltbar für Tim Wiese im Tor unterbrachte (6.). Zuvor hatte Petri Pasanen den Ball gegen Makoto Hasebe vertändelt. Als Grafite neun Minuten später nach einer herrlichen Flanke von Christian Gentner zum 2:0 traf, war die Stimmung unter den 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena bereits meisterlich.

Zumal es zu diesem Zeitpunkt noch 0:0 beim Verfolgerduell in der mit 69.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart stand. Das sollte sich jedoch kurze Zeit später ändern. Münchens Regisseur Franck Ribéry setzte sich auf der linken Seite durch. Seine Flanke von der Grundlinie fälschte Stuttgarts Innenverteidiger Khalid Boulahrouz unhaltbar für Schlussmann Jens Lehmann (16.) in eigene Tor ab. Doch davon ließen sich die Wolfsburger nicht beeindrucken. In der 26. Minute traf dann auch ein Bremer ins eigene Tor. Der völlig indisponierte Prödl fälschte eine Hereingabe des starken Grafite zum 0:3 ab. Bremen wirkte nach der Finalniederlage im Uefa Cup abwesend, schlug aber dennoch zurück. Diego verkürzte in der 31. Minute zum 1:3. Grafite stellte in der 56. Minute dann per Kopf nach Vorarbeit von Misimovic den alten Abstand wieder her und die Zeichen auf Meisterschaft. Zudem sicherte sich der Brasilianer mit 28 Saisontreffern die Torjägerkanone vor Dzeko (26 Treffer). Der Bosnier erhöhte in der 74. Minute sogar noch auf 5:1.

"Ich wusste, dass wir gut sind. Wir haben die ganze Saison starke Leistungen gebracht, und ich denke, dass wir verdient Meister geworden sind", sagte der scheidende Trainer Felix Magath: "Der Abschied fällt schwer, ist doch klar." Beeindruckend erscheint vor allem Wolfsburgs Rückrunden-Bilanz. Nach der ersten Saisonhälfte hatte der VfL noch mit 26 Punkten auf Platz neun gelegen. Doch nach der Winterpause drehte das Magath-Team auf - und holte 43 von 51 möglichen Punkten.

Etwas spannender als beim deutlichen VfL-Erfolg war es im Duell um den sicheren Platz für die Champions League zwischen Stuttgart und Bayern, das auch in der zweiten Hälfte den besseren Start erwischte. Wieder ging die Initiative von Ribéry aus, der Mark van Bommel bediente. Der Niederländer tunnelte Jens Lehmann lässig zum 2:0 (60.). Nicht nur in dieser Situation ließen die Gäste den nötigen Biss vermissen. In der 62. Minute gab es dann doch ein Lebenszeichen des VfB. Mario Gomez staubte zum 1:2 für die Schwaben ab. Nur 30 Sekunden zuvor hatte Lukas Podolski einen Abseitstreffer erzielt. Doch die Münchner brachten den Vorsprung über die Zeit.

Bayern ist damit direkt für die Champions League qualifiziert, der VfB Stuttgart muss in die Qualifikation. Hertha BSC verpasste dagegen durch ein 0:4 bei Absteiger Karlsruhe die Chance auf die Königsklasse. Bei einem Sieg wäre das Team von Trainer Lucien Favre am VfB Stuttgart vorbeigezogen, so bleibt am Ende die Teilnahme an der Europa League. Die Berliner müssen in der kommenden Saison ohne ihre beiden Topstürmer Marko Pantelic und Andrej Woronin auskommen. Beide Angreifer erklärten nach der Partie ihren Abschied aus der Hauptstadt.

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