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Bundesliga-Noten

Ach, ginge es doch immer gegen den HSV - Die Top-Elf des 26. Spieltags

Franck Ribéry und Arjen Robben wollen gerne noch ein Jahr in München bleiben. Tore gegen den Hamburger SV liefern Argumente, es ist aber eben auch nur der HSV. In der SPON11 stehen drei weitere Bayern-Profis.

AP

Franck Ribéry

Von
Dienstag, 13.03.2018   14:22 Uhr

Wie könnte man die Saison von Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow treffend beschreiben? Der 25-Jährige hat 39 Treffer hinnehmen müssen, mit insgesamt 42 Gegentoren gehört Freiburg zu den defensiv anfälligsten Mannschaften der Bundesliga. Andererseits hat Schwolow bereits acht-mal zu Null gespielt. Beim SC ist die Diskrepanz zwischen guter Abwehrarbeit und Auflösungserscheinungen besonders groß.

Beim 0:0 gegen Hertha BSC am Wochenende erwischten das Team von Trainer Christian Streich und Schwolow mal wieder einen dieser Tage, an denen offensiv wenig zusammenlief, in der Abwehr aber überzeugend ein weiterer Punkt für den Klassenerhalt gesammelt wurde. Freiburgs Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nun fünf Punkte und in den kommenden Wochen geht es noch gegen die derzeit abgeschlagenen Teams aus Köln und Hamburg sowie gegen Mainz und Wolfsburg. In Berlin glänzte Schwolow vor allem mit seinen Paraden gegen Mitchell Weiser und Vedad Ibisevic in der ersten Hälfte und steht in der SPON11 des 26. Spieltags.

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Wichtige Zu-Null-Siege feierten auch die beiden Innenverteidiger Sven Bender von Bayer Leverkusen und Kevin Akpoguma von der TSG Hoffenheim. Bender, in den vergangenen Jahren stets von Verletzungen geplagt, avanciert bei Bayer immer mehr zum Abwehrchef. Das 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach war bereits sein 24. Einsatz in dieser Bundesligasaison, 20 Mal spielte der von Borussia Dortmund nach Leverkusen gewechselte Bender über die volle Distanz. Gegen Gladbach ließ der zweikampfstarke Bender gemeinsam mit seinen Kollegen nur zwei Schüsse auf das Bayer-Tor zu, kam ohne Foul aus und überzeugte mit starkem Stellungsspiel.

Akpoguma hat ebenfalls einen langen Leidensweg hinter sich. An Fortuna Düsseldorf ausgeliehen, hatte sich der 22-Jährige einen Halswirbel gebrochen, wechselte schwer verletzt zurück nach Hoffenheim und debütierte in der Hinrunde erst am neunten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg. Seitdem zeigte Akpoguma schwankende Leistungen, hat sich zuletzt aber einen Stammplatz als Innenverteidiger erobert und zeigte im Rückspiel gegen Wolfsburg seine bisher beste Leistung im TSG-Trikot. Gegen den harmlosen VfL glänzte er vor allem im Spielaufbau und eroberte frühzeitig wichtige Bälle.

Die Position des Außenverteidigers ist weiterhin eine der komplexesten Aufgaben im modernen Fußball. Joshua Kimmich und David Alaba gehören zu den besten ihres Fachs, mussten beim 6:0-Sieg gegen den Hamburger SV aber nur eine Hälfte ihres Repertoires zeigen - die Offensive. Die Bayern hatten einen klaren Plan: Über die Außen sollte der defensiv so anfällige HSV geknackt werden, mit den sehr hochstehenden Kimmich und Alaba. Heynckes Idee führte zum Erfolg, nur jeder fünfte Angriff der Bayern wurde durch die Mitte vorgetragen.

Und weil sich weder ihre Gegenparts Dennis Diekmeier und Douglas Santos noch die offensiven Mittelfeldspieler Aaron Hunt und Filip Kostic ernsthaft um Gegendruck bemühten (die Gäste kamen in 90 Minuten auf einen geblockten Torschuss), konnten Kimmich und Alaba nach Belieben angreifen. Zusammen war das Duo an neun Torschüssen beteiligt, Alaba legte Robert Lewandowski das 3:0 auf und Kimmich holte den Elfmeter zum 6:0 heraus.

Im defensiven Mittelfeld wird es besonders interessant, wenn man sich das Ende der SPIX-Rangliste anschaut. Dort steht mit Julian Weigl ein Spieler, der sich noch Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme macht, derzeit aber in einem Leistungstief steckt. Sein BVB hätte den 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt fast noch aus der Hand gegeben, auch weil Weigl zu Beginn der zweiten Hälfte für den starken Mahmoud Dahoud eingewechselt wurde und Dortmund so die Kontrolle im Mittelfeld verlor. Der unter Thomas Tuchel unersetzliche Weigl kam auf eine katastrophale Passquote von 57,1 Prozent. Im Vergleich: In der SPON11 steht Julian Baumgartlinger von Bayer Leverkusen mit einer Quote von 91,4 Prozent.

Franck Ribéry weiß um seine Beliebtheit im Lager der Bayern-Fans. Als der Franzose nach einem Fehler von Gotoku Sakai das 1:0 erzielte, ließ er sich bei seinem Jubellauf nicht aufhalten und nach seinem zweiten Treffer baute sich Ribéry mit ausgestreckten Armen vor der Tribüne auf. Getreu dem Motto: Seht her, ich bin noch da, ich kann dieser Bayern-Mannschaft noch richtig viel geben. Das gilt auch für Arjen Robben, der ebenfalls ein Tor zum Kantersieg gegen den HSV beisteuerte.

Die Frage, ob die beiden Außenbahnspieler des FC Bayern erneut ihre Verträge verlängern dürfen, wird die kommenden Wochen mit der sicheren Meisterschaft und großen Champions-League-Zielen begleiten. Ribérys zweites Tor, als er vier HSV-Profis wie Statisten stehenließ, erinnerte an die besten Zeiten des 34-Jährigen. Der Maßstab dürfen aber nicht desolate Hamburger sein, sondern der FC Barcelona, Manchester City oder Juventus in einem denkbaren CL-Viertelfinale.

Um eine Vertragsverlängerung spielt auch Zlatko Junuzovic. Seit sechs Jahren spielt er bei Werder Bremen, nun läuft sein Vertrag aus. Wenn der Österreicher fit war, galt er stets als gesetzt. Das ist unter Florian Kohfeldt nicht immer so, zuletzt saß Junuzovic gegen Mönchengladbach 90 Minuten auf der Ersatzbank. Beim 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln durfte der Mittelfeldspieler wieder starten - und führte sein Team zum wichtigen Heimsieg. Junuzovic legte insgesamt sechs Torschüsse auf, darunter die Treffer von Milos Veljkovic und Maximilian Eggestein.

Stürmer werden bei der Berechnung des SPIX (hier erfahren Sie mehr zum Index) natürlich an Toren gemessen, aber eben nicht nur. Das zeigt die Bewertung von Dreifachtorschütze Robert Lewandowski und Lucas Alario. Der Argentinier von Bayer Leverkusen erzielte nur ein Tor, war mit fünf weiteren Torschüssen, einem Assist und drei Torschussvorlagen aber der etwas größere Faktor im Offensivspiel als Lewandowski. Ähnlich stark agierte Michael Gregoritsch vom FC Augsburg.

Und das ist die SPON11 des 26. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

insgesamt 1 Beitrag
Franke aus Hamburg 13.03.2018
1. Die Überschrift...
.... ist einfach brillant. Wo der HSV geht und steht .... dieser Verein polarisiert, wie kein Zweiter.
.... ist einfach brillant. Wo der HSV geht und steht .... dieser Verein polarisiert, wie kein Zweiter.

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