Sport

Bundesliga-Noten

Dreimal täglich Belfodil - Die Top-Elf des 27. Spieltags

Das "I" in SPIX steht für Inklusion: Gewinner und Verlierer stehen gemeinsam in der SPON11 der Woche. Spieler von zehn verschiedenen Klubs sind vertreten - und ausnahmsweise kein einziger vom FC Bayern.

Getty Images

Werder-Spieler jubeln

Von
Montag, 19.03.2018   16:46 Uhr

Der 27. Spieltag der Fußballbundesliga stand ligaweit unter dem Motto "Strich durch Vorurteile", eine Aktion, in der sich die deutschen Profiklubs klar gegen Rassismus und Diskriminierung positionierten.

Getty Images

Freiburg vs. Stuttgart (16.03.18)

Auch der SPIX-Algorithmus unterstreicht diese Botschaft, die SPON11 des Wochenendes ist vielfältig wie selten zuvor: Gleich zehn verschiedene Klubs sind diesmal vertreten, es finden sich Spieler aus sieben Nationen. Auch macht die SPIX-Formel einen dicken Strich durch das Vorurteil, in der Spieltagsauswahl seien stets nur Matchwinner vertreten. (Sie wollen wissen, wie der SPIX funktioniert? Hier entlang.)

Immerhin drei Spieler haben es in die Top-Elf geschafft, obwohl sie am Wochenende als Verlierer vom Platz gingen. Das "I" in SPIX steht für Inklusion! Das Ranking auf der Torwartposition führt trotz der Niederlage in Dortmund Hannovers Schlussmann Philipp Tschauner an. Acht Torschüsse kamen in den 90 Minuten am frühen Sonntagnachmittag auf seinen Kasten, viele davon aus besonders aussichtsreichen Zonen - einzig den Hackentreffer von Michy Batshuayi konnte Tschauner nicht abwehren.

Wie hat mein Lieblingsspieler abgeschnitten? Klicken oder wischen Sie sich durch das Ranking.

Auch die Wertung der Innenverteidiger führt ein Spieler an, dessen Team verloren hat - und zwar zu null. Wie in der Vorwoche steht Sven Bender in der Top-Elf des Spieltags: Bayer Leverkusen ließ in den 90 Minuten in Köln nämlich insgesamt nur sieben Torschüsse des Gegners zu. Auch Benders individuelle Statistik liest sich eindrucksvoll: sieben abgefangene Bälle, neun eroberte zweite Bälle.

Für einen Punktgewinn in Müngersdorf reichte das allerdings nicht - weil die komplette Dreierkette des Gegners (Jorge Meré, Dominic Maroh und Dominique Heintz) ebenfalls in der Top 6 der zentralen Defensivspieler zu finden ist. Platz zwei schnappt sich Hoffenheims Benjamin Hübner, der auch von seinem Führungstreffer in Gladbach profitiert.

Der Hamburger SV ist nach der 1:2-Heimniederlage gegen Hertha BSC auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Die Zweite Liga rückt wöchentlich näher, das hartnäckige Vorurteil der Hamburger Unabsteigbarkeit dürfte sehr bald ausgeräumt sein. Entsprechend schwach ist der Trost, den SPIX-besten Außenverteidiger der 27. Runde zu stellen. Douglas Santos traf zum zwischenzeitlichen 1:0, glänzte zudem in der Balleroberung. Auf Platz zwei und damit ebenfalls in der SPON11 der Woche: Stuttgarts Emiliano Insua - dessen Klub in Freiburg die Erfolgsserie unter Tayfun Korkut weiter ausbaute.

Vor der Abwehr sieht der SPIX den Mönchengladbacher Michael Cuisance, der von dort auch das Offensivspiel der Borussen fleißig unterstützte. Der junge Franzose suchte beim 3:3 gegen die TSG Hoffenheim persönlich zweimal den Torabschluss, bereitete zudem drei Gelegenheiten für Teamkollegen vor. Dazu kommen überzeugende Zahlen in der Balleroberung (vier abgefangene Bälle, sechs eroberte zweite Bälle). In der SPIX-Sprache zusammengefasst: eine richtig starke 98.

Der Blick auf die Außenbahnen: Berlins Salomon Kalou, in Hamburg eingewechselt in der 60. Minute, drei Minuten später Siegtorschütze. An ihm führt damit in der SPON11 kein Weg vorbei, ebenso wenig wie an Dortmunds André Schürrle, der sich am Sonntag zwar nicht so sehr gegen das Vorurteil auflehnte, zu viele Chancen auszulassen, dafür aber als Vorbereiter glänzte: Vier Torabschlüsse legte Schürrle gegen Hannover auf, darunter auch den einzigen Treffer des Nachmittags.

Natürlich muss auch einer der Bayernbesieger in der Elf des Spieltags auftauchen: Naby Keïta war an beiden Treffern beim 2:1-Erfolg gegen die Münchner beteiligt - und auch sonst der auffälligste Spieler im Duell zwischen Vizemeister und Meister. In Liverpool wird Jürgen Klopp am späten Sonntagabend zufrieden genickt haben.

Neun Spieler, neun verschiedene Klubs - bis hierhin. Nur Werder Bremen macht das große Vielfaltspiel nicht mit und besetzt gleich beide Plätze im Sturm. Ishak Belfoldil war in seinen bisherigen 21 Auftritten (darunter auch viele Kurzeinsätze) für Werder Bremen nur an einem Treffer beteiligt gewesen, in Augsburg gleich an dreien. Ein deutlich sichtbarer Strich durch das Vorurteil, ein Fehleinkauf zu sein.

Zwei Tore selbst erzielt, die Entscheidung schließlich für Max Kruse aufgelegt. Das Bremer Erfolgsduo sorgte nicht nur dafür, dass Werder nach dem fünften Sieg in den vergangenen sieben Spielen wohl ein weiteres Jahr in der Bundesliga einplanen darf, es verdrängte zudem Mario Gomez, den Doppeltorschützen vom Freitagabend, auf den dritten Platz in der Stürmerrangliste.

Und das ist die SPON11 des 27. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

insgesamt 1 Beitrag
videoschiedsrichter 19.03.2018
1.
Ist das die erste Elf diese Saison ohne Bayern? Oder gabs schon eine?
Ist das die erste Elf diese Saison ohne Bayern? Oder gabs schon eine?

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP