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Schalkes Niederlage gegen Leipzig

Mehr Naldo als Werner

Leipzigs Werner musste nicht einmal in der Startelf stehen, um die Partie gegen S04 zu entscheiden. Einen noch größeren Beitrag zum Spiel lieferte allerdings Schalkes Naldo - mehrfach unfreiwillig.

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Schalkes Naldo (r.), Leipzigs Jean-Kévin Augustin

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Samstag, 13.01.2018   21:56 Uhr

Szene des Spiels: War eine Einwechslung. Notgedrungen musste der Leipziger Trainer Ralph Hasenhüttl mit Timo Werner seinen stärksten Angreifer wegen Trainingsrückstands zunächst auf der Bank lassen. Aber als Werner dann in der 63. Minute aufs Feld kam, brauchte er nur acht Minuten, um das Spiel mit einem Tor und einer Vorlage zu entscheiden.

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Timo Werner feiert das 2:1

Das Ergebnis: Leipzig gewann 3:1 (1:0) und ist damit vorerst Tabellenzweiter. Hier geht's zur Meldung. Borussia Dortmund kann am Sonntag (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) durch einen Sieg gegen Wolfsburg genauso wie kurz zuvor Borussia Mönchengladbach durch einen deutlichen Erfolg in Köln noch an Leipzig vorbeiziehen.

Lauf beendet: In der Hinrunde hat Schalke Niederlagen mehrfach in der Schlussphase noch abwenden können. Dadurch war S04 vor dem Spiel elf Partien in Folge ungeschlagen. Diese Serie ist nun beendet.

Mann des Spiels: Naldo war an allen vier Toren beteiligt - meist aber unfreiwillig. Einen Treffer machte er selbst und sprang damit in der Tabelle der torgefährlichsten Verteidiger der Bundesligageschichte auf Platz 20. Bei 43 Treffern fehlt dem Brasilianer noch einer bis zu Franz Beckenbauer. Defensiv fiel Naldo eher negativ auf. Er fälschte zwei Schüsse ins Tor ab und leistete sich vor dem 2:1 einen schlampigen Fehlpass.

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Schalke köpft das 1:1

Die erste Hälfte: Begann ausgeglichen und ereignisarm. Aufregend wurde es erst, als Benjamin Stambouli Leipzigs Jean-Kévin Augustin im Strafraum zu Fall brachte. Weil Werner noch nicht auf dem Platz war, trat Augustin selbst an und verschoss. Kurz darauf fälschte Naldo dann Naby Keitas Distanzschuss zur Leipziger Pausenführung ins Tor ab.

Elfmeterkiller: Acht von 22 Strafstößen hat Ralf Fährmann im Trikot des FC Schalke in der Bundesliga gehalten - ein starker Wert.

Die zweite Hälfte: Leipzig verpasste das zweite Tor knapp, Daniel Caligiuri fälschte einen Freistoß von Marcel Sabitzer ans Schalker Lattenkreuz ab (50.). Naldo köpfte - gänzlich ungedeckt - nach einer Ecke zum Ausgleich ein (55.), verlor eine knappe Viertelstunde später aber im Spielaufbau den Ball, bevor Werner zur erneuten RB-Führung traf. Den dritten Leipziger Treffer durch Bruma lenkte Naldo dann erneut leicht ab.

Jubiläum: Weil Leipzig auch in seiner zweiten Erstligasaison wieder zu den Top-Teams gehört, gerät manchmal in Vergessenheit, wie rasant der Aufstieg des Klubs eigentlich war. Über Twitter erinnerte RB dann einfach selbst daran und verkündete, dass der erste Führungstreffer gegen S04 das 600. Pflichtspieltor in der Vereinsgeschichte war, 64 davon fielen in der Bundesliga. Zum Vergleich: Schalke steht bei 2483 Bundesligatoren. Und Naldo eben bei 43.

Wechselphrasen: Immer wenn das Transferfenster geöffnet ist, gibt es TV-Interviews mit Managern, die geprägt sind von Nebelkerzen, Ausweichmanövern und eingeübten Dementis. Das darf sich dann auch schon mal alles widersprechen: "Es liegt für keinen der Spieler, die heute für uns auf dem Platz stehen oder auf der Bank sitzen, von irgendeinem Verein eine Anfrage oder ein Angebot vor", sagte Ralf Rangnick also bei Sky, angesprochen auf einen vorgezogenen Wechsel von Keita nach Liverpool bereits im Winter. Und was sei mit Dominik Kaiser, an dem der HSV Interesse haben soll (und der gegen Schalke auf der Bank saß)? "Da gibt es zumindest eine Anfrage", sagte Rangnick.

Und Keita? Viele Beobachter fragten sich: Wie würde der Spieler nach den vielen Gerüchten reagieren? Keita machte einfach seinen Job, traf zum 1:0 und baute damit eine beeindruckende Serie aus. In neun Bundesligaspielen hat der 22-Jährige nun für Leipzig getroffen, jedes Mal gewann RB. Siebenmal sorgte Keita dabei - wie auch gegen S04 - für das wichtige 1:0. Er bewegte sich aber auch wieder nah am Platzverweis. Mit diesem Problem wird sich dann ab dem Sommer Jürgen Klopp beim FC Liverpool auseinandersetzen. Denn dann wechselt Keita zu den Reds - spätestens.

RB Leipzig - Schalke 04 3:1 (1:0)
1:0 Keita (41.)
1:1 Naldo (55.)
2:1 Werner (69.)
3:1 Bruma (71.)
RB Leipzig: Gulacsi - Laimer, Upamecano, Orban, Bernardo - Keita (67. Poulsen), Demme - Kampl, Bruma (83. Ilsanker) - Sabitzer, Augustin (63. Werner)
Schalke 04: Fährmann - Stambouli, Naldo, Nastasic - Meyer - Caligiuri, Oczipka - Schöpf (55. Pjaca), Harit (82. Konoplyanka) - Burgstaller, Di Santo (55. Embolo) Schiedsrichter: Deniz Aytekin
Zuschauer: 40.000
Gelbe Karten: Sabitzer, Keita - Nastasic, Caligiuri

insgesamt 5 Beiträge
Nonvaio01 13.01.2018
1. sehr gut
es muss ja spannend bleiben.
es muss ja spannend bleiben.
Nachtheinigte 13.01.2018
2. RB LEIPZIG/Schalke
Der Kommentar belegt die alte Missgunst der westlichen Klubs findet in diesem Beitrag erneut seinen Niederschlag. Die Tore für RB haben nicht die Leipziger geschossen, sondern Naldo hat den Ball in das eigene Tor gelenkt. [...]
Der Kommentar belegt die alte Missgunst der westlichen Klubs findet in diesem Beitrag erneut seinen Niederschlag. Die Tore für RB haben nicht die Leipziger geschossen, sondern Naldo hat den Ball in das eigene Tor gelenkt. Ha, ha mit solchen Berichten war schon in der vergangenen Saison RB nicht zu bremsen. Man hofft sehr, dass das auch in diesem Jahr so bleibt. Auch wenn weiter Unruhe geschaffen werden soll mit Abwerbeversuchen nach England .
wolke:sieben 14.01.2018
3. Es ist schon krampfhaft
.....wie alle hinter den BAYERN hinterherhecheln und sie doch nicht erreichen können, aber trotzdem Hut ab vor den Leipzigern !!
.....wie alle hinter den BAYERN hinterherhecheln und sie doch nicht erreichen können, aber trotzdem Hut ab vor den Leipzigern !!
aurichter 14.01.2018
4. Auffällig
weil daran auch in jedem Spielbericht erinnert wird, ist die Tatsache, dass Keita in jedem Spiel permanent mitunter Überhart attackiert wird und dieser Junge sich dazu hinreißen lässt, dann auch oft zu foulen! Sollte er dies [...]
weil daran auch in jedem Spielbericht erinnert wird, ist die Tatsache, dass Keita in jedem Spiel permanent mitunter Überhart attackiert wird und dieser Junge sich dazu hinreißen lässt, dann auch oft zu foulen! Sollte er dies irgendwann in den Griff bekommen, dann wird das ein ganz Großer. Der Sieg von RBL geht vollkommen in Ordnung, waren eben um die zwei Tore besser. Auffällig aber eben auch, dass in der Startformation nur ein einziger deutscher Spieler gestanden hat mit Demme, später wurde die Quote ja verdoppelt durch Werner. Diese Regel max X Ausländer sollte wieder eingeführt werden.
janowitsch 14.01.2018
5. Unfaire Bewertung
Keita ist ein herausragender Spieler. So leid es einem für die Bundesliga tut, hier wird man ihm nicht gerecht. Er wird woanders zum Star werden. Keita bekommt in fast jedem Spiel auf die Socken, wird unfair attackiert, gehalten [...]
Keita ist ein herausragender Spieler. So leid es einem für die Bundesliga tut, hier wird man ihm nicht gerecht. Er wird woanders zum Star werden. Keita bekommt in fast jedem Spiel auf die Socken, wird unfair attackiert, gehalten und getreten. Die deutschen Schiedsrichter schützen so einen großartigen Spieler nicht. Wenn er dann selbst mal foult, erhält er schnell eine gelbe Karte, so dass er für den Rest des Spiels nur gebremst spielen kann, weil ihm gegenüber die gelb-roten Karten bei den deutschen Schiedsrichtern locker sitzen. Wenn er bei Bayern spielen würde, würde es vielleicht anders aussehen. Manchmal hat man das Gefühl, dass bei der nachteiligen Kartenverteilung gegen ihn eine Spur Vorurteile eine Rolle mitspielt.

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