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BVB-Niederlage in Madrid

Der Krisengipfel von Bernabéu

Die Misserfolgsserie von Borussia Dortmund hat sich auch bei Real Madrid fortgesetzt. Immerhin bäumte sich der BVB zwischendurch auf.

Foto: Getty Images
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Donnerstag, 07.12.2017   10:09 Uhr

Ausgangslage des Spiels: Zwei Unentschieden in den vergangenen zwei Pflichtspielen, davor unnötige Niederlagen in der Liga und gegen Tottenham in der Champions League - das ist die Krise. Unweigerlich ist sie da.

Da kommt Borussia Dortmund als Gegner gerade recht. Der Krisengipfel von Bernabéu.

Ergebnis des Spiels: 3:2 (2:1) für Real Madrid. Die Madrider Tore fielen durch den ehemaligen Wolfsburger Borja Majoral (8. Minute), Cristiano Ronaldo (12.) und Lucas Vasquez (81.). Pierre-Emerick Aubameyang schoss die zwei BVB-Tore (43./49.). Zum Spielbericht geht es hier.

Die erste Halbzeit: Real Madrid startet ohne Luka Modric, Karim Benzema, Toni Kroos und Marcelo. Nach zwölf Minuten steht es dennoch 2:0, und es kann eigentlich nicht sein, dass die Mannschaft in Schwarz-Gelb tatsächlich jener glorreiche Ballspielverein Borussia ist, den man aus den vergangenen fast zehn Jahren kannte. Nach 25 Minuten immerhin kam Dortmund erstmals in den Real-Strafraum. Dort scheint es ihnen gefallen zu haben, Aubameyang macht kurz vor der Pause nach schöner Flanke von Marcel Schmelzer den Anschlusstreffer.

Die zweite Halbzeit: Wer wüsste besser als der BVB, dass ein schneller Vorsprung aus der ersten Halbzeit nichts bedeuten muss? Erneut ist es Aubameyang, der den Ball über Keylor Navas zum Ausgleich lupft. Zur Ehrlichkeit gehört dazu, dass dies im Grunde die letzte Torannäherung der Gäste in der Partie war. Logisch, dass das Madrider Siegtor noch fallen musste. Weil in solchen Phasen solche Spiele verloren gehen. Immerhin: Den Sky-Experten dürfte es nach diesem Spiel etwas schwerer gefallen sein, zu behaupten, Dortmund sei ein totes Team.

Spieler des Spiels: Da lassen wir mal allein die Statistik sprechen. Cristiano Ronaldos Distanzschuss zum 2:0 war das siebte CR-Tor gegen Dortmund in neun Spielen. Dagegen verblassen gar die bisherigen fünf Aubameyang-Treffer gegen Madrid. Wenn die beiden also demnächst zusammen stürmen sollten, wo auch immer, dann werden sie sich richtig streiten müssen.

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Champions League: Reals B-Elf zu stark für Dortmund

Duell des Spiels: Wenn man die Trainer beider Teams nur von hinten sah, bestand größte Verwechslungsgefahr. Zinédine Zidane und Peter Bosz, ähnliche Statur, ähnliche Wahl vor dem Kleiderschrank, ähnlicher Haarschnitt. Das wird dem leidgeprüften Dortmund-Trainer vielleicht Mut machen. Jeder kann ein Zidane werden.

Moment des Spiels: Den gab es schon vor dem Anpfiff. Im Bernabéu-Stadion gedachten die 65.000 Zuschauer des am Dienstag verstorbenen Henning Jensen. Und dazu säuselte Musik von Ennio Morricone. Mit Gladbach und Real sammelte der Däne in den Siebzigerjahren die unterschiedlichsten Titel. In Mönchengladbach wird man am Wochenende hoffentlich auch an ihn denken. Ein Großer der Fohlen-Elf.

Bilanz des Spiels: In Spanien war an diesem Mittwoch Feiertag, aber nicht das Nikolausfest wurde gefeiert, sondern der Verfassungstag. Der Nikolaus macht sich in Spanien bereits im November per Schiff auf und fährt, so will es der Brauch, als Sinterklaas Richtung Niederlande. Dass der Dortmunder Trainer ihm bald folgen wird, ist immer noch zu befürchten.

Real Madrid - Borussia Dortmund 3:2 (2:1)
1:0 Mayoral (8.)
2:0 Ronaldo (12.)
2:1 Aubameyang (44.)
2:2. Aubameyang (49.)
3:2 Lucas Vasquez (81.)
Real: Navas - Nacho, Varane (38. Asensio), Ramos, Hernandez - Kovacic (58. Caballos), Casemiro, Isco (70. Llorente) - Lucas Vazquez, Mayoral, Ronaldo
Dortmund: Bürki - Sokratis, Subotic, Schmelzer - Bartra (80. Toprak), Dahoud, Sahin (65. Weigl), Guerreiro - Kagawa (90. Yarmolenko), Pulisic - Aubameyang.
Schiedsrichter: Kralovec (Tschechien)
Zuschauer: 65.000
Gelbe Karten: Bartra

insgesamt 162 Beiträge
urlauber10 06.12.2017
1. Wie kann..
...ein Trainer eine Spitzenmannschaft innerhalb einer halben Saison so total zerstören? Unfassbar!!
...ein Trainer eine Spitzenmannschaft innerhalb einer halben Saison so total zerstören? Unfassbar!!
herrschläfer 07.12.2017
2. Mit Tuchel...
... wär man jetzt in der nächsten CL-Runde. Aber EuroL ist ja auch nicht das Schlechteste mit 2 Punkten. Danke dafür Hr Watzke
... wär man jetzt in der nächsten CL-Runde. Aber EuroL ist ja auch nicht das Schlechteste mit 2 Punkten. Danke dafür Hr Watzke
Nonvaio01 07.12.2017
3. Bitte an Spon
ein Artikel von euch heisst "BVB qualifiziert sich fuer die EL". Das ist nicht euer ernst oder, in diesem fall sollte man nicht von qualifiziert sprechen, sondern eher von "rettet sich mit dem besseren Tor [...]
ein Artikel von euch heisst "BVB qualifiziert sich fuer die EL". Das ist nicht euer ernst oder, in diesem fall sollte man nicht von qualifiziert sprechen, sondern eher von "rettet sich mit dem besseren Tor verhaeltnis" Trainer raus, auf winterpause hoffen, den Urlaub fuer die spieler streichen damit der neue coach zeit hat und 2018 nochmal versuchen, noch ist nichts verloren. Kann einem ja leid tun soetwas anzusehen als FCB fan.
Tennis Platzis 07.12.2017
4. Super, 2 ganze Punkte
in 6 Spielen. Und als Belohnung dürfen die Borussen nun in der Europa League ran. Was für eine Fremdschäm-Farce...wer denkt sich solch einen Modus aus ?
in 6 Spielen. Und als Belohnung dürfen die Borussen nun in der Europa League ran. Was für eine Fremdschäm-Farce...wer denkt sich solch einen Modus aus ?
gibmichdiekirsche 07.12.2017
5. Ehrlichkeit?
"Zur Ehrlichkeit gehört dazu, dass dies im Grunde die letzte Torannäherung der Gäste in der Partie war." Zur Ehrlichkeit gehört dazu, Herr Ahrens, dass Shinji Kagawa kurz vor Abpfiff das durchaus verdiente 3:3 auf [...]
"Zur Ehrlichkeit gehört dazu, dass dies im Grunde die letzte Torannäherung der Gäste in der Partie war." Zur Ehrlichkeit gehört dazu, Herr Ahrens, dass Shinji Kagawa kurz vor Abpfiff das durchaus verdiente 3:3 auf dem Schlappen hatte und leider in Rücklage geratend verzog. Haben Sie das vor lauter Vorfreude auf einen gewohnt süffisanten Kommentar zum BVB ganz vergessen? Das war viel eher ein "Moment des Spiels", in dem der BVB gezeigt hat, dass er es immer noch ziemlich gut kann, als das schwülstige Liebesmotiv aus "Once Upon a Time in the West" (hierzulande bekannt als "Spiel mir das Lied vom Tod"), dass angesichts des Todes von Henning Jensen reichlich deplatziert rüber kam.
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