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Ronaldo bei Real Madrid

Mehr Geld - oder ich gehe

"Es war sehr schön, bei Real Madrid zu spielen." Dieser Satz von Cristiano Ronaldo sorgte nach dem CL-Finale für viel Aufruhr. Medien berichten nun, er habe seinen Abgang bereits beschlossen.

AP

Cristiano Ronaldo

Donnerstag, 07.06.2018   14:54 Uhr

Cristiano Ronaldo möchte laut einem Medienbericht Champions-League-Sieger Real Madrid verlassen. Wie die portugiesische Sporttageszeitung "Record" berichtet, will der Weltfußballer seinen Vertrag bis 2021 nicht erfüllen.

Ronaldo bereitet sich gerade mit der portugiesischen Nationalmannschaft auf die WM 2018 in Russland vor, eine offizielle Stellungnahme des Spielers gibt es nicht. Allerdings hatte er nach dem gewonnenen CL-Finale gegen den FC Liverpool am 27. Mai auffällige Worte gesprochen: "Es war sehr schön, bei Real Madrid zu spielen", sagte Ronaldo. Als aussichtsreichster Interessent gilt Ronaldos Ex-Klub Manchester United.

Grund für Ronaldos unversöhnliche Haltung sei ein Wortbruch des Real-Präsidenten Florentino Pérez bezüglich einer Gehaltserhöhung. Derzeit soll der 33-Jährige, der seit 2009 im Verein ist, bei Real rund 21 Millionen Euro pro Saison kassieren.

Auch das angebliche Interesse der Madrilenen an Brasiliens Superstar Neymar, der Abgang des Real-Erfolgstrainers Zinédine Zidane sowie die Verkäufe mehrerer Bezugspersonen im Kader (u.a. seiner Landsleute Pepe und Fábio Coentrão) hätten zu Ronaldos Unzufriedenheit beigetragen.

Ob der drohende Prozess wegen angeblicher Steuerhinterziehung ein weiterer Grund für die Abwanderungsgedanken sein könnte, ist nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft in Madrid wirft Ronaldo vor, den spanischen Finanzbehörden 14,7 Millionen Euro zu wenig an Steuern abgeführt zu haben. Laut spanischer Zeitung "El Mundo" soll Ronaldo mittlerweile bereit sein, seine Schuld einzugestehen, und möchte einen Vergleich anstreben. Die Ermittlungen begannen nach Recherchen im Rahmen von Football Leaks durch den SPIEGEL in Zusammenarbeit mit Partnerredaktionen des EIC-Recherchenetzwerks.

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Laut der spanischen Sporttageszeitung "Marca" ist ein Treffen zwischen Ronaldos Berater Jorge Mendes und Real-Generaldirektor José Ángel Sánchez ergebnislos verlaufen. Madrid soll nicht bereit sein, die Bezüge seines Superstars zu erhöhen. Zugleich wolle der Verein ihn aber auch nicht abgeben.

krä/sid

insgesamt 49 Beiträge
Currie Wurst 07.06.2018
1.
Was soll man zu dem noch sagen: genialer Fußballer, ansonsten ein kompletter Versager. Wer im zweistelligen Millionenbereich noch um mehr Euros feilscht und dafür seine Seele verkaufen will, dem ist nicht zu helfen. Für jeden [...]
Was soll man zu dem noch sagen: genialer Fußballer, ansonsten ein kompletter Versager. Wer im zweistelligen Millionenbereich noch um mehr Euros feilscht und dafür seine Seele verkaufen will, dem ist nicht zu helfen. Für jeden Normalo ist diese unsägliche Gier bei Kickern, Managern und Investmentbankern einfach nicht fassbar.
uli_san 07.06.2018
2. Hat vielleicht damit zu tun,
dass er in der "Forbes-Geldrangliste der best verdienenden Sportler" von Platz 1 auf Platz 3 gerutscht ist. Vor allem, dass Messi ihn überholt hat, dürfte einen etwas einfach gestrickten Typen wie Ronaldo nicht mehr [...]
dass er in der "Forbes-Geldrangliste der best verdienenden Sportler" von Platz 1 auf Platz 3 gerutscht ist. Vor allem, dass Messi ihn überholt hat, dürfte einen etwas einfach gestrickten Typen wie Ronaldo nicht mehr ruhig schlafen lassen.
gnarze 07.06.2018
3. Vermutung
CR7 ahnt schon, wer neuer Trainer wird, und der könnte das komplette Spiel umkrempeln, dass oftmals zu sehr auf CR7 zugeschnitten war. Denn ganz ehrlich - auch an CR7 nagt irgendwann der Zahn der Zeit, nicht ohne Grund hat er in [...]
CR7 ahnt schon, wer neuer Trainer wird, und der könnte das komplette Spiel umkrempeln, dass oftmals zu sehr auf CR7 zugeschnitten war. Denn ganz ehrlich - auch an CR7 nagt irgendwann der Zahn der Zeit, nicht ohne Grund hat er in dieser Saison in der Liga "nur" 26 Tore geschossen. Und er ist schließlich schon 33 Jahre, da muss man sich bei Real Gedanken um eine Verjüngungskur des Kaders machen.
polemix 07.06.2018
4. Konsequent
Ein Prolet, der viel Geld verdient hat, wird lediglich zum reichen Proleten. Andererseits hat auch die Gesellschaft ihren Anteil. Diese Jungs werden schon in jungen Jahren derart bizarr überhöht und auf immer größere Podeste [...]
Ein Prolet, der viel Geld verdient hat, wird lediglich zum reichen Proleten. Andererseits hat auch die Gesellschaft ihren Anteil. Diese Jungs werden schon in jungen Jahren derart bizarr überhöht und auf immer größere Podeste gestellt - wie sollen sie da auch nur ansatzweise begreifen, was ihnen da widerfährt?
PaulchenGB 07.06.2018
5. Mögen muss man Cristiano Ronaldo ja nicht
Aber er ist nun mal ein Ausnahmetalent, um den sich viele Fußball-Clubs reißen. Die Ablösesummen sprechen für sich, auch das Jahressalär und die millionenschweren Werbeverträge, zumal er allein auf Instagram mit 120 Mio [...]
Aber er ist nun mal ein Ausnahmetalent, um den sich viele Fußball-Clubs reißen. Die Ablösesummen sprechen für sich, auch das Jahressalär und die millionenschweren Werbeverträge, zumal er allein auf Instagram mit 120 Mio Followers die Sport Stars anführt. Das derzeitige Jahressalär von 21 Mio ist natürlich kein „Katzendreck“ und eine Erhöhung würde ihm nur mehr Geld bringen, aber wohl kaum mehr Lebensqualität. Messi und Neymar sind ebenfalls Ausnahmespieler und haben ein höheres Jahressalär als CR7 und er will halt auf dem Treppchen nicht auf Platz 3 stehen. Zum anderen Real Madrid kann es sich leisten, ihn besser zu bezahlen. Versprochen wurde es ihm.
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