Sport

DFB-Spielerin kritisiert Bundestrainerin

"Das ist respektlos"

Fast 100 Länderspiele hat Lena Goeßling für die DFB-Frauen absolviert, jetzt ist sie plötzlich außen vor. Auf die Nicht-Nominierung durch Bundestrainerin Steffi Jones reagiert sie mit scharfer Kritik.

imago/regios24

Lena Goeßling

Donnerstag, 16.11.2017   16:33 Uhr

Die langjährige Fußball-Nationalspielerin Lena Goeßling hat Bundestrainerin Steffi Jones wegen ihrer Nicht-Berücksichtigung für das Länderspiel gegen Frankreich heftig kritisiert. Die 31 Jahre alte Defensivspielerin vom VfL Wolfsburg schließt auch einen Rücktritt aus dem Nationalteam nicht aus.

"Jetzt mache ich mir meine Gedanken, ich lasse das offen", wurde Goeßling nach dem 3:3 (2:1) im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwochabend gegen ACF Florenz von Wolfsburger Medien zitiert.

Goeßling ist sauer, weil sie nicht für das Länderspiel am 24. November gegen Frankreich in ihrer Heimatstadt Bielefeld nominiert worden war. "Das ist respektlos mir gegenüber", sagte die 97-malige Nationalspielerin. Das habe sie "so nicht verdient".

Kurios: Auf den offiziellen Plakaten zum Länderspiel wirbt der DFB unter anderem mit dem Konterfei Goeßlings. Zudem stellte der Verband den Fans ein Training mit ihr in Aussicht: "Einmal mit einer #Nationalspielerintrainieren? Das ist Eure Chance! Trommelt Eure Vereinskollegen zusammen! Wer zum Spiel #GERFRA am 24.11. in Bielefeld mit der größten Gruppe im Stadion erscheint, gewinnt ein Training mit @Lena0803Lena", hieß es noch am 10. November auf dem Twitter-Account der DFB-Frauen .

"Sie hat mir ihre Gründe erzählt. Gründe, die ich nicht nachvollziehen kann", sagte Goeßling über ein Gespräch mit der Bundestrainerin. Demnach habe Jones ihr mangelnde Defensivqualitäten vorgeworfen. "Ich bringe im Verein meine Leistung und habe mich nach einer langen Verletzungspause zurückgekämpft - dann zu hören, dass mein Defensivverhalten nicht akzeptabel genug ist, kann ich nicht nachvollziehen", sagte Goeßling.

Jones ist seit dem EM-Aus im Sommer umstritten. Die Partie gegen Frankreich gilt als Wegweiser. "Dass ich ihr in ihrem Schicksalspiel nicht helfen kann, dass sie da nicht auf mich baut, macht es noch krasser", sagte Goeßling, die seit 2007 für das Nationalteam spielt. 2013 wurde sie Europameisterin und 2016 Olympiasiegerin.

Jones sagte, dass sie die Enttäuschung zwar verstehe. "Allerdings entscheidet über den Kader der Frauen-Nationalmannschaft alleine die Bundestrainerin", so die Ex-Nationalspielerin: "Diese Entscheidung habe ich mit meinem Trainerteam aus sportlichen Gründen getroffen, und diese Gründe habe ich Lena in einem persönlichen Gespräch erläutert. Es gibt leider immer wieder Situationen, in denen man als Trainerin unpopuläre Entscheidungen treffen muss."

mon/dpa/sid

insgesamt 35 Beiträge
pefete 16.11.2017
1.
Zickenkrieg
Zickenkrieg
Ringmodulation 16.11.2017
2. So sehr ich für die Neubesetzung des Bundestrainerpostens
durch jemanden, der das kann, plädiere: Respektlos ist in im hier geschilderten Sachverhalt eher die Spielerin.
durch jemanden, der das kann, plädiere: Respektlos ist in im hier geschilderten Sachverhalt eher die Spielerin.
Tavlaret 16.11.2017
3. Nicht für ungut ...
... aber wenn die Spieler über die Aufstellung entscheiden, braucht man keinen Trainer mehr. Wie im Artikel zu lesen, hat Jones ihr die Lage erklärt. Was will sie mehr? So ist das eben, wenn der Trainer (oder die Trainerin) vom [...]
... aber wenn die Spieler über die Aufstellung entscheiden, braucht man keinen Trainer mehr. Wie im Artikel zu lesen, hat Jones ihr die Lage erklärt. Was will sie mehr? So ist das eben, wenn der Trainer (oder die Trainerin) vom Spieler nicht überzeugt ist, dann wird er (sie) nicht eingeladen - das kann allein ein Bauchgfühl sein, aber der Trainer entscheidet. Was gibt es da zu diskutieren?. - Lädt ein Trainer einen altgedienten Spieler nicht mehr ein und erklärt es ihm nicht warum, das kann man schlecht finden, müsste es aber trotzdem akzetieren - aber so war es noch nicht einmal. Bei den Herren ging Löw mit Frings, Ballack, Kuranji viel schofelhafter um.
andreasm.bn 16.11.2017
4. oh Gott, jetzt...
heultse! klappe halten, Leistung bringen und dann gibt's da sicher auch 'n Zurück. Und wenn nicht, who cares? Keiner hat irgendeinen Anspruch auf 'nen Stammplatz. Oder hat sie einfach nur Angst, dass sie ihre 100 [...]
heultse! klappe halten, Leistung bringen und dann gibt's da sicher auch 'n Zurück. Und wenn nicht, who cares? Keiner hat irgendeinen Anspruch auf 'nen Stammplatz. Oder hat sie einfach nur Angst, dass sie ihre 100 Länderspiele nicht voll kriegt?
grseestr121 16.11.2017
5. @pefete
Das ist ein dummer Kommentar, dafür aber verdammt prominent plaziert.
Das ist ein dummer Kommentar, dafür aber verdammt prominent plaziert.

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Deutsche Meister bei den Frauen

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2017 VfL Wolfsburg
2016 FC Bayern München
2015 FC Bayern München
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2011 1. FFC Turbine Potsdam
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2008 1. FFC Frankfurt
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2006 1. FFC Turbine Potsdam
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