Sport

Kovac-Wechsel

Bobic kritisiert FC Bayern als "unprofessionell"

Fredi Bobic hat den FC Bayern für sein Vorgehen bei der Verpflichtung von Trainer Niko Kovac kritisiert. Auch für den Zeitpunkt der Bekanntgabe fand Eintracht Frankfurts Sportvorstand deutliche Worte.

Foto: REUTERS
Freitag, 13.04.2018   17:07 Uhr

"Ich bin der Meinung: Man will etwas von uns. Dann muss auch jemand anrufen", sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic nach der Bekanntgabe des Wechsels des Eintracht-Trainers Niko Kovac zum FC Bayern. Seine Kritik zielte dabei weniger auf den Transfer an sich, sondern auf die Rahmenbedingen: "Dass Informationen innerhalb kürzester Zeit nach außen geflossen sind - und das sicherlich nicht aus Frankfurt - ist sehr ärgerlich, unprofessionell und respektlos."

Vor der Verpflichtung Kovacs als Nachfolger von Jupp Heynckes habe von Münchner Seite "keine Kontaktaufnahme stattgefunden", sagte Bobic. Kovac selbst bestätigte Bobics Darstellung: "Dass das alles so schnell rausgekommen ist, lag sicher nicht an mir oder an Fredi."

Bobic beschwerte sich zudem über den Zeitpunkt der Bekanntgabe des Wechsels. Die Eintracht tritt am Samstag gegen den direkten Konkurrenten um einen Champions-League-Platz, Bayer Leverkusen, an (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Diese Umstände verschärften seinen Ärger, sagte der 46-Jährige: "Deshalb die klare Kritik, weil es eine Situation ist, in der es für uns um sehr viel geht." Neben den Spielen gegen Hertha BSC, den HSV und Schalke 04 muss Frankfurt am drittletzten Spieltag beim FC Bayern antreten.

Die Existenz der Ausstiegsklausel, mit welcher der FC Bayern den Trainer aus dem Vertrag kauft, bestätigte der Sportvorstand. Diese Informationen seien allerdings "aus einer anderen Großstadt" an die Öffentlichkeit geflossen. Bobics Fazit: "Das sind eben die Bayern, und die haben ihr Ding gemacht und an sich gedacht."

tip/sid

insgesamt 94 Beiträge
femdoc 13.04.2018
1. Nichts Neues
Fressen und gefressen werden, war schon immer so, nur Frankfurt war bisher nicht unbedingt das Opfer der Bayern. Schon vergessen, dass die Bazies vor jeder Saison wichtige Leistungsträger von BVB weggekauft haben? Die liegen [...]
Fressen und gefressen werden, war schon immer so, nur Frankfurt war bisher nicht unbedingt das Opfer der Bayern. Schon vergessen, dass die Bazies vor jeder Saison wichtige Leistungsträger von BVB weggekauft haben? Die liegen jetzt ausgedünnt und mit Mismanagement auf dem Boden. Solange die Regelung 50+1 bleibt, wird sich an der Übermacht der Bayern nichts ändern. Buli? Gääähn....
FalscheVereinsfarbe 13.04.2018
2. Wie kommt man an Kenntnis über die Ausstiegsklausel,
wenn nicht von den beiden Parteien, die den Vertrag unterschrieben haben? Bayern will doch nichts von Frankfurt? Mit dem Zugeständnis der Ausstiegsklausel ist eine Information über das Interesse an Kovac für den anfragenden [...]
wenn nicht von den beiden Parteien, die den Vertrag unterschrieben haben? Bayern will doch nichts von Frankfurt? Mit dem Zugeständnis der Ausstiegsklausel ist eine Information über das Interesse an Kovac für den anfragenden Verein doch bereits von Seiten der Frankfurter an den Trainer abgetreten?
Greg84 13.04.2018
3.
An sich das gleiche wie damals beim Götze- Wechsel: schreibt keine Ausstiegsklauseln in Verträge, dann kann sie auch keiner nutzen. Gut, Bobic muss natürlich auch ein wenig an das Verhältnis zu den Fans denken, da ist ein [...]
An sich das gleiche wie damals beim Götze- Wechsel: schreibt keine Ausstiegsklauseln in Verträge, dann kann sie auch keiner nutzen. Gut, Bobic muss natürlich auch ein wenig an das Verhältnis zu den Fans denken, da ist ein Feindbild nicht verkehrt.
schlunzepunz 13.04.2018
4. Professionell von Herrn Bobic
Fredi Bobic war heute in einer Sache sehr professionell: Enttäuschung, Wut und Zorn ausschließlich auf den FC Bayern zu lenken und nicht den zu kritisieren, der zwei Stühle neben ihm saß. Ich glaube die Frankfurter werden das [...]
Fredi Bobic war heute in einer Sache sehr professionell: Enttäuschung, Wut und Zorn ausschließlich auf den FC Bayern zu lenken und nicht den zu kritisieren, der zwei Stühle neben ihm saß. Ich glaube die Frankfurter werden das gemeinsam durchziehen und die Saison gut zu Ende bringen. Zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens finde ich, daß es keinen richtigen Zeitpunkt für schlechte Nachrichten gibt und für die Eintracht ist es eine ganz schlechte Nachricht. Aber mal ehrlich: Zwei, vier oder sechs Wochen später? Das Saisonfinale abwarten? Für mich keine Optionen, da dann die Zeit knapp wird für eine Planung der kommenden Saison. Jetzt sind die Spekulation endlich durch Fakten ersetzt. Ich drücke den Frankfurtern die Daumen, daß sie in der Situation wachsen und das Ziel Europapokal erreichen, dort sind sie mit den Fans eine Bereicherung.
HerrDietrich 13.04.2018
5. Vielleicht...
sollte man dem Herrn Bobic mal erläutern, dass man bei einer Ausstiegsklausel eben nicht an den Verein herantreten muss! Man gibt das Geld und das war's. Wozu auch? Ohne diese Ausstiegklausel, hätte man sich auch an den Verein [...]
sollte man dem Herrn Bobic mal erläutern, dass man bei einer Ausstiegsklausel eben nicht an den Verein herantreten muss! Man gibt das Geld und das war's. Wozu auch? Ohne diese Ausstiegklausel, hätte man sich auch an den Verein wenden müssen. Das er sagt die Bayern hätten das durchsickern lassen, finde och auch lustig. Ich behaupte mal, so fest wie Herr Bobic glaubt sitzt er in Frankfurt nicht im Sattel. Vielleicht will ihn jemand loswerden und hat es deswegen durchsickern lassen. Das passt aber natürlich nicht in die Welt von dem Herrn Bobic!

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