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Arsenal gegen Liverpool

Das perfekte Unentschieden

Gleich viele Tore, gleich viele Chancen, gleich viele Fouls, gleich viel alles. Mehr Remis als im Premier-League-Spitzenspiel zwischen Arsenal und Liverpool geht nicht. Damit können beide gut leben.

Getty Images

Trent Alexander-Arnold (l.), Alex Iwobi

Von
Samstag, 03.11.2018   23:08 Uhr

The trend is your friend: Arsenal war vor dem Spitzenspiel gegen Liverpool in 13 Pflichtspielen in Serie ungeschlagen, hatte aber sechsmal in Folge nicht gegen die Reds gewonnen. Das Team von Jürgen Klopp hatte in dieser Premier-League-Saison noch nicht verloren. Insofern war eigentlich klar, dass die Partie unentschieden ausgehen musste.

Das Ergebnis: Arsenal und Liverpool trennen sich 1:1 - natürlich. Hier geht es zur Meldung.

Zahlen lügen nicht: Fast gleich viel gewonnene Zweikämpfe, je eine Gelbe Karte und dieselbe Anzahl an Fouls. Arsenal und Liverpool neutralisierten sich auf höchstem Niveau. Die Gastgeber hatten zwar etwas mehr Ballbesitz und die leicht bessere Passquote, dafür hatte Liverpool mehr Ecken und kam einmal öfter zum Abschluss. Trotzdem bekräftigen die statistischen Werte am Ende, dass die Punkteteilung absolut in Ordnung ist.

Die erste Hälfte: War eine atemlose Mischung von Aktion und Reaktion, in der sich die Teams um Ausgeglichenheit bemühten. Kein Abtasten, kein Taktieren, dafür Umschaltfußball in höchstem Tempo auf beiden Seiten. Arsenal begann stark und hätte durch Henrikh Mkhitaryan in Führung gehen müssen (16. Minute). Dann kam Virgil van Dijk und vergab die beste Chance für Liverpool (23.). Weil beide Mannschaften nur aus Abseitspositionen trafen (siehe unten) und die Fehler des jeweils anderen Torwart nicht nutzten (siehe unten), blieb es zur Pause beim torlosen Unentschieden.

Wie du mir, so ich dir: Alisson verschätzte sich bei einer Flanke von Pierre-Emerick Aubameyang und ließ zu, dass Mkhitaryan knapp neben das leere Tor köpfte. Die fast identische Szene gab es kurz vor dem Halbzeitpfiff auf der anderen Seite, als Bernd Leno eine hohe Hereingabe vollkommen falsch berechnete und van Dijk mit dem Kopf den Pfosten traf. Zwischenzeitlich hatte Sadio Mané aus Abseitsposition das vermeintliche 1:0 für die Gäste erzielt (19.). Der Treffer wurde aber ebenso zu Recht nicht gegeben, wie ein zurückgepfiffenes Treffer von Alexandre Lacazette nach Abseitsposition von Shkodran Mustafi (40.).

REUTERS

Bernd Leno (grün) verschätzt sich

Die zweite Hälfte: Auch nach der Pause blieben die Mannschaften sich treu und machten einander alles nach. James Milner brachte Liverpool in Führung, nachdem Leno eine Hereingabe von außen in die Mitte abgewehrt hatte (61.). Lacazette erzielte den Ausgleich, als er vor Alisson an einen schönen Steilpass kam, sich um den Liverpool-Keeper drehte und ins lange Eck vollendete (82.). In beiden Fällen waren es keine gravierenden Torwartfehler, aber Leno und Alisson machten in diesen Szenen nicht die glücklichsten Figuren. Sie reagierten dafür in anderen Momenten auch ähnlich stark.

Geburtstagsfeiern: Arsenal-Trainer Unai Emery wurde am 3. November 1971 geboren, Ex-Gunners-Profi Ian Wright am 3. November 1963. Beide hatten an ihrem Geburtstag durch den späten Ausgleich Grund zum Feiern.

Ein Punkt, der beiden hilft: Liverpool bleibt ungeschlagen und übernimmt zumindest über Nacht die Tabellenführung. Arsenal hat die eigene Serie weiter ausgebaut und hält Anschluss an die Spitze. Insofern können alle Beteiligten mit dem Ergebnis leben.

Die Premier League ist super: Auch und vor allem dank der Recherchen des SPIEGEL im Rahmen von #FootballLeaks wird im Moment viel über eine mögliche Super League diskutiert. Auch der FC Arsenal taucht in den Dokumenten als Akteur auf. Dabei hat zumindest die erste Hälfte gegen Liverpool gezeigt, dass es in Europa schon eine League gibt, die super ist. Und sie hat den Vornamen Premier.

FC Arsenal - FC Liverpool 1:1 (0:0)
0:1 Milner (61.)
1:1 Lacazette (82.)
Arsenal: Leno - Bellerín, Mustafi, Holding, Kolasinac (81. Welbeck) - Torreira, Xhaka - Mkhitaryan (68. Iwobi), Özil, Aubameyang (73. Ramsey) - Lacazette
Liverpool: Alisson - Alexander-Arnold, Gomez, van Dijk, Robertson - Wijnaldum, Fabinho, Milner - Salah (90.+4 Matip), Firmino (80. Shaqiri), Mané
Zuschauer: 59.993
Schiedsrichter: Andre Marriner
Gelbe Karten: Lacazette / Fabinho

insgesamt 3 Beiträge
womau1962 04.11.2018
1. Abseits?
Das aberkannte Tor von Liverpool war regelgerecht, bestätigt auch jede englische Zeitung. Durch den Pfostenabpraller entstand eine neue Spielsituation und Mane stand eindeutig hinter Firminho. Also bitter besser recherchieren.
Das aberkannte Tor von Liverpool war regelgerecht, bestätigt auch jede englische Zeitung. Durch den Pfostenabpraller entstand eine neue Spielsituation und Mane stand eindeutig hinter Firminho. Also bitter besser recherchieren.
Karlsson auf dem Dach 04.11.2018
2. Wieso Abseits?
Wieso soll das Tor von Mane abseits gewesen sein? Beim 1. Pass war Firmino nicht abseits, beim 2. Schuss von Firmino war Mane hinter dem Ball. Fehler des SRA, der das Spiel maßgeblich beeinflusst hat.
Wieso soll das Tor von Mane abseits gewesen sein? Beim 1. Pass war Firmino nicht abseits, beim 2. Schuss von Firmino war Mane hinter dem Ball. Fehler des SRA, der das Spiel maßgeblich beeinflusst hat.
schenkel 04.11.2018
3. Passiv, neue Spielsituation
Das Liverpooler Abseits war keins, denn a) beim ersten Zuspiel stand Mane im passiven Abseits. Auch seine Bewegung in Richtung Ball macht es nicht zu einem aktiven Abseits, da er niemanden durch diese Aktion behindert. Ergo: [...]
Das Liverpooler Abseits war keins, denn a) beim ersten Zuspiel stand Mane im passiven Abseits. Auch seine Bewegung in Richtung Ball macht es nicht zu einem aktiven Abseits, da er niemanden durch diese Aktion behindert. Ergo: kein Abseits. b) beim Schuss von Firminho steht Mane hinter dem Ball. Der Schuss selbst ist eine „neue Aktion“, wodurch die zuvor passive Abseitsstellung von Mane irrelevant wird. Ergo: kein Abseits. Der Postenabpraller ist keine neue Aktion, das spielt aber keine Rolle, da beim Schuss niemand abseits stand.

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