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Regenbogenbinde beim VfL Wolfsburg

Josip Brekalo erklärt homophobe Likes

Beim VfL Wolfsburg sollen Kapitäne künftig Regenbogenbinden tragen. Auf Instagram gefielen Josip Brekalo negative Kommentare dazu. Der VfL-Spieler hatte eine Erklärung parat.

DPA

Josip Brekalo

Montag, 27.08.2018   18:44 Uhr

Die Mannschaftskapitäne des VfL Wolfsburg sollen künftig Regenbogenbinden als Zeichen für eine tolerante Gesellschaft schmücken. Das gab der Verein bekannt. Mehreren Fans und einem Spieler schien das nicht zu gefallen: Unter einem Post zu dem Thema auf Instagram kommentierten mehrere Menschen eine ablehnende Haltung - dem offiziellen Instagram-Account von VfL-Wolfsburg Spieler Josip Brekalo gefielen die Beiträge.

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Weil die Regenbogenflagge häufig als Symbol von der LGBTQ-Gemeinschaft genutzt wird, wurden Homophobie-Vorwürfe gegen Brekalo laut.

Nun hat der Spieler eine Erklärung für die Likes gefunden: Wie die Sportseite "kicker.de" berichtet, sollen die Likes nach Aussage von Brekalo keine Absicht gewesen sein. Demnach öffneten sich seine Accounts wie von Geisterhand selbst und favorisierten Beiträge ohne sein Zutun. Als Beweis habe er Videos mit seinen Smartphones von den Vorgängen gedreht. Die beiden "Gefällt-mir"-Klicks unter besagten Kommentaren hat er inzwischen wieder rückgängig gemacht.

Brekalo verteidigt ablehnende Haltung gegen Regenbogenbinde

Trotz seiner aufwendigen Erklärung teilte Brekalo am Samstag mit, er könne nicht gänzlich hinter der Regenbogenbinde stehen, "denn es widerspricht meiner christlichen Überzeugung." Er sei sehr religiös erzogen worden. "Ein spezielles Symbol für die Einstellung anderer Leute muss und möchte ich nicht tragen." Hasskommentare im Netz würde er jedoch in keinem Fall unterstützen, weil er "alle Menschen und ihre Art zu leben respektiere."

Am Samstag kam VfL-Kapitän Jushua Guilavogui erstmals mit Regenbogenbinde aufs Spielfeld. Er begrüßte die Aktion seines Vereins: "Wir Fußballer sind Vorbilder und wollen mit dem Regenbogen zeigen, dass bei uns im Stadion und im Verein alle willkommen sind."

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