Sport

Bremens Erfolg gegen Köln

Der Gewinner des Spieltags heißt Werder

Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz: Werder Bremen verabschiedet sich allmählich aus der Abstiegszone. Nach dem Heimsieg gegen Köln geriet sogar der Fan-Protest gegen Montagsspiele zur Nebensache.

imago/ Nordphoto

Werder-Spieler jubeln nach dem zwischenzeitlichen 2:1

Aus Bremen berichtet
Dienstag, 13.03.2018   10:31 Uhr

Der Lärm von Trillerpfeifen schallte durch das Stadion. Die Fans im Bremer Weserstadion hatten diese mitgebracht, ihre Botschaft: kein Bundesliga-Fußball am Montag. Auch im dritten Montagabendspiel der Saison kam es zu Protesten, am Ende überwog aber der ausgelassene Jubel von knapp 40.000 Anhängern von Werder Bremen über einen Heimsieg.

Dank eines 3:1-Erfolgs gegen den Tabellenletzter 1. FC Köln sind die Bremer im unteren Tabellendrittel der Gewinner des 26. Spieltags. "Die anderen Mannschaften haben für uns gespielt. Wir konnten das ausnutzen mit dem Sieg", sagte Maximilian Eggestein. Werders Mittelfeldmann wirkte weder erleichtert noch aufgedreht, eher sachlich: "Wir sind noch lange nicht unten raus", sagte der 21-Jährige, der in der 90. Minute zum Endstand traf.

Acht Spieltage vor Saisonende ist Bremen natürlich noch nicht endgültig raus aus dem Abstiegskampf. Es sind noch 24 Punkte zu vergeben. Aber sie sind nach diesem Sieg gegen Köln auf dem besten Weg, sich aus dem Tabellenkeller zu verabschieden. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Werder hat die Pleiten von Mainz und Wolfsburg bestens genutzt.

Mainz unterlag am Freitag Schalke 0:1 und für Wolfsburg gab es am Samstag in Hoffenheim (0:3) nichts zu holen. Und somit war vor diesem Montagsspiel klar, dass Werder mit einem Heimsieg einen großen Schritt Richtung Ligaverbleib gehen kann.

Ein Faktor für Bremens bessere Situation ist Trainer Florian Kohfeldt, der Werder vor allem in Heimspielen stabilisiert hat. In der Ära Kohfeldt hat der Klub bislang 18 von möglichen 24 Punkten geholt. Seitdem er am 30. Oktober den Trainerjob bei den Werder-Profis übernahm, haben die Grün-Weißen im Weserstadion fünf Partien gewonnen und dreimal Unentschieden gespielt. Hinzu kamen durch 2:1-Siege bei Borussia Dortmund und Schalke 04 sowie dem 2:2-Remis in Mönchengladbach sieben eher unerwartete Auswärtspunkte.

Nach dem Köln-Spiel blieb der Trainer ruhig. "Es ist nichts entschieden. Gar nichts." Fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz - ach, der könne schnell weg sein, sagte Kohfeldt. Er wollte Werder auch nicht als "großen Gewinner" sehen, sondern sprach lediglich von einem "guten Schritt".

Die Tendenz der vergangenen Monate spricht in jedem Fall für einen Erstliga-Verbleib von Werder. Bremen ist als Tabellen-16. mit 15 Zählern in die Rückrunde gestartet, rangierte nur aufgrund der um drei Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem Hamburger SV nicht auf einem Abstiegsplatz. (Mehr zur Lage beim HSV lesen Sie hier.)

Nun hat Werder nach nur neun Partien der Rückrunde genauso viele Punkte wie in der gesamten Hinserie geholt und ist 13. Die Bremer könnten ein wenig nach oben schielen. Fünf Zähler beträgt der Rückstand zum Achten, Augsburg. Doch sie bevorzugen lieber den Kontrollblick in den Rückspiegel. "Wir dürfen uns nicht zu sicher sein, müssen weitermachen, keinen Schritt zurückgehen", sagte 1:0-Torschütze Milos Veljkovic.

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Werder-Fans im Heimspiel gegen Köln

Der Serbe sagte, dass ihn die lauten Geräusche der Trillerpfeifen der Fans nicht gestört hätten. Maximilian Eggestein hingegen war irritiert. "Gerade, wenn es einzelne Pfiffe waren, dachte ich, 'was war denn jetzt? Abseits?'" Mit ihren nahezu 90 Minuten anhaltenden Geräuschen machten einige Fans ihren Unmut über die Ansetzung der Partie an einem Montagabend deutlich. Zudem hingen in der Ostkurve Spruchbänder wie "Spieltagszerstückelung stoppen" oder "We Hate Mondays". Sie waren sehr gut sichtbar, da mehrere der für gewöhnlich dort stehenden, stimmungsvollen Ultra-Gruppen dem Stadion ferngeblieben waren.

Es ist dennoch möglich, dass sich die Anhänger nach dem Saisonende gerne an diesen Montagabend erinnern - an einen Tag, an dem Werder den entscheidenden Schritt aus der Abstiegszone gemacht hat.

Werder Bremen - 1. FC Köln 3:1 (1:0)
1:0 Veljkovic (33.)
1:1 Osako (53.)
2:1 Rashica (58.)
3:1 M. Eggestein (90.)
Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - M. Eggestein, Delaney, Junuzovic - Rashica (67., Belfodil), Kainz (83. Langkamp) - Kruse (90.+2 Bauer)
Köln:
Horn - Sörensen (46. Özcan), Meré, Heintz - Risse, Hector - Höger (82. Cordoba), Koziello - Osako, Pizarro - Terodde (46. Bittencourt)
Schiedsrichter: Brand
Gelbe Karten: - / Sörensen, Heintz, Özcan
Zuschauer: 40.000

Anm. d. Redaktion: In einer früheren Version haben wir geschrieben, es sei Bremens erstes Montagsspiel der Vereinsgeschichte gewesen. Diese Angabe haben wir korrigiert.

insgesamt 10 Beiträge
Franke aus Hamburg 13.03.2018
1. Das hat ....
.... Werder gut gemacht. Es gibt Hoffnung, dass das legendäre Nordderby gegen den HSV auch nächste Saison in der ersten Liga statt findet. Werder und die Unabsteigbaren. Das wird nächstes Jahr wieder ein Fest..
.... Werder gut gemacht. Es gibt Hoffnung, dass das legendäre Nordderby gegen den HSV auch nächste Saison in der ersten Liga statt findet. Werder und die Unabsteigbaren. Das wird nächstes Jahr wieder ein Fest..
dadamien 13.03.2018
2. Leider nicht
Jetzt noch Hoffnung für Hamburg zu haben ist schon arg optimistisch. Ich sehe am Ende eher Köln auf der 17 und Hamburg auf der 18. Köln tritt in den letzten Wochen doch deutlich besser auf als Hamburg, allerdings ist der Punkte [...]
Jetzt noch Hoffnung für Hamburg zu haben ist schon arg optimistisch. Ich sehe am Ende eher Köln auf der 17 und Hamburg auf der 18. Köln tritt in den letzten Wochen doch deutlich besser auf als Hamburg, allerdings ist der Punkte Abstand dann doch zu groß. Hamburg wird absteigen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Lieber jetzt schon mit dem Gedanken anfreunden. Gruß aus Bremen.
fridericus1 13.03.2018
3. Wenn ich mir ...
... die Art und Weise vergegenwärtige, mit der sog. Fans des HSV beim letzten Nordderby in Bremen sich verhalten haben (ich war im Stadion), dann kann ich auf solche Feste seeeeeeeeeeehr gut verzichten. Dazu kommt noch ein [...]
Zitat von Franke aus Hamburg.... Werder gut gemacht. Es gibt Hoffnung, dass das legendäre Nordderby gegen den HSV auch nächste Saison in der ersten Liga statt findet. Werder und die Unabsteigbaren. Das wird nächstes Jahr wieder ein Fest..
... die Art und Weise vergegenwärtige, mit der sog. Fans des HSV beim letzten Nordderby in Bremen sich verhalten haben (ich war im Stadion), dann kann ich auf solche Feste seeeeeeeeeeehr gut verzichten. Dazu kommt noch ein Grottenfussball ohnegleichen. Ich wünsche dieser desolaten Truppe den Abstieg und viel Glück beim zukünftigen Festefeiern mit den "Fans" z.B. von Rostock oder Dresden. Das ist dann wenigstens Augenhöhe.
dangerman 13.03.2018
4. In Hamburg sagt man
Tschühüss...... Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen......was da seit Jahren mit dem H?V nach Bremen mitreist ist fantechnisch Laternenpfahl ganz unten... Ich kann 3-5 Jahre auf jedes dieser Nordderbys verzichten.
Tschühüss...... Ich kann mich meinem Vorredner nur anschliessen......was da seit Jahren mit dem H?V nach Bremen mitreist ist fantechnisch Laternenpfahl ganz unten... Ich kann 3-5 Jahre auf jedes dieser Nordderbys verzichten.
LPS333 13.03.2018
5.
Wenn der HSV "Grottenfussball" spielt dann spricht das ja recht wenig für den SV Werder. Die waren nämlich neulich nicht in der Lage gegen diese "Grottenfussballer" auch nur ein einziges Tor zu erzielen, [...]
Zitat von fridericus1... die Art und Weise vergegenwärtige, mit der sog. Fans des HSV beim letzten Nordderby in Bremen sich verhalten haben (ich war im Stadion), dann kann ich auf solche Feste seeeeeeeeeeehr gut verzichten. Dazu kommt noch ein Grottenfussball ohnegleichen. Ich wünsche dieser desolaten Truppe den Abstieg und viel Glück beim zukünftigen Festefeiern mit den "Fans" z.B. von Rostock oder Dresden. Das ist dann wenigstens Augenhöhe.
Wenn der HSV "Grottenfussball" spielt dann spricht das ja recht wenig für den SV Werder. Die waren nämlich neulich nicht in der Lage gegen diese "Grottenfussballer" auch nur ein einziges Tor zu erzielen, das mussten sich die HSVer schon selber reinkegeln. Immerhin haben die grünweissen nacher so getan als ob sie den Dino in Grund und Boden gespielt hätten. Und jetzt haben sie auch noch gegen den Tabellenletzten getroffen, die Bayern werden bestimmt schon zittern was da so in Zukunft auf sie zu kommt.

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