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Reaktionen zur Argentinien-Pleite

Darf man Messi noch mit Ronaldo vergleichen?

Seit zehn Jahren heißt der Weltfußballer entweder Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo. Nach Argentiniens Debakel gegen Kroatien gibt es bei den Fans im Netz eine klare Meinung, wer der Größte ist.

REUTERS

Lionel Messi

Von
Donnerstag, 21.06.2018   23:34 Uhr

Fünfmal Lionel Messi, fünfmal Cristiano Ronaldo - seit 2008 haben sich die beiden prägenden Fußballer dieser Generation die Weltfußballer-Auszeichnung gerecht aufgeteilt. Umso mehr beschäftigt Fans weltweit die Frage, wer von beiden der Größte aller Zeiten ist, oder kurz: der #GOAT ("greatest of all times").

Nach dem blamablen Auftritt der Argentinier gegen Kroatien (0:3) ist für die meisten Twitter-Nutzer klar, dass dieser Titel nur an Ronaldo gehen kann.

Schon im Auftaktspiel gegen Island zeigte sich Argentinien ideenlos. Und Messi vergab beim Stand von 1:1 auch noch einen Elfmeter. Nun gegen Kroatien schoss er ein einziges Mal aufs Tor, bereitete lediglich zwei Abschlüsse vor und war kaum zu sehen. Anders Ronaldo: Der ragt bei Portugal heraus und erzielte alle vier Turniertreffer seiner Mannschaft.

"Messi in einem durchschnittlichen Team: Durchschnitt. Ronaldo in einem durchschnittlichen Team: F*CKING WELTKLASSE", schreibt @TheSportsman bei Twitter.

Mittlerweile wird jede Geste des Argentiniers gedeutet: Vor Beginn des Spiels fasste sich Messi während der Nationalhymne an die Stirn. Ob es eine Vorahnung war, dass der nächste schlechte Auftritt folgen würde?

Für den fast 31-jährigen Argentinier ist das Turnier in Russland die wohl letzte Chance auf den Weltmeistertitel. Dreimal hintereinander scheiterte er mit seiner Mannschaft an Deutschland, 2014 erst im Finale.

Damit hat Ronaldo auch in dieser Hinsicht vorgelegt: Vor zwei Jahren gewann er mit Portugal die Europameisterschaft und damit seinen ersten Titel mit dem Nationalteam. Messi verlor auch noch zweimal das Endspiel der Copa América, Argentinien unterlag jeweils Chile.

Zu Messis Verteidigung muss erwähnt werden: 2014 erhielt er den Pokal als bester Spieler des Turniers, Ronaldo traf hingegen nur einmal - wie schon 2006 und 2010.

Bei der Weltfußballerwahl in diesem Jahr dürfte CR7 die besseren Karten haben; nicht nur wegen der Turnierleistungen, auch wegen des dritten Champions-League-Triumphs in Serie mit Real Madrid.

Vielleicht ist Ronaldo deswegen nicht gleich der #GOAT, aber es wäre die Führung im Weltfußballer-Ranking - 6:5.

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