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Zidane tritt als Trainer von Real Madrid zurück

Gerade hat er als erster Trainer zum dritten Mal hintereinander die Champions League gewonnen. Nun ist Zinédine Zidane überraschend als Trainer von Real zurückgetreten: "Die Mannschaft braucht einen Wechsel."

Foto: DPA
Donnerstag, 31.05.2018   14:54 Uhr

Überraschung nach Saisonende: Nach dem dritten Triumph in der Champions League endet die Amtszeit von Zinédine Zidane als Trainer von Real Madrid.

"Ich habe die Entscheidung getroffen, dass ich nächstes Jahr nicht weitermachen werde", sagte Zidane: "Es ist ein schwieriger Moment, aber die Mannschaft braucht einen Wechsel, um weiter siegreich zu bleiben. Die Mannschaft benötigt eine neue Ansprache, eine andere methodische Arbeit. Deshalb habe ich die Entscheidung so getroffen."

Die Entscheidung Zidanes trifft Real nach Aussage von Club-Präsident Florentino Pérez völlig unvorbereitet, denn eigentlich besaß der Franzose noch einen Vertrag bis 2020. "Das ist eine völlig unerwartete Entscheidung und für uns ein trauriger Tag", sagte Perez: "Wir müssen diese Entscheidung aber respektieren." Wer auf Zidane folgen soll, ist offen.

"Ich habe nicht klar gesehen, dass wir weiter gewinnen werden"

Der 45 Jahre alte Franzose war seit Januar 2016 Cheftrainer von Real. Seitdem verlor er keines seiner acht Endspiele, zuletzt gewann er am vergangenen Samstag mit Real in Kiew gegen den FC Liverpool zum dritten Mal in Serie den Titel in der Königsklasse. Vor seinem Engagement beim Starensemble betreute er die B-Mannschaft der Madrilenen und lernte als Co-Trainer unter Carlo Ancelotti, ehe er befördert wurde. Als Coach arbeitete er nie bei einem anderen Klub. 2017 wurde er FIFA-Trainer des Jahres.

"Es gab tolle Momente und wir haben mit einem großen Moment aufgehört - mit dem Gewinn der Champions League. Aber es gab auch schwierige Momente während der Saison", sagte Zidane. Mit Madrid musste er sich in der spanischen Liga klar Meister FC Barcelona geschlagen geben, Real wurde in der abgelaufenen Saison in La Liga nur Dritter.

Bei einem der Gründe für seinen Rücktritt wurde er deutlich: "Ich habe nicht klar gesehen, dass wir weiter gewinnen werden." Mit seinen Spielern hat Zidane noch nicht persönlich gesprochen, "aber sie kennen die Entscheidung", meinte der Coach. Er werde auf jeden Fall schnell das Gespräch mit Kapitän Sergio Ramos suchen.

Schon als Spieler hatte Zidane eine erfolgreiche Karriere hingelegt und war zum Weltstar geworden. Aufgewachsen im Arbeiterviertel von Marseille führte er Frankreich zum Welt- und Europameistertitel, wurde Weltfußballer und entwickelte sich im Trikot von Juventus und Real zu einer Marke wie heute Ronaldo oder Lionel Messi. Seine aktive Laufbahn endete 2006.

Noch bestens im Gedächtnis ist sein Kopfstoß im WM-Finale gegen Italien. Nach der Aktion gegen Marco Materazzi wurde er in Berlin des Platzes verwiesen, aber trotzdem zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Als Trainer ist ihm in der Vergangenheit oftmals vorgeworfen worden, dass er kein taktisches Konzept habe. Doch vielmehr ist es die Flexibilität und der Pragmatismus, den das Spiel unter ihm auszeichnet. Mal Pressing, mal Konterattacken, mal hohes Tempo, mal ruhiges Ballgeschiebe. Die Unberechenbarkeit machte Madrid so gefährlich und brachte unter der Führung von Zidane unter anderem den Gewinn der spanischen Meisterschaft 2017 sowie die Triumphe bei der Klub-WM 2016 und 2017.

"Ich liebe diesen Klub sehr, den Präsidenten, der mir alles gegeben hat. Ich werde immer dankbar dafür sein", sagte Zidane, der ankündigte, zunächst ein Jahr pausieren und ein wenig Abstand vom Fußball nehmen zu wollen, gleichzeitig aber nicht ausschließen wollte, doch irgendwann zurückzukehren: "Es kann auch ein 'Bis bald' sein."

sak/dpa

insgesamt 50 Beiträge
janne2109 31.05.2018
1. nee
nee, nicht wirklich, das ist schade, sehr schade, ich habe ihn auch sehr gerne spielen gesehen, feiner Mensch
nee, nicht wirklich, das ist schade, sehr schade, ich habe ihn auch sehr gerne spielen gesehen, feiner Mensch
Freidenker10 31.05.2018
2.
Kommt überraschend, aber in Spanien zählt die nationale Meisterschaft wohl mehr als die CL. Frage mich allerdings bei welchem Topklub er nun arbeiten möchte? Barca fällt durch die Konkurrenzsituation mit Real definitv aus und [...]
Kommt überraschend, aber in Spanien zählt die nationale Meisterschaft wohl mehr als die CL. Frage mich allerdings bei welchem Topklub er nun arbeiten möchte? Barca fällt durch die Konkurrenzsituation mit Real definitv aus und sonst gibts da keinen absoluten Topklub. Bleibt wohl nur ein englischer Verein oder ein italienischer wie Turin, es sei denn die Pariser schmeißen Tuchel noch schnell raus... Aber die Gesamtkarriere von Zizou ist schon mehr als erstaunlich und überragt sogar die von Messi ( bis jetzt ) bei weitem!
hnf0506 31.05.2018
3. Na, da hätte PSG.......
.....mal Ei n wenig warten sollen, mit der Präsentation eines neuen Trainers!?
.....mal Ei n wenig warten sollen, mit der Präsentation eines neuen Trainers!?
suomi1983 31.05.2018
4. Da wird sich der ein oder andere Verantwortliche...
beim FCB und bei PSG jetzt wahrscheinlich ordentlich in den Hintern beißen... :-D
beim FCB und bei PSG jetzt wahrscheinlich ordentlich in den Hintern beißen... :-D
misterknowitall2 31.05.2018
5. Jetzt kann er zeigen ob er was drauf hat
Mit so einer Mannschaft kann jeder Titel gewinnen, siehe ancelotti. Jetzt muss er sich erstmal beweisen.
Mit so einer Mannschaft kann jeder Titel gewinnen, siehe ancelotti. Jetzt muss er sich erstmal beweisen.

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