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Doping

Sicherheitsprobleme bei Testflaschen

Wie sicher sind Dopingproben? Die Weltantidopingagentur hat Hinweise erhalten, dass neu entwickelte Testflaschen möglicherweise Mängel aufweisen. Die Untersuchungen dauern an.

AP/ Berlinger

BEREG-KIT-Anti-Dopingflaschen (2016)

Montag, 29.01.2018   12:20 Uhr

Die Weltantidopingagentur (Wada) prüft aufgrund eines Verdachts die Unversehrtheit von Sicherheitsflaschen des Schweizer Entwicklers Berlinger, in denen Doping-Proben gelagert werden. Wie die Wada auf ihrer Internetseite mitteilte, habe sie durch das Kölner Analyselabor den Hinweis erhalten, dass die derzeit eingesetzten Flaschen nach dem Einfrieren der Proben manuell geöffnet werden könnten.

Das Schweizer Technologie-Unternehmen hat im vergangenen Jahr unter dem Namen "BEREG-KIT Geneva" eine neue Generation von Anti-Doping-Sicherheitsflaschen entwickelt und seit Herbst 2017 ausgeliefert. Diese Flaschen sollten auch bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea (9. bis 25. Februar 2018) eingesetzt werden. Es handelt sich dabei bereits um die zweite weiterentwickelte Variante nach dem russischen Dopingskandal um die Winterspiele in Sotschi 2014.

"Bedenken und Fragen"

"Die Wada erkennt, dass diese Situation, wenn sie bestätigt wird, Bedenken und Fragen aufwerfen wird", heißt es in der Wada-Mitteilung. Den Athleten und anderen Interessengruppen werde versichert, dass die Wada entschlossen sei, sich mit dem Schweizer Hersteller des Problems anzunehmen, bis die Angelegenheit geklärt sei.

Bei einer Doping-Kontrolle werden zwei Flaschen für eine A- und B-Probe genutzt. Die B-Probe wird eingefroren und nur genutzt, wenn ein Athlet die Analyse der A-Probe anzweifelt.

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi waren Doping-Proben russischer Athleten mit Hilfe des Inlandsgeheimdienstes FSB geöffnet und der Inhalt gegen sauberen Urin ausgetauscht worden. Als Konsequenz aus den Doping-Manipulationen ist das russische Nationale Olympische Komitee von den Pyeongchang-Spielen suspendiert worden. Das Internationale Olympische Komitee gewährt jedoch 169 individuell geprüften russische Athleten das Startrecht unter neutraler Flagge und als "Olympische Athleten aus Russland".

ngo/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
schueler79 29.01.2018
1. Tatsachen oder Behauptungen
Alles sehr dubios, vor allem aber der Artikel, der die Behauptung eines Austausches als Tatsache darstellt. Liebe Redaktion: Wir können lesen, wir haben Zugang zu mehreren Quellen und wir können denken. Bitte beleidigen sie [...]
Alles sehr dubios, vor allem aber der Artikel, der die Behauptung eines Austausches als Tatsache darstellt. Liebe Redaktion: Wir können lesen, wir haben Zugang zu mehreren Quellen und wir können denken. Bitte beleidigen sie nicht unsere Intelligenz. Und nein ich bin kein Troll, sondern ein Mensch der sich seine Meinung nach reiflicher Überlegung bildet.
carinanavis 29.01.2018
2. das wird schon seine richtigkeit haben
Die WADA braucht solche Fläschchen, die sich jederzeit öffnen lassen. Im Bedarfsfall wird alles für den Meistbietenden geregelt. Der langjährige Leiter des zentralen WADA-Anti-Dopinglabors in Lausanne, der Schweizer Martial [...]
Die WADA braucht solche Fläschchen, die sich jederzeit öffnen lassen. Im Bedarfsfall wird alles für den Meistbietenden geregelt. Der langjährige Leiter des zentralen WADA-Anti-Dopinglabors in Lausanne, der Schweizer Martial Saugy, hat nachweislich Lance Armstrong ab 2001 dabei beraten wie man EPO nachweist und den Kontrollen entgehen kann. Ein positiver Test des Amerikaners wurde damals zudem unter den Tisch gekehrt. Später hat Saugy dann bestens mit den Dopinglabors in Russland zusammengarbeitet, besonders in Sotschi, als der Dopingurin der Russen gegen sauberen Urin ausgetauscht werden musste. Hier nachzulesen: www.sueddeutsche.de/sport/russland-der-vergessene-teil-des-doping-skandals-1.3803113-1 Die neuen Schweizer Produkte sind also bestens geeignet um ein Eingreifen von Geheimdiensten und anderen Unbefugten zur probenmanipulation überflüssig zu machen. Die WADA-Mitarbeiter können das dann selbst schnell und bequem durchführen. Es wäre ja schlimm, wenn mal einer der vielen "Ausnahmesportler" der Welt (seltsam das es in Deutschland praktisch keine gibt ...) oder gar ein Superstar erwischt würde.

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