Sport

Handball-Finale gegen Norwegen

Frankreich krönt Heim-WM mit sechstem Titel

Die favorisierten Gastgeber haben sich im Finale der Handball-WM 2017 mit sieben Treffern Vorsprung durchgesetzt. Norwegen hielt lange stark dagegen - entscheidend war dann ein Wechsel zwischen den französischen Pfosten.

AFP

Nikola Karabatic

Sonntag, 29.01.2017   19:06 Uhr

Frankreichs Handballer haben den nächsten WM-Titel gefeiert, zum insgesamt sechsten Mal triumphierte die Equipe Tricolore. Im Finale von Paris besiegte das Team um Nikola Karabatic die Auswahl Norwegens 33:26 (18:17). Mit sechs Treffern war Karabatic bester Werfer seines Teams.

Frankreichs "Goldene Generation" hat damit beeindruckende vier der letzten fünf WM-Titel gewonnen (2009, 2011, 2015 und 2017). Für Außenseiter Norwegen bedeutet dagegen auch dieser zweite Rang bei einem Weltturnier das erfolgreichste Abschneiden ihrer Geschichte. Das bislang beste WM-Resultat war ein sechster Platz gewesen - vor 59 Jahren.

In einer extrem schnellen, von beiden Teams sehr intensiv geführten Anfangsphase entwickelte sich vor den 15.700 Zuschauern in Paris schnell ein Spiel auf Augenhöhe. Auch eine erste Unterzahlsituation nach sechs Minuten überstanden die Norweger, konnten im Anschluss sogar erstmalig mit zwei Treffern in Führung gehen. Schlussmann Torbjörn Bergerud entnervte die französischen Rückraumschützen in den ersten Minuten regelmäßig.

Außenseiter Norwegen hält 30 Minuten mit

Leichte Treffer fielen im ersten Durchgang dieses WM-Endspiels kaum: Frankreich wählte wie so oft bevorzugt den Weg durch die Mitte, die norwegische Abwehr hielt aber entschlossen dagegen. Norwegen glänzte im ersten Durchgang durch ein deutlich variableres Spiel, zudem durch eine starke Wurfauswahl. Der Lohn nach einer Viertelstunde: eine 10:7-Führung für den Außenseiter. Erst zum Ende der ersten 30 Minuten schlichen sich vereinzelt technische Fehler in das norwegische Spiel ein, Frankreich durfte so die ersten Gegenstöße laufen.

Auf der anderen Seite bekam der französische Torwart-Routinier Thierry Omeyer, der zu Beginn etwas überraschend den Vorzug gegenüber seinem zehn Jahre jüngeren Mannschaftskollegen Vincent Gérard erhalten hatte, zu selten die Hände an den Ball.

AP

Matchwinner Vincent Gérard

Nach knapp 20 Minuten tauschte Trainer Didier Dinart deshalb zwischen den Pfosten. Vor allem Gérards Paraden war es in der Folge zu verdanken, dass die Equipe Tricolore letztlich doch noch mit einer knappen 18:17-Führung in die Kabine ging. Insgesamt 35 Treffer fielen im ersten Abschnitt - ein deutlicher Beleg, dass das Finale ein Spiel der Angriffsreihen war.

Durch schnelle Treffer zu Beginn des zweiten Abschnitts ging Frankreich erstmals mit fünf Treffern in Führung. Schlussmann Gérard stand zudem weiter regelmäßig richtig, in dieser Phase kippte das Spiel endgültig zugunsten des Titelverteidigers. Nach 36 Minuten traf Valentin Porte zum 23:18.

Norwegen konnte das hohe Tempo des ersten Abschnitts anschließend nicht mehr mitgehen. Der französischen Kombination aus Athletik, Erfahrung und einer besser besetzten Reservebank konnten die Norweger nicht mehr viel entgegensetzen, auch die kürzere Regenerationszeit nach dem Halbfinalerfolg mag hier ursächlich gewesen sein. Vor einem begeisterten Heimpublikum brachte Frankreich den Vorsprung souverän ins Ziel. Die letzten zehn Minuten des Turniers gerieten zum Schaulaufen für den alten und neuen Weltmeister.

chh

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP