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Alexander Zverev siegt im Bruder-Duell

"Etwas ganz Besonderes": Alexander Zverev hat in Washington seinen Bruder Mischa Zverev besiegt und ist ins Viertelfinale eingezogen. Es war das erste Match der beiden auf der ATP-Tour.

DPA

Mischa (vorne) und Alexander Zverev

Freitag, 03.08.2018   06:37 Uhr

Die Nummer eins in der Familie: Alexander Zverev hat beim Hartplatz-Turnier in Washington das Duell gegen Mischa Zverev gewonnen und das Viertelfinale erreicht. Der 21-Jährige dominierte die Achtelfinal-Partie gegen seinen neun Jahre älteren Bruder und siegte in zwei Sätzen 6:3, 7:5. Beide hatten sich auf der ATP-Tour noch nie gegenübergestanden.

Alexander Zverev, Titelverteidiger bei den Citi Open und an Nummer eins gesetzt, empfand das Match als "etwas ganz Besonderes" und sagte nach der Partie: "Ich hoffe, es war nicht das letzte Mal. Ich hoffe, wir stehen uns eines Tages in einem Finale gegenüber, oder ähnliches. Dies war hoffentlich nur das erste von vielen".

Bruder Mischa berichtete, bereits vor dem Spiel wäre es emotional geworden, als die beiden für ein gemeinsames Bild posierten: "Wir kamen zurück und das Publikum hat gejubelt. Ich hatte beinahe Tränen in meinen Augen und habe mich gefragt, was wohl unsere Eltern gerade denken", sagte der 30-Jährige.

Im Viertelfinale des mit mehr als 2,1 Millionen US-Dollar dotieren Turniers wird der Weltranglisten-Dritte auf den Japaner Kei Nishikori treffen.

tip/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
jean-baptiste-perrier 03.08.2018
1. Mental sehr schwierig!
Zum Glück ist es Tennis und kein Boxen! Man denke an die Klitschko-Brüder die ihrer Mutter versprochen haben niemals gegeneinander zu boxen. Doch auch im Tennis ist so ein Geschwister-Duell sehr speziell. Das ist vom Kopf her [...]
Zum Glück ist es Tennis und kein Boxen! Man denke an die Klitschko-Brüder die ihrer Mutter versprochen haben niemals gegeneinander zu boxen. Doch auch im Tennis ist so ein Geschwister-Duell sehr speziell. Das ist vom Kopf her sicher ganz schwierig. Die beiden haben sicherlich dutzende Trainings-Spielchen miteinander gespielt. Und nun muss man plötzlich vor großem Publikum den Bruder ernsthaft bekämpfen. Im Tennis geht es im Hinblick auf Erfolg ja nicht nur darum sein möglichst bestes Tennis zu spielen, sondern im Match seinen Gegner letztlich mental zu brechen. Gegen den eigenen Bruder ist das sicherlich ein ganz schwieriges Unterfangen. Ich persönlich hätte den Sieg eher Mischa gegönnt. Gut, die beiden sind zwar Brüder, jedoch sind die Unterschiede neben der Weltrangliste sehr offenkundig: 9 Jahre Altersunterschied, Grundlinie gegen Serve-and-Volley und vollkommen unterschiedliche Charaktere. Hier das ungeduldige, übermutige und oft unkontrollierte Tennis-Wunderkind Sascha. Auf der anderen Seite der stets fokussierte und abgeklärte Mischa den seine Verletzungs-Geschichte Demut und Respekt für seine jetzigen Erfolge gelehrt hat. Meine persönlich schönste Erinnerung an ein Geschwister-Duell im Tennis ist der Sieg von Venus gegen Serena im Wimbledon-Enspiel 2008!
jean-baptiste-perrier 03.08.2018
2. Nachtrag zu den Zverevs
Ich habe u.a. hier im Forum schon mehrfach indirekt Mischa aufgefordert seinem kleinen Bruder quasi die Ohren lang zu ziehen im Hinblick auf Respekt und Einstellung beim Tennis. Mischa bringt seinem Bruder jedoch extrem viel [...]
Ich habe u.a. hier im Forum schon mehrfach indirekt Mischa aufgefordert seinem kleinen Bruder quasi die Ohren lang zu ziehen im Hinblick auf Respekt und Einstellung beim Tennis. Mischa bringt seinem Bruder jedoch extrem viel (unkritische!) Liebe entgegen und lobt ihn eher ständig. Das ist zwar verständlich - nicht nur als Bruder allgemein, sondern auch mit dem Wissen, dass zu der Zeit als Mischa wegen seiner Verletzungen kurz davor war mit dem Tennis ganz aufzuhören, sein "kleiner" Bruder Sascha ihn mit guter Laune und jugendlicher Zuversicht motivierte weiter zu machen. Es wäre für Sascha mit seinem extremen Ego jedoch sicherlich sinnvoller statt Bewunderung eher kritische Ratschläge von Mischa zu bekommen. Man stelle sich Sascha als Wimbledon-Sieger vor. Hmmmmhhhhh! Und dann alternativ Mischa als Wimbledon-Sieger. Im ersten Fall würde ich das zur Kenntnis nehmen und nur hoffen, dass Sascha sich nicht dann endgültig selbst zum Tennis-Gott erklärt. Mischa (gut, sehr, sehr unwahrscheinlich) als Wimbledon-Sieger wäre emotional für mich eine ganz andere Geschichte. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich an den Achtelfinal-Sieg von Mischa gegen den damaligen Weltranglisten-Ersten Andy Murray bei den Australian Open 2017 und das darauf folgende brillante On-Court Interview mit Mischa und Jim Courier denke!

Tennis: Die wichtigsten Schläge

Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.

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