Sport

Biathlon-Weltcup in Österreich

Dahlmeier-Comeback im Schatten von Doping-Ermittlungen

Maues Ergebnis für die deutschen Biathletinnen in Hochfilzen, besser machte es Laura Dahlmeier im zweitklassigen IBU-Cup. Überschattet wurde der Weltcup von Ermittlungen gegen das russische Team.

DPA

Laura Dahlmeier

Donnerstag, 13.12.2018   17:51 Uhr

Die italienische Biathletin Dorothea Wierer hat in Hochfilzen ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Die 28-Jährige gewann trotz einer Strafrunde mit 0,6 Sekunden Vorsprung auf Gesamtweltcupsiegerin Kaisa Mäkäräinen, nachdem sie sich beim Weltcupauftakt in Pokljuka in Sprint und Verfolgung noch mit zwei zweiten Plätzen hinter der Finnin hatte zufrieden geben müssen. Im Sprint über 7,5 Kilometer landete die am Schießstand fehlerfreie Vanessa Hinz als beste deutsche Athletin mit 52,6 Sekunden Rückstand auf Wierer auf Rang elf. Franziska Preuß, in Slowenien noch beste DSV-Athlethin, wurde 28.

Besser machte es Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier, die im 180 Kilometer entfernten Südtirol ihr Comeback im "zweitklassigen" IBU-Cup bestritt. Aus gesundheitlichen Gründen musste die 25-Jährige die Vorbereitung im Oktober abbrechen und war erst im November wieder in ein leichtes Training eingestiegen. Für die Teilnahme am Weltcuprennen in Hochfilzen reichte die Vorbereitung noch nicht. In der Single-Mixed-Staffel in Ridnaun schaffte es die siebenmalige Weltmeisterin mit Teamkollege Roman Rees auf den zweiten Platz.

"Es ist einfach mal schön, seinen Sport ohne großen Rummel zu erleben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aber natürlich freue ich mich schon wieder auf die turbulente Zeit im Weltcup-Geschehen - aber für den Moment könnte es nicht schöner für mich sein", schrieb Dahlmeier auf ihrer Facebook-Seite.

Überschattet wurde der Weltcup von Dopingermittlungen gegen die russischen Biathleten. Gegenstand der Untersuchungen sind die Weltmeisterschaften 2017 in Hochfilzen, bei denen reihenweise russische Biathleten gedopt an den Start gegangen sein sollen und bisher unbehelligt blieben. In Österreich ermittelt die Staatsanwaltschaft nun erstmals konkret gegen zehn Mitglieder des russischen Teams, darunter auch Olympiasieger Anton Schipulin.

Es laufen Ermittlungsverfahren gegen fünf Betreuer wegen "der Anwendung verbotener Substanzen bzw. Methoden zum Zweck des Dopings" und gegen fünf Sportler wegen "schweren Betruges im Zusammenhang mit Doping". Das bestätigte die Wiener Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption. Am Mittwochabend hatte die österreichische Polizei das Teamhotel aufgesucht, um die Beschuldigten über die laufenden Ermittlungen zu informieren. Laut Staatsanwaltschaft wurden jedoch keine Durchsuchungen oder Vernehmungen vorgenommen.

Der Weltcup in Hochfilzen wird am Freitag mit dem Sprint der Männer (14.15 Uhr, TV: ZDF, Eurosport) fortgesetzt. Am Samstag folgen die beiden Verfolgungsrennen (ab 11.30 Uhr, TV: ZDF, Eurosport), die beiden Staffeln am Sonntag (ab 11.15 Uhr, TV: ZDF, Eurosport) beschließen den zweiten Weltcup des Winters.

ngo/dpa/sid

insgesamt 1 Beitrag
herm16 13.12.2018
1. eine
deutsche Vormachtstellung wurde Dank der Funktionäre kaputt gemacht. Man hat sich auf Lorbeeren ausgeruht. Seit 4 Jahren hapert es beim Schießen und nichts geschieht
deutsche Vormachtstellung wurde Dank der Funktionäre kaputt gemacht. Man hat sich auf Lorbeeren ausgeruht. Seit 4 Jahren hapert es beim Schießen und nichts geschieht

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