Sport

Olympia-Morgen-Update

Was schon war - und was noch kommt

Vertagte Goldchance für Laura Dahlmeier, ein Titel für einen Snowboard-Opa und der Angriff der Superclowns: Was in der Nacht geschehen ist, und was der Tag noch bringt - der Überblick.

AFP

Johannes Rydzek

Mittwoch, 14.02.2018   06:11 Uhr

Das geschah in der Nacht:

Ski alpin, Damen, Slalom abgesagt

Eisiger Wind, keine Sicht, Sie kennen das mittlerweile. Auch der Slalom der Damen wurde in der Nacht abgesagt und auf Freitag verschoben.

Snowboard, Herren, Halfpipe, Finale

Nach zwei Teenie-Olympiasiegern hat mit Shaun White nun der älteste Teilnehmer im Feld Snowboard-Gold gewonnen. Mit herausragenden 97,75 Punkten verwies der 31-Jährige den 19 Jahre alten Ayumu Hirano aus Japan (95,25 Punkte) und Scott James aus Australien (92 Punkte) auf die Plätze. Es war nach 2006 und 2010 das dritte Gold für den US-Amerikaner - und die 100. Goldmedaille bei Winterspielen für die USA. Für einen Schreckmoment sorgte der Japaners Yuto Totsuka. Der 16-Jährige knallte bei einem Sturz auf die Kante der Halfpipe und musste mit Schmerzen im Hüftbereich ins Krankenhaus gebracht werden.

Eiskunstlauf, Paarlauf, Kurzprogramm

War es das bereits für den Goldtraum von Aljona Savchenko und Bruno Massot? Die deutschen Vizeweltmeister gehen als Vierte mit nur 76,59 Punkten in die Medaillenentscheidung. In Führung nach dem Kurzprogramm liegen die chinesischen Weltmeister Sui Wenjing und Han Cong (82,39 Punkte). Die Kür, bei der das deutsche Paar im Dezember immerhin einen Weltrekord aufgestellt hatte, steht morgen um 2.30 Uhr deutscher Zeit auf dem Programm. Ebenfalls qualifiziert: Annika Hocke und Ruben Bloomaert als 16. - sowie das nordkoreanische Paar Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik (11.).

Das bringt der Tag:

Biathlon, Damen, 15 Kilometer - abgesagt

Der Wind von Pyeongchang spielt bei diesen Winterspielen eine größere Rolle als gedacht. Leider. Nun hat es die Biathletinnen erwischt: Aufgrund anhaltend starker Böen ist das Einzelrennen vertagt worden. Eigentlich hatte es um 12.05 Uhr beginnen sollen. So versucht sich Laura Dahlmeier stattdessen am Donnerstag um 9.15 Uhr an ihrer dritten Goldmedaille.

Rennrodeln, Herren, Doppelsitzer, Finale

Auch im Eiskanal kommen die Favoriten erneut aus Deutschland. Die Weltmeister und Gesamtweltcup-Sieger Toni Eggert und Sascha Benecken treffen ab 12.20 Uhr (Finale: 13.20 Uhr) auf die Olympiasieger Tobias Wendl und Tobias Arlt.

Die berüchtigte Kurve neun

Sie kostete Felix Loch den sicher geglaubten Olympiasieg, Die US-Amerikanerin Emily Sweeney kam nach ihrem schweren Fahrunfall noch glimpflich davon: Die Kurve neun hat eine besonders lange Ein- und Ausfahrt, der Mittelteil, dort, wo die Fahrer normalerweise in einem langen konstanten Radius gut lenken können, ist sehr kurz. Das sei bewusst so gewählt, um den Sport interessant zu machen, sagte der Bahnbeauftragte des Weltverbandes, Markus Aschauer, dem Deutschlandfunk: "Man soll die Möglichkeit haben, verschiedene Nationen auf dem Podest zu sehen."

Nordische Kombination, Herren, Normalschanze

Angriff der Superclowns: So hatte der Norweger Magnus Moan vor vier Jahren die Deutschen Johannes Rydzek und Fabian Rießle bezeichnet, die sich zu seinen Gunsten im Zielspurt gegenseitig über den Haufen gelaufen hatten. Mittlerweile ist Rydzek Rekordweltmeister. Nach dem Springen liegt Eric Frenzel auf Medaillenkurs, um 10 Uhr geht es weiter in der Loipe. Warum die Nordische Kombination das bessere Biathlon ist, lesen Sie hier.

Eishockey, Herren

Seit 16 Jahren wartet Moskau nun schon auf Olympia-Gold. In Pyeongchang ist die Chance für die Auswahl "Olympischer Athleten aus Russland" groß, die Vorherrschaft Kanadas zu brechen, denn die Olympiasieger von 2010 und 2014 sind vom Olympia-Boykott der nordamerikanischen Eliteliga NHL stärker betroffen: Russen wie Kanadier setzen nun auf Spieler der russischen KHL, doch da ist Team OAR mit einem 15-Mann-Block von Meister Zenit Sankt Petersburg deutlich besser besetzt. Das olympische Turnier startet heute um 13.10 Uhr mit den Partien OAR gegen Slowakei und USA gegen Slowenien.

sak/dpa/sid

insgesamt 1 Beitrag
OhMyGosh 14.02.2018
1. Die Ringe glänzen nicht mehr
Inzwischen machen diese Winterspiele keinen Spaß mehr... andauernde Verschiebungen wegen des zu starken Windes,kaum Atmosphäre bei den Siegerehrungen- da hat das IOC offensichtlich nur in den Geldsack geschaut, als man die [...]
Inzwischen machen diese Winterspiele keinen Spaß mehr... andauernde Verschiebungen wegen des zu starken Windes,kaum Atmosphäre bei den Siegerehrungen- da hat das IOC offensichtlich nur in den Geldsack geschaut, als man die Spiele nach Südkorea vergab. Wer mal auf die Landkarte schaut, bemerkt unschwer die sehr exponierte Lage des Landes. Und dass es im Winter zu Sturm und Wind kommen kann, ist ja nun auch nichts Neues unter der Sonne. Leidtragende sind zuallererst die Sportler, die sich mittlerweile auf kaum einen Outdoor-Termin mehr verlassen können und wenig Unterstützung durch die Zuschauer erhalten (siehe oben). Von dem immer aufgeblähteren Programm ganz zu schweigen: ich sag nur Curling- ein Bewerb für schwäbische Hausfrauen, die Hipsterbewerbe auf dem Snowboard mit absoluter Unfallgarantie sowie diese allenthalben zu findenden Mixed-Bewerbe und das dösige Shorttrack. Hoffentlich setzt man den Sportlern wenigstens kein Hundefleisch vor...

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