Sport

Cas-Entscheidung in der Sauerstoffaffäre

Skirennfahrer Luitz erhält seinen Sieg zurück

Berufungserfolg vor dem Sportgerichtshof Cas: Skirennfahrer Stefan Luitz bekommt seinen Weltcupsieg aus Beaver Creek zurück. Der Deutsche war zunächst wegen der Nutzung von Sauerstoff bestraft worden.

REUTERS

Stefan Luitz

Freitag, 15.03.2019   16:34 Uhr

Skirennfahrer Stefan Luitz hat mit seiner Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas Erfolg gehabt und bekommt seinen ersten Weltcupsieg zurück. Das Gerichts mit Sitz in Lausanne gab die Entscheidung wie auch der Ski-Weltverband Fis bekannt und bestätigte damit die zunächst von Luitz' Anwältin Anne Jakob verbreitete Information. Zudem verbreitete der Deutsche Skiverband (DSV) ein Luitz-Statement zur Entscheidung.

Der 26-Jährige ist damit bald auch offiziell wieder einer von 14 deutschen Männern, die ein Rennen im alpinen Ski-Weltcup gewinnen konnten.

Welche Konsequenzen die Cas-Entscheidung für das Reglement der Fis hat, war zunächst unklar. "Wenn die Fis die Regeln jetzt nicht anpasst, handelt sie grob fahrlässig", sagte Jakob. Theoretisch könnte der Schiedsspruch noch vor dem Schweizer Bundesgericht, einem staatlichen Gericht, auf Verfahrensfragen überprüft werden. Der Cas gab in einer Mitteilung bekannt, die Anti-Doping-Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada stünden über den Regeln der Fis.

Luitz hatte bei seinem Sieg in Beaver Creek Anfang Dezember in einem Aufenthaltsbereich an der Rennstrecke Sauerstoff durch eine Maske eingeatmet und damit gegen das Reglement des Ski-Weltverbandes verstoßen. Die Fis disqualifizierte ihn nachträglich wegen eines Regelverstoßes und folgte damit einer Formulierung im Anti-Doping-Reglement.

"Ich kann den Weltcupsieg nun ein zweites Mal feiern"

Luitz wehrte sich gegen die Strafe und begründete dies unter anderem damit, dass Sauerstoffzufuhr von der Wada explizit erlaubt ist und es damit einen Widerspruch zwischen Fis- und Wada-Richtlinien gibt. Der Verstoß gegen die Fis-Regeln sei ihm auch deshalb nicht bewusst gewesen.

"Ich freue mich sehr, dass der Cas zu dieser Entscheidung gekommen ist. Damit ist auch klargestellt, dass es sich nicht um einen Dopingverstoß handelt", ließ Luitz über den DSV ausrichten: "Ich bin glücklich über die Bestätigung meiner sportlichen Leistung am Grünen Tisch. Ich kann den Weltcupsieg nun ein zweites Mal feiern."

Luitz' Saison ist nach einer Knieverletzung und einer Operation an der Schulter bereits beendet. Er wird beim Weltcup-Finale in Andorra am Samstag nicht antreten.

jan/dpa

insgesamt 2 Beiträge
glass88 15.03.2019
1. Sieg mit Geschmäckle
EIgentlich habe ich mich gefreut dass er gewonnen hat. Getrübt wird das jetzt durch diese Sauerstoffgeschichte. DIe Frage besteht ja trotzdem, welchen Sport übt er aus? Skifahren? Wer macht die Regeln dafür? Richtig, die FIS. [...]
EIgentlich habe ich mich gefreut dass er gewonnen hat. Getrübt wird das jetzt durch diese Sauerstoffgeschichte. DIe Frage besteht ja trotzdem, welchen Sport übt er aus? Skifahren? Wer macht die Regeln dafür? Richtig, die FIS. Daher sollte er, bzw der DSV die doch kennen. Also sollte diese Regeln zusätzlich zur WADA REgelung gelten würde ich meinen.
katrin.huensche 17.03.2019
2. So ein Unfug
@glass88 Wenn die FIS ausschließlich die Regeln machen würde, kannst die WADA gleich abschaffen und Doping erlauben. Wie im Artikel steht, Regeln bzgl Doping zu machen obliegt der WADA und daran hat sich die FIS zu halten - [...]
@glass88 Wenn die FIS ausschließlich die Regeln machen würde, kannst die WADA gleich abschaffen und Doping erlauben. Wie im Artikel steht, Regeln bzgl Doping zu machen obliegt der WADA und daran hat sich die FIS zu halten - nicht andersherum. Ob die Sauerstoffzufuhr was bringt oder nicht ist unter den Athleten umstritten und selbst die FIS hat gesagt, dass es nicht mal richtiges Doping ist, sondern schlichtweg Regelverstoß. Dass Luitz das dann ausbaden muss, weil zum einen seine Betreuer schlampig lesen und die FIS unfähig ist die Regularien anzupassen, ist so ziemlich das Dümmste, was einem als Athlet passieren kann. Er ist die arme Wurst am Ende, die den ganzen Schlamassel ausbaden muss. In anderen Artikeln stand, dass die Ösis damit nicht einverstanden sind und nun rummonieren...ehrlich gesagt find ich, dass sie ziemlich schlechte Verlierer wären wenn sie das Urteil jetzt noch anfechten. Ich wette darauf, dass, wenn es denen passiert wäre, es hier gar kein Geschrei geben würde bzgl der endgültigen Urteilsverkündung, sie sich genauso freuen würden, dass es nun hoffentlich vorbei ist. Selbst Hirscher ist dieser ganze Bohai einfach nur unangenehm/peinlich und will den Sieg nicht mal. Also die sollen einfach mal die Kirche im Dorf lassen.

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