Stil

Mode bei den Golden Globes

Rock wie Hose

Kleid oder Hose? Julia Roberts schaute nach fünf Jahren wieder einmal bei den Globes vorbei und bewies: Pretty Woman kann alles tragen. Was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

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Montag, 07.01.2019   15:36 Uhr

Lady Gaga ist zwar nicht für ihre erste Hauptrolle ("A Star is Born") ausgezeichnet worden, hatte aber dennoch einen der stärksten Auftritte bei den Golden Globes. Die Sängerin war blau bis in die Haarspitzen: Ihr babyblaues Kleid mit Schleppe (von Valentino) war eine Hommage an jenes, das Judy Garland 1954 im Original trug. Weil Gaga sonst nicht Gaga wäre, ließ sie sich noch die Haare in der Farbe des Kleides ansprühen. Den Von-Kopf-bis-Fuß-Look komplementierte ein Collier aus mehr als 300 Diamanten, darunter ein birnenförmiger Klunker von 20 Karat. Einen Preis gab es dann auch noch, und zwar für den Filmsong "Shallow".

AFP

Lady Gaga in Valentino

Auffälligen Diamantschmuck trugen auch Rachel Weisz und KiKi Layne. Beide entschieden sich für jedoch für Halsbänder statt für Ketten. Emily Blunt hingegen zeigte, dass man Steine genauso schön im Haar tragen kann, zum Beispiel in Form einer Brosche. Wenn der Stoff dann auch noch so schön harmoniert wie ihr silbernes Alexander-McQueen-Kleid, kann modisch nichts mehr schief gehen.

Regina King funkelte auch. Bei ihr war es jedoch das rosa Kleid und keine Edelsteine, das im Scheinwerferlicht strahlte, als die Schauspielerin den Preis für ihre Rolle in dem Film "If Beale Street Could Talk" abholte. Das schulterfreie Kleid passte wie angegossen, das hat Designerin Alberta Ferretti perfekt hinbekommen. King nutzte ihren Auftritt für ein Versprechen: die Hälfte der Besetzung all ihrer Projekte in den kommenden zwei Jahren werde weiblich sein.

DPA

Rock wie Hose: Julia Roberts

Julia Roberts ist 100 Prozent weiblich, doch 50 Prozent ihres Outfits waren männlich - zumindest, wenn eine Hose als traditionell maskulines Kleidungsstück gewertet wird. Der Rest war ein Empire-Kleid. Diesen Zwitter-Look von Stella McCartney kann sicher nicht jede tragen, Pretty Woman aber schon. Da war es dann offensichtlich auch nicht ganz so tragisch, dass die 51-Jährige ihre erste Golden-Globes-Gala nach fünf Jahren ohne Preis verlassen musste. Gefeiert wurde hinterher trotzdem - mit Burgern und Knutscherei auf dem Rücksitz, wie dieser Instagram-Post zeigt.

Alter Hollywood-Glamour

Sandra Oh, die Co-Moderatorin der Gala, führte gleich mehrere Filmstar-Looks vor. Über den roten Teppich ging sie ganz in Weiß, allerdings nicht mit einem Blumenstrauß, sondern mit Ansagerkollege Andy Samberg an der Hand. Ihr asymmetrisch geschnittenes Versace-Kleid fiel vor allem dank einer effektvoll drapierten Schulter auf. Die Trophäe für die beste darstellerische Leistung in einer Dramaserie ("Killing Eve") nahm sie dann zweifarbig in Empfang: Ihr am Rücken ausgeschnittenes Maxikleid war ebenfalls weiß, hatte aber lange silberne Ärmel. In die Geschichte eingehen wird Oh aber als die erste asiatische Frau, die mit mehr als einem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

AFP

Julianne Moore in Givenchy

Neben Farben und großem Diamantschmuck waren Schleifen ein Trend bei den Golden Globes. Es gab sie aus Samt (in Nicole Kidmans Haar), aus Seide (an Charlize Therons Hals), oder eher schlicht (an den Kleidern von Alison Brie und Gemma Chan). Am schönsten war aber wohl die Schleife, die Juliane Moores Kleid am Rücken zusammenhielt. Das Design dafür stammt von Claire Waight Keller für Givenchy.

"TimesUpx2"

Dass die Zeit alter Tyrannen abgelaufen ist, wurde im Ballsaal des Beverly Hilton Hotels in diesem Jahr nicht mehr durch das Tragen der Farbe Schwarz angezeigt. Stattdessen gab es Armbänder in schwarz-weiß, auf denen zu lesen war: "TimesUpx2". Das politische Statement schmückte unter anderem Laura Derns Handtasche und das Handgelenk ihrer Schauspielkollegin Amber Heard.

AFP

"Times Up"-Schleife

Bei den Männern verdienen vor allem Timothee Chalamet und Cody Fern Beachtung, die zeigten, dass es durchaus Alternativen zum Smoking gibt. Damit die Welt seine Ledertasche im Halfterlook sieht, musste Chalamet jedoch ohne Anzugjacke vor die Fotografen treten. Im Hause Louis Vuitton dürften sie sich über die entstandenen Bilder aber sehr freuen. Der australische Schauspieler Cody Fern war mutiger und trug ein an der Schulterpartie transparentes Hemd zu weit geschnittener Hose. Vervollständigt wurde das androgyne Avantgard-Outift durch dunkel umrandete Augen und Margiela-Schuhe mit der bei den Japanern abgeschauten Tabi-Spitze (mit abgetrenntem großen Zeh).

Billy Porter hingegen hätte besser zum Smoking gegriffen. Sein durchsichtiges, bunt besticktes Hemd zum grauen Anzug und silbernen Umhang war dann vielleicht doch zu viel des Guten. Oder was meinen Sie? Stimmen Sie ab!

Und so geht's: Sie sehen immer zwei Fotos im Vergleich. Klicken Sie auf das Outfit, das Ihnen besser gefällt. Das andere verschwindet, ein neues erscheint - am Ende bleibt Ihr Lieblingslook übrig.

mit Material von AP

insgesamt 20 Beiträge
manskyEsel 07.01.2019
1. ...ich liebe die GaGa...
Ob nackt oder bestens gewandet, die GaGa ist die musikalisch beste Dame der letzten Jahre. Kennt und beherrscht das Repertoire bis zurück in die Zwanziger. Und wenn sie - wie in dem Konzert mit Tony Bennet - solche Sachen singt, [...]
Ob nackt oder bestens gewandet, die GaGa ist die musikalisch beste Dame der letzten Jahre. Kennt und beherrscht das Repertoire bis zurück in die Zwanziger. Und wenn sie - wie in dem Konzert mit Tony Bennet - solche Sachen singt, wird deutlich, daß sie das nicht nur kennt, sondern liebt und schätzt. Sehr selten geworden, sowas!
Papazaca 07.01.2019
2. Viel Elegantes, schwer zu lästern. Fast
Mein klarer Favorit ist Lady Gaga, diesmal elegant in blau. Lupita Nyong'o in schlichtem Blau sieht immer gut aus. Auch Charlize Theron überzeugte in s/w. Julianne Moore sah auch wie ein Geschenk an sich selbst, mit [...]
Mein klarer Favorit ist Lady Gaga, diesmal elegant in blau. Lupita Nyong'o in schlichtem Blau sieht immer gut aus. Auch Charlize Theron überzeugte in s/w. Julianne Moore sah auch wie ein Geschenk an sich selbst, mit Riesenschleife. Jetzt kommen meine humoristischen Favoriten: Heidi Klum überzeugte als blumige Fleurop-Werbung, Bei Nicole Kidman habe ich mir echt Sorgen gemacht, sie wirkte wie eine menschliche Rohrbombe, die jede Gala beenden könnte, Eine Dame mit dem Namen Lucy Boynton machte klar, das bleicher Teint und zu viel Gold kleine Kinder erschrecken könnte. Und bei Jamie Lee Curtis, mein Liebling aus früheren Zeiten, war ich echt erschrocken. Aber nicht wegen des Outfits, hmm. Wie schön, das wir Normalos zu Hause in Jogginghose rumlaufen können. Ohne an Karlchen Lagerfeld zu denken, der jedem in Jogginghose bescheinigt hat, die Kontrolle über sein Leben verloren zu haben. Das gleiche kann man aber auch über einige der Damien und Herren hier sagen, auch wenn sie sich doch soooo anstrengen ...... Aber die traurige Wahrheit ist: Das wirkliche Highlight sind die "Ausreißer", lästern ist doch so schön!
häuptling83 07.01.2019
3. Oh. Mein. Gott.
Diese Objektivierung von Frauen und deren Reduzierung auf ihr Äußeres - und das ausgerechnet vom Spiegel! Und erst diese Darstellung von Julia Roberts als "100% weiblich"... Weiß der Spiegel das so genau? Vielleicht [...]
Diese Objektivierung von Frauen und deren Reduzierung auf ihr Äußeres - und das ausgerechnet vom Spiegel! Und erst diese Darstellung von Julia Roberts als "100% weiblich"... Weiß der Spiegel das so genau? Vielleicht identifiziert sie sich ja nur zu 70% als weiblich und zu 30% als genderfluid. Diese Zuschreibung ausgerechnet eines MÄNNLICHEN Autors ist zutiefst diskriminierend. Hoffentlich liest das keiner von der bento-Redaktion. Sonst gibt's Zoff.
Papazaca 07.01.2019
4. Die Moralpolizei passt immer auf
Ist Julia Roberts etwa männlich? Habe ich was übersehen? Und dann noch ein männlicher Autor. Stimmt, der hat bei Mode nichts zu suchen. Bei dieser Sicht beißt sich aber unsere Moralpolizei dann selbst in den [...]
Zitat von häuptling83Diese Objektivierung von Frauen und deren Reduzierung auf ihr Äußeres - und das ausgerechnet vom Spiegel! Und erst diese Darstellung von Julia Roberts als "100% weiblich"... Weiß der Spiegel das so genau? Vielleicht identifiziert sie sich ja nur zu 70% als weiblich und zu 30% als genderfluid. Diese Zuschreibung ausgerechnet eines MÄNNLICHEN Autors ist zutiefst diskriminierend. Hoffentlich liest das keiner von der bento-Redaktion. Sonst gibt's Zoff.
Ist Julia Roberts etwa männlich? Habe ich was übersehen? Und dann noch ein männlicher Autor. Stimmt, der hat bei Mode nichts zu suchen. Bei dieser Sicht beißt sich aber unsere Moralpolizei dann selbst in den Allerwertesten. Übrigens, Zoff gibt es dann, wenn die Kleinkarriertheit das zulässige Mass überschreitet. Also, schön aufpassen!
dasfred 07.01.2019
5. Zu Nr.4 Papazaca
Die Moralpolizei ist heute sehr aktiv. Mein kurzer Beitrag, in dem ich erklärte, dass mein ehemaliger Duschvorhang die selbe Farbe wie Lady Gagas Kleid hatte und dass das Assoziationen weckte wurde gelöscht. Dabei war es [...]
Die Moralpolizei ist heute sehr aktiv. Mein kurzer Beitrag, in dem ich erklärte, dass mein ehemaliger Duschvorhang die selbe Farbe wie Lady Gagas Kleid hatte und dass das Assoziationen weckte wurde gelöscht. Dabei war es wirklich so, dass mein erster Eindruck war, sie hätte sich in der Eile, noch mit Duschhaube, den Vorhang um den Körper drapiert. Mein persönlicher Favorit war das Cremefarbene Spitzenkleid, welches Ärmellos aber bis zum Hals hochgeschlossen der Trägerin so etwas nahbar unnahbares gibt und ihren Körper angenehm umschmeichelt.

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