Stil

Tal Spiegel

Die leckerste Art, Schuhe zu fotografieren

Auf seinem Instagram-Account zeigt der Konditor Tal Spiegel süße Köstlichkeiten - und kombiniert jede mit farblich passenden Schuhen. Seine Fotos sind so gut, dass er inzwischen kaum noch backen muss.

Tal Spiegel
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Montag, 18.12.2017   16:32 Uhr

Zu einem kleinen Zitronentörtchen trägt Tal Spiegel gelbe Schnürer, zu roten und rosafarbenen Eclairs die passenden Loafers: der Konditor findet zu jeder Süßspeise das ideale Schuhwerk.

Während seiner Ausbildung an einer renommierten Pariser Pâtisserieschule probierte der in Tel Aviv geborene Spiegel viel Gebäck aus. Um sich an das Geschmackserlebnis zu erinnern, fing er an, Fotos zu machen und diese auf Instagram zu stellen. Eines der Törtchen hatte zufällig dieselbe Farbe wie seine Schuhe - weil das Bild bei seinen Followern so gut ankam, verfolgte Spiegel die Idee weiter.

"Ich denke, dass die positive Resonanz auf die unerwartete Verbindung zwischen Mode und Essen zurückzuführen ist. Es gibt den Menschen eine neue Perspektive auf beides. Die Bilder erforschen die unerwarteten Gemeinsamkeiten in Textur und Farbe", sagt der Konditor.

Mittlerweile hat Spiegel über 1000 Eclairs, Macarons und Tartes getestet und abgelichtet: "Aber ich esse sie nicht komplett auf. Ich probiere nur, weil es wichtig für mich ist, zu wissen, wie sie schmecken. Gleichzeitig möchte ich natürlich auch gesund bleiben."

Als erstes entscheidet sich Spiegel für die kleinen Süßspeisen, dann erst folgt die passende Fußbekleidung: "Schuhe sind mein Hobby, die Backwaren aber meine Leidenschaft, mein Beruf", sagt der Konditor. Die passenden Schuhe zu finden, sei kein Problem - in seinem Schrank stehen rund 200 Paare. Vor allem bunt und einzigartig sollen sie sein: "Die meisten Leute haben nur weiße, braune oder schwarze Varianten. Ich will etwas Farbe in die Welt bringen. Viele Menschen lächeln, wenn sie meine Schuhe sehen. Das macht mich glücklich", sagt Spiegel.

Er probiert nicht nur in Paris, sondern auch in anderen Städten und Ländern Nachtische aus und zeigt sie mit den entsprechenden Schuhkombinationen auf seinem Instagram-Account. In seinem Buch "Pâtisseries de Paris", beschränkt sich der Konditor allerdings auf die französische Hauptstadt: "Hier gibt es einfach die besten Läden."

Rund 300 Süßwaren aus seinen bevorzugten Pâtisserien stellt Spiegel hier vor. In einigen der Geschäfte arbeitete er selbst nach seiner Ausbildung. Doch mittlerweile ist sein Projekt so erfolgreich, dass er nur noch selten in der Küche steht.

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Tal Spiegel:
Pâtisseries de Paris

Marabout; 17,90 Euro

insgesamt 4 Beiträge
hartmutkwetschlich 18.12.2017
1. Wunderschön!
Für mich ein Beispiel wunderbarer Kreativität und Ästhetik. Das hat auch meinen Tag ein wenig verzaubert.
Für mich ein Beispiel wunderbarer Kreativität und Ästhetik. Das hat auch meinen Tag ein wenig verzaubert.
nadennmallos 18.12.2017
2. Einfach top!
Einfallsreich, technisch sauber umgesetzt, endlich mal eine Serie, stimmig von A bis Z!!!
Einfallsreich, technisch sauber umgesetzt, endlich mal eine Serie, stimmig von A bis Z!!!
112211 19.12.2017
3. Schön & nicht schön
Die Idee mit den Zuckerspeisen ist wirklich schön umgesetzt. Leider sind die abgebildeten Schuhe alles andere als schön. Jedenfalls die meisten.
Die Idee mit den Zuckerspeisen ist wirklich schön umgesetzt. Leider sind die abgebildeten Schuhe alles andere als schön. Jedenfalls die meisten.
Papazaca 19.12.2017
4. Farblich einzigartige Patisserien. Und die Schuhe?
Solche Patisserien habe ich noch nicht gesehen. Es sind quasi Design-Objekte. Und sie harmonieren oft - nicht immer - farblich mit den Schuhen. Die Idee ist leicht Gaga, aber hat Charme. ZweiObjekte, die eigentlich nicht zusammen [...]
Solche Patisserien habe ich noch nicht gesehen. Es sind quasi Design-Objekte. Und sie harmonieren oft - nicht immer - farblich mit den Schuhen. Die Idee ist leicht Gaga, aber hat Charme. ZweiObjekte, die eigentlich nicht zusammen gehören, so zu fotografieren. Vor dem Ansehen der Fotos dacht ich noch rein assoziativ an Fußschweiß, nach den Fotos nicht mehr. Ich fand dann diese schräge Idee überraschend - und schlüssig. Was bleibt - Schuhe oder nicht - sind Patisserien in kreativem Design und verrückten Farben. Da können die Schuhe nicht mithalten. Wenn alles jetzt noch gut schmeckt, ist dem Hern Spiegel echt ein Genie-Streich gelungen. Noch eine kleine Frage an die SPON-Redaktion: Hat es Euch gefreut, das der Herr Spiegel so einen schönen Namen trägt?

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