Wirtschaft

Kampf gegen Falschgeld

Mit diesen Scheinen macht die EZB den Fälschern das Leben schwer

Die neuen Sicherheitsmerkmale bei Euro-Banknoten erfüllen offenbar ihren Zweck: 2018 wurden weniger gefälschte Scheine aufgefunden. Die neuen 100- und 200-Euro-Noten sollen weniger anfällig sein.

DPA

20-Euro-Schein

Freitag, 25.01.2019   16:58 Uhr

Mit neuen Sicherheitsmerkmalen erschwert die Europäische Zentralbank (EZB) die Fälschung von Banknoten. Im vergangenen Jahr sank die Zahl des sichergestellten Euro-Falschgelds in Deutschland und Europa deutlich.

Polizei, Handel und Banken in Europa zogen 563.000 gefälschte Banknoten aus dem Verkehr. Das waren knapp 19 Prozent weniger als im Jahr 2017, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mit. Der rechnerische Schaden lag bei rund 31,4 Millionen Euro - nach 36 Millionen Euro 2017.

REUTERS

Euro-Banknoten, mit den neuen 100- und 200-Scheinen

In Deutschland verringerte sich die Zahl der falschen Euro-Banknoten der Bundesbank zufolge binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf etwas mehr als 58.000 Scheine. "Die Einführung der neuen Europa-Serie mit verbessertem Fälschungsschutz ist der Grund dafür", teilte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann mit.

Der Schaden durch falsche Banknoten in der Bundesrepublik verringerte sich von 4,1 Millionen Euro im Jahr 2017 auf rund 3,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

"Falsche 20-Euro-Scheine gibt es deutlich weniger. Auch die Zahl der mit 70 Prozent am häufigsten gefälschten 50-Euro-Banknoten ist merklich zurückgegangen", sagte Beermann.

Porträtfenster und Smaragdzahl als Hürde für Fälscher

Anfang April 2017 war der runderneuerte 50-Euro-Schein mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgegeben worden, den überarbeiteten 20-Euro-Schein gibt es bereits seit Ende November 2015.

Als Hürden für Fälscher gelten vor allem das durchsichtige Porträtfenster und die Smaragdzahl. Ende Mai 2019 wollen die Notenbanken den 100-Euro- und den 200-Euro-Schein mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgeben.

Die Bundesbank empfiehlt, Banknoten nach dem Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen" zu prüfen. Verbraucher sollten nicht nur auf den Gesamteindruck schauen, sondern gezielt auf bestimmte Sicherheitsmerkmale achten:

Der neue 100-Euro-Schein von vorne

Um es Fälschern noch schwerer zu machen, gibt es für die großen Scheine bald ein weiteres Sicherheitsmerkmal: das "Satelliten-Hologramm". In diesem bewegen sich beim Neigen des Scheins um die Zahl "100" beziehungsweise "200" kleine Euro-Symbole.

Der neue 100-Euro-Schein von hinten

Üblicherweise tauchen sehr bald nach der Einführung neuer Scheine erste Farbkopien auf, etwa ein halbes Jahr später dann die ersten Druckfälschungen, heißt es.

Gemessen an der Gesamtmenge der im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten - aktuell sind es EZB-Angaben zufolge mehr als 22 Milliarden Stück - ist der Falschgeld-Anteil äußerst gering. In Deutschland entfielen im vergangenen Jahr der Bundesbank zufolge rein rechnerisch sieben gefälschte Scheine auf 10.000 Einwohner.

Die Zahl falscher Münzen war der Bundesbank zufolge 2018 fast unverändert. So wurden 33.000 falsche Münzen sichergestellt, im Vorjahr waren es mit 32.500 fast genauso viele. Den allergrößten Anteil hatten die größten Zwei-Euro-Münzen, nämlich 84 Prozent.

brt/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
sametime 25.01.2019
1. Fälschungssicher
Die beste Sicherung gegen Falschgeld ist bargeldloses Bezahlen, das geht ja mittlerweile sehr gut mit dem Handy. Über Google Pay auch mit PayPal, da ist es egal, ob die Bank es unterstützt oder nicht. Alle Scheine über 50€ [...]
Die beste Sicherung gegen Falschgeld ist bargeldloses Bezahlen, das geht ja mittlerweile sehr gut mit dem Handy. Über Google Pay auch mit PayPal, da ist es egal, ob die Bank es unterstützt oder nicht. Alle Scheine über 50€ sollte man sowieso komplett aus dem Verkehr ziehen, damit werden in erster Linie krumme Geschäfte gemacht.
krautrockfreak 25.01.2019
2. Bringt doch nichts, denn die meisten Leute schauen gar nicht richtig
auf die Scheine, denen kann man alles verkaufen, Fantasiescheine mit falschen Beträgen, falsche Aufdrucke und sogar Scheine mit Mickey Mouse drauf, wurde doch alles schon getestet. Im Prinzip vertraut man drauf, dass die Scheine [...]
auf die Scheine, denen kann man alles verkaufen, Fantasiescheine mit falschen Beträgen, falsche Aufdrucke und sogar Scheine mit Mickey Mouse drauf, wurde doch alles schon getestet. Im Prinzip vertraut man drauf, dass die Scheine echt sind und wenn nicht, dann gibt man sie halt weiter. Wer weiß, wie oft wir schon gefälschte Scheine in Händen hatten, ohne es zu merken... Das Problem ist nur bei den Händlern, die es aufs Konto einzahlen wollen, denn die Banken prüfen extrem und bei Falschgeld hat der Händler dann den Schaden.
Knossos 25.01.2019
3.
Werden bei den Angaben zu aus dem Verkehr gezogener Scheine auch solche berücksichtigt, die kaum oder gar nicht als Blüten auszumachen sind, solange neben echtem Hologrammstempel authentisches Material verwendet wurde? [...]
Werden bei den Angaben zu aus dem Verkehr gezogener Scheine auch solche berücksichtigt, die kaum oder gar nicht als Blüten auszumachen sind, solange neben echtem Hologrammstempel authentisches Material verwendet wurde? Schließlich verschwand vor der Einführung des Euro ein solcher Stempel, ohne daß # nach dessen Entwendung aus einem bewachten Bundeswehrflugzeug danach gefahndet wurde # neue Ausführung für 2 Millionen DM in Auftrag gegeben # über Konsequenzen der Entwendung gefolgert oder berichtet worden wäre Notiz zum Verschwinden des Stempels: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8452386.html

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