Wirtschaft

Bargeldtransport

Geldkuriere wollen auch am Donnerstag und Freitag streiken

Der Streik von Beschäftigten der Geld- und Wertbranche soll auch am Donnerstag und Freitag weitergehen. Bisher haben die Aufstände kaum Folgen für Banken und Handel. Das könnte sich aber ändern.

DPA

Beschäftigte der Geld- und Wertbranche beim Warnstreik

Mittwoch, 02.01.2019   17:58 Uhr

Die Geldtransport-Beschäftigten wollen ihre Warnstreiks auch am Donnerstag fortsetzen. Am Mittwoch beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di 3000 der bundesweit rund 11.000 Beschäftigten der Geld- und Wertbranche an einem ganztägigen Ausstand.

"Das war ein starkes Signal an die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen", sagte Ver.di-Verhandlungsführer Arno Peukes. Ver.di fordert für die Beschäftigten der Branche, die die Bargeldversorgung von Banken und Geschäften sicherstellt, unter anderem eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro. und eine Angleichung der Gehälter in den ostdeutschen Bundesländern. Der Gewerkschaft zufolge liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer bislang im Osten bei 1800 bis 2400 Euro und im Westen bei 2200 bis 2900 Euro brutto pro Monat.

Die Fronten sind verhärtet: Nach fünf ergebnislosen Runden werden die Tarifverhandlungen am Donnerstag und Freitag fortgesetzt. Die Arbeitgeber seien bereits bei der letzten Verhandlungsrunde an ihre Schmerzgrenze gegangen, sagte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW).

Es seien mehr Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter in den Warnstreik getreten, als die Gewerkschaft erwartet habe, sagte Peukes der Nachrichtenagentur dpa. Gewerkschaftsangaben zufolge hätten sich rund 3000 Beschäftigte beteiligt. Zahlreiche Banken bekamen somit kein frisches Bargeld, Händler konnten teilweise die Tageseinnahmen nicht abholen lassen.

Laut Banken und Handel hat der Ausstand bislang aber kaum Folgen für die Bargeldversorgung. Auch die Kreditinstitute entwarnten weitgehend. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für größere Auswirkungen, erklärte die Deutsche Kreditwirtschaft, der Zusammenschluss der fünf deutschen Bankenverbände. Es könnte aber zu punktuellen Einschränkungen in der Bargeldversorgung kommen.

Bei der Commerzbank kommt es einem Sprecher zufolge vereinzelt zu Bargeldengpässen an den Automaten. In den meisten der 1000 Commerzbank-Filialen sei aber alles normal gelaufen. Bei der Deutschen Bank gebe es keine Auswirkungen auf die Bargeldversorgung, sagte eine Sprecherin.

Die BDGW geht davon aus, dass sich die Folgen des Ausstands auch am Donnerstag in Grenzen halten werden. Es sei nur mit kleineren Störungen zu rechnen, sagte die Sprecherin.

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mal/dpa/Reuters

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