Wirtschaft

Preiserhöhungen

Für Millionen Autofahrer wird die Kfz-Versicherung teurer

Versicherer haben die Preise für Autopolicen im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Doch Kunden können sich wehren.

DPA

Neuwagen von Porsche

Donnerstag, 07.12.2017   09:30 Uhr

Millionen von Autofahrern müssen mehr für ihre Kfz-Versicherungen bezahlen: Nach Angaben aus der Branche und großer Online-Vergleichsportale sind die Preise in der laufenden Wechselsaison im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Geschätzt zwei Drittel aller Kfz-Versicherungskunden in Deutschland hätten in diesem Jahr Preiserhöhungen erhalten, heißt es beim größten deutschen Kfz-Versicherer HUK Coburg. Das Vergleichsportal Check24 bezifferte den durchschnittlichen Preis einer Kfz-Police im November 2017 auf 289 Euro, fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Und bis zum 3. Dezember gab es laut Check24 bereits einen weiteren leichten Preisanstieg um sechs Euro. Seit 2009 sei der Durchschnittspreis für eine Kfz-Police sogar um 52 Prozent gestiegen.

Nach Angaben des Online-Versicherungsmaklers Check24 sind im Vergleich zu Ende 2016 nicht nur die Durchschnittpreise gestiegen, sondern auch die Tarife für die günstigsten Angebote.

Bei einer Preiserhöhung verlängert sich die Kündigungsfrist

Die reguläre Kündigungsfrist für die Kfz-Versicherung beträgt vier Wochen: Wer zum neuen Jahr auch einen neuen Vertrag abschließen will, musste daher zum 30. November kündigen. Viele Versicherer haben sich deshalb eines Manövers bedient, damit ihre Kunden nicht zu einem anderen Anbieter wechseln. "Dieses Jahr haben viele Versicherer ihre Rechnungen erst sehr spät im November verschickt", sagte Björn Hinrichs, Branchenleiter Versicherungen bei Arvato Financial Services.

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Kfz-Versicherungen: Für diese Autos gelten neue Typklassen

Doch im Falle einer Preiserhöhung verlängert sich für die Kunden die Kündigungsfrist. "Vielen Kunden ist gar nicht klar, dass sie im Falle einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht haben", sagte Hinrichts. Das bedeutet, dass Kunden, deren Jahresprämien erhöht wurden, auch noch im Dezember ihre Kfz-Versicherung wechseln können.

Jahrelang lieferten sich die Versicherer einen sehr harten Preiskampf bei den Kfz-Policen. Gleichzeitig steigt seit Langem der "Schadendurchschnitt" - also die durchschnittlichen Kosten des Versicherers pro Autoreparatur. Das liegt zum Beispiel daran, dass die Autohersteller die Preise für Ersatzteile drastisch erhöht haben.

Mehr zum Thema: Lesen Sie hier, wie Sie bei der Kfz-Versicherung Geld sparen

hej/dpa-AFX

insgesamt 22 Beiträge
Fuxx2000 07.12.2017
1. Das Auto
Ist mittlerweile ein Investitionsobjekt für die Automobilwirtschaft selbst geworden und nicht für die Kunden. Es müssen nur genügend Autos in den Markt gedrückt werden, die dann Schäden haben die völlig überteuert [...]
Ist mittlerweile ein Investitionsobjekt für die Automobilwirtschaft selbst geworden und nicht für die Kunden. Es müssen nur genügend Autos in den Markt gedrückt werden, die dann Schäden haben die völlig überteuert repariert werden. Dazu sind die Wartungen und Inspektionen in den Vertragswerkstätten unverschämt überteuert. Billigstes Motoröl wird wucherhaft teuer verkauft (obwohl das alte Öl noch vollkommen ok ist). Der neuste Hit ist diese Betrugsflüssigkeit Adblue bei VW. Huch, die Batterie kann nach 2 Jahren schon mal kaputt gehen, ist ja Verschleiß. Nee, ihr Modell ist nicht betroffen von dem Diesel-Problem. Alles nur noch komplette Abzocke...
Big Duke 07.12.2017
2. Kündigungsfrist
Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat nach Erhalt der Rechnung. Vier Wochen sind etwas ganz anderes.
Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat nach Erhalt der Rechnung. Vier Wochen sind etwas ganz anderes.
RobMcKenna 07.12.2017
3.
Und Ihr Rant hat jetzt genau was mit dem Thema des Artikels zu tun? Aber Hauptsache, mal wieder ein paar Stammtischparolen 'rausgehauen...
Zitat von Fuxx2000Ist mittlerweile ein Investitionsobjekt für die Automobilwirtschaft selbst geworden und nicht für die Kunden. Es müssen nur genügend Autos in den Markt gedrückt werden, die dann Schäden haben die völlig überteuert repariert werden. Dazu sind die Wartungen und Inspektionen in den Vertragswerkstätten unverschämt überteuert. Billigstes Motoröl wird wucherhaft teuer verkauft (obwohl das alte Öl noch vollkommen ok ist). Der neuste Hit ist diese Betrugsflüssigkeit Adblue bei VW. Huch, die Batterie kann nach 2 Jahren schon mal kaputt gehen, ist ja Verschleiß. Nee, ihr Modell ist nicht betroffen von dem Diesel-Problem. Alles nur noch komplette Abzocke...
Und Ihr Rant hat jetzt genau was mit dem Thema des Artikels zu tun? Aber Hauptsache, mal wieder ein paar Stammtischparolen 'rausgehauen...
wolke:sieben 07.12.2017
4. Abgesprochen
Hier sollte mal das Kartellamt eingreifen, nach meiner Meinung werden hier zwischen den Versicherungen Absprachen gehalten, wie kann es sonst sein, dass die meisten Versicherungen Beitragserhöhungen beschließen ?
Hier sollte mal das Kartellamt eingreifen, nach meiner Meinung werden hier zwischen den Versicherungen Absprachen gehalten, wie kann es sonst sein, dass die meisten Versicherungen Beitragserhöhungen beschließen ?
kezia_BT 07.12.2017
5. Autofahren kann nicht teuer genug sein
aber die Leute fahren, fahren, fahren. Hoffentlich ist bald die Schmerzgrenze erreicht.
aber die Leute fahren, fahren, fahren. Hoffentlich ist bald die Schmerzgrenze erreicht.

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