Wirtschaft

Tipps und Tricks

So gelingt der Plastikverzicht

Jeder Deutsche produziert durchschnittlich 37 Kilogramm Plastikmüll im Jahr. Dabei gibt es einfache Mittel und Wege, den Konsum im Alltag zu reduzieren. Hier finden Sie Tipps.

DPA

Verpackungsfreier Supermarkt in Dresden

Von
Mittwoch, 14.02.2018   09:50 Uhr

Wo kann ich plastikfrei einkaufen?

Obst, Gemüse und Backwaren kann man im Supermarkt lose oder auf dem Wochenmarkt direkt bei regionalen Erzeugern kaufen. Eine weitere Möglichkeit sind Biokisten mit frischem Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln, die man bei Bauern aus der Umgebung abonnieren und sich regelmäßig nach Hause liefern lassen kann. In vielen größeren Städten gibt es mittlerweile verpackungsfreie Supermärkte, die auch plastiklose Pflegeprodukte wie Zahnkreide und Seife im Angebot haben. Hier gibt es eine Übersicht.

Worauf muss ich beim Einkauf achten?

Am besten, man nimmt beim Einkauf eigene Gefäße wie zum Beispiel Alu- oder Edelstahlboxen mit. Hier kann man sich an der Frischetheke Käse, Oliven und Co. ohne Folie einpacken lassen. Ansonsten sollte man darauf achten, Produkte in Glas oder Papier anstatt Tetra Pak und Plastik zu kaufen. Die Einkäufe dann im Stoffbeutel oder Korb transportieren und auf die Tragetüte aus Plastik verzichten. Mehr Tipps gibt zum Beispiel die Autorin Hannah Sartin, die gar keinen Müll produziert.

Wie schwierig ist der Umstieg?

Ein komplett plastikloser Alltag ist nahezu unmöglich, zeigt der Selbstversuch. Dennoch kann man Schritt für Schritt Routinen in seinem Leben ändern und sich für plastikfreie Alternativen entscheiden: Seife statt Duschgel, Jute statt Plastik, Verpackungsmüll reduzieren, einen eigenen Coffee-to-go-Becher nutzen, frisch und nachhaltiger einkaufen.

Was kann ich selber herstellen?

Alle Putzmittel können ganz einfach und plastikfrei selbst hergestellt werden. Dabei sind die wichtigsten Zutaten: Kernseife, Essig, Zitronensäure, Soda und Natron. Für Spülmittel etwa nimmt man 3-4 Teelöffel Kaisernatron, raspelt etwa 10-15 Gramm Kernseife und kocht das Ganze mit 500 Millilitern Wasser auf. Wer mag, kann noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben. Der NABU hat aufgelistet, welche Hausmittel Putz- und Waschmittelzutaten ersetzen.

BBC Doku: Die geheime Welt der Materialien - Plastik

Foto: BBC
insgesamt 25 Beiträge
crazy_swayze 14.02.2018
1.
Ja klar ich fange jetzt an, mein Spülmittel selbst herzustellen, und drehe damit den Fortschritt der arbeitsteiligen Welt um 100 Jahre zurück. Am besten gehe ich auch noch selbst in den Wald, um Pilze zu pflücken, und erstelle [...]
Ja klar ich fange jetzt an, mein Spülmittel selbst herzustellen, und drehe damit den Fortschritt der arbeitsteiligen Welt um 100 Jahre zurück. Am besten gehe ich auch noch selbst in den Wald, um Pilze zu pflücken, und erstelle meine Möbel eigenhändig mit Baumarkt-Ware.
matze_wehlau 14.02.2018
2. Macht Spaß
Wir nehmen das Ganze eher sportlich und freuen uns über jeden kleinen Erfolg. Zuletzt haben wir kleine Netztüten entdeckt, die man mit in den Supermarkt nimmt und darin dann das Obst und Gemüse für die Waage abpackt. Aufkleber [...]
Wir nehmen das Ganze eher sportlich und freuen uns über jeden kleinen Erfolg. Zuletzt haben wir kleine Netztüten entdeckt, die man mit in den Supermarkt nimmt und darin dann das Obst und Gemüse für die Waage abpackt. Aufkleber drauf. Fertig. Dadurch das die Lebensmittel nicht in luftdichten Tüten "schwitzen" müssen, bleiben sie auch ein paar Tage länger frisch und ansehnlich. Immer Gespächsthema an der Kasse. Bisher immer positiv. Erstaunlich war auch wieviel Müll man spart, wenn man Milch und Jogurt in Pfandbechern und Flaschen kauft. Hat man sich daran gewöhnt ist das auch absolut praktisch. Milch schmeckt übrigens besser, wenn sie nicht mit der Plastikfolie im inneren des Tetrapaks in Berührung kommt. Bei Jogurt ist man nicht immer zwangsweise den ganzen Becher. Man kanns ja wieder zuschrauben.
felisconcolor 14.02.2018
3. Wozu
zur Hölle brauche ich überhaupt einen Kaffee aus Togo. Ohne zwei Becher frischen Kaffee gehe ich eh nicht aus dem Haus. Den nächsten gibt es dann im Büro. Die Fahrzeit von 40 Minuten kann ich auch ausnahmsweise mal ohne. Ist [...]
zur Hölle brauche ich überhaupt einen Kaffee aus Togo. Ohne zwei Becher frischen Kaffee gehe ich eh nicht aus dem Haus. Den nächsten gibt es dann im Büro. Die Fahrzeit von 40 Minuten kann ich auch ausnahmsweise mal ohne. Ist schon lustig die lieben Mitarbeiter zu beobachten. EIne Hand das Handy, telefonierend. Andere Hand den Kaffee, schlürfend, dem Telefonpartner ins Ohr. Dritte Hand Aktentasche, Rucksack etc. und mit der vierten Hand dann die Zugangskarte suchen in Tasche Jacke Mantel. Und dann vor lauter Hektik in die Glastür laufen welche sich im Winter nur zur Hälfte öffnet. Das ist Popcornkino vom Feinsten. Und sonst.... Bis ich mir alles plastiklos eingekauft habe ist soviel CO2 produziert... Bei uns muss man solche Produkte nämlich mühsam zusammensuchen. Denn selbst Premiumhersteller füllen mittlerweile auch nur noch in Plastikflaschen ab. Denn Glasflaschen erzeugen nicht nur bei der Anlieferung mehr CO2 pro kg Ladung sondern erfordern auch noch eine explizite unkomprimierte Abfuhr. Irgendwie beisst sich die Katze grad in den Schwanz
Drehmoment 14.02.2018
4. 80er Flashback
Die ganze Mülldiskussion gibt es schon viel länger. In den späten 80ern wurde darüber intensiv diskutiert. Zurecht. Dann wurde mit der Verpackungsverordnung Anfang der 90er den Leuten vorgegaukelt, dass jetzt alles gut sei, [...]
Die ganze Mülldiskussion gibt es schon viel länger. In den späten 80ern wurde darüber intensiv diskutiert. Zurecht. Dann wurde mit der Verpackungsverordnung Anfang der 90er den Leuten vorgegaukelt, dass jetzt alles gut sei, und dass aus ihren Joghurtbechern Parkbänke werden. Eine große Lüge! Nachdem die Politik hier über Jahrzehnte auf ganzer Linie versagt hat, soll ich nun plötzlich, im Jahr 2018, mit der Jutetüte rumlaufen. Eine späte Erkenntnis, nachdem vernünftige Verpackungen fast gänzlich verschwunden sind. Das gesamte Warenwirtschaftssystem ist mittlerweile kompromisslos auf Kunststoffverpackung ausgerichtet, als gäbe es kein Morgen. Von Müllvermeidung ist fast nirgendwo etwas zu erkennen. Und ein paar Freaks, die sich jetzt das Putzmittel selbst mixen, werden das Problem nicht lösen. Ich glaube, am Ende geht es nur über Gesetze und eine Politik, die die Industrie nicht permanent diesbezüglich in Schutz nimmt. Der Verbraucher ist nicht bereit, Akzente zu setzen.
ElOmda 14.02.2018
5. Farce mit Plastikfrei
Und wie kommt das alels in die Märkte und wird in der Kette des Handels transportiert? Wie wäre es denn, wenn man nur Produkte kauft die jahreszeitlich in Deutschland wachsen? Statt Tomaten, Salat, Gurken, frische Früchte [...]
Und wie kommt das alels in die Märkte und wird in der Kette des Handels transportiert? Wie wäre es denn, wenn man nur Produkte kauft die jahreszeitlich in Deutschland wachsen? Statt Tomaten, Salat, Gurken, frische Früchte aller Art, Meeresfrüchte die quer durch Europa transportiert werden um die Kosten zu sparen als sinnlose Transporte verbietet, nicht mehr kauft? Und die Gesetze ändert die dem Wahnsinn erst Tür und Tor öffnen?

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