Wirtschaft
Ausgabe
2/2018

Die Geldfrage

Muss ich Bitcoin-Gewinne versteuern?

Kryptowährungen feierten zuletzt Rekorde, das lockt viele Anleger an. Doch auch Bitcoin-Gewinne müssen dem Finanzamt gemeldet werden. Aber welche Regeln gelten genau?

Getty Images/ Bloomberg

Bitcoin-Händler in Paris

Von
Freitag, 12.01.2018   11:55 Uhr

Das Zocken mit Bitcoins oder anderen Kryptowährungen hat in den vergangenen Monaten manch einem risikofreudigen Anleger Gewinne beschert. Weil Kryptowährungen in Deutschland kein gesetzliches Zahlungsmittel sind, werten die Finanzämter den Handel mit Cyber-Geld als privates Veräußerungsgeschäft. Anders als bei Wertpapieren unterliegen solche Geschäfte nicht der Abgeltungsteuer, Gewinne müssen wie bei anderen Vermögensgegenständen - etwa Kunstwerken, Antiquitäten oder Immobilien - in der Anlage Sonstige Einkünfte (SO) der Steuererklärung angegeben werden.

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Aus dem SPIEGEL

Heft 2/2018
Frauen, Männer und alles andere
Geschlechterrollen und Sexualität 2018

Es kommt allerdings darauf an, wie lange der Käufer seine Bitcoins behält. Verkauft er erst nach mehr als einem Jahr, kann er einen möglichen Gewinn steuerfrei vereinnahmen. Verkauft ein Anleger seine Bitcoins innerhalb der Spekulationsfrist, muss er den Gewinn mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Es sei denn, der Gewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften liegt unter der Freigrenze von 600 Euro. So viel können Anleger steuerfrei vereinnahmen. Wird die Grenze überschritten, ist der komplette Gewinn zu versteuern.

Mehr zum Thema Steuern

Wer im Bitcoin-Handel Geld verloren hat, kann die Verluste mit Gewinnen aus anderen Veräußerungsgeschäften verrechnen und so möglicherweise Steuern sparen.

Ganz anders ist der Fall beim sogenannten Mining: Wer das virtuelle Geld selbst am Computer mithilfe komplizierter Algorithmen geschaffen hat, muss dabei entstandene Gewinne wie Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb versteuern.

Warum gibt es eine Hunde-, aber keine Katzensteuer? Liest die Bank meine Kontoauszüge? Sind Negativzinsen legal? Haben Sie auch Fragen zum Thema Geld, die viele interessieren? Dann schreiben Sie uns:
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insgesamt 10 Beiträge
Kurt-C Hose 12.01.2018
1. Besteuerung
Cryptowährungen bzw. Gewinne daraus sind private Veräußerungsgeschäfte (Anlage SO). Hier ein Video eines Steuerberaters wie die zu versteuern sind: https://www.youtube.com/watch?v=_geX8HYwKQ4 Zur Berechnung der Besterung [...]
Cryptowährungen bzw. Gewinne daraus sind private Veräußerungsgeschäfte (Anlage SO). Hier ein Video eines Steuerberaters wie die zu versteuern sind: https://www.youtube.com/watch?v=_geX8HYwKQ4 Zur Berechnung der Besterung der Veräußerungsgewinne aus Cryptowährungshandel kann ich die Seite Cointracking empfehlen: https://cointracking.info?ref=S698813
Crom 12.01.2018
2.
Da Bitcoin vom Selbstverständnis her eine Währung und damit Zahlungsmittel ist, verstehe ich nicht, warum man da überhaupt Gewinne realisieren und dann versteuern muss. Angeblich kann man sich damit ja alles kaufen, was man [...]
Da Bitcoin vom Selbstverständnis her eine Währung und damit Zahlungsmittel ist, verstehe ich nicht, warum man da überhaupt Gewinne realisieren und dann versteuern muss. Angeblich kann man sich damit ja alles kaufen, was man braucht.
istdochallesnichtwahr 12.01.2018
3. Cryptobörsen
Mal davon abgesehen das ich in 2017 keine Gewinne hatte die höher als 600.- waren stellt sich mir die Frage sie es mit Cryptoassets (nicht nur Bitcoin) ist die ich auf einer Börse halte? Zum Beispiel habe ich auf Binance diverse [...]
Mal davon abgesehen das ich in 2017 keine Gewinne hatte die höher als 600.- waren stellt sich mir die Frage sie es mit Cryptoassets (nicht nur Bitcoin) ist die ich auf einer Börse halte? Zum Beispiel habe ich auf Binance diverse Altcoins deren Wert sich minütlich ändert. Innerhalb weniger Tage geht es von Gewinn- in die Verlustzone, Volatilität sei dank. Wann mache ich dort denn Kassensturz? Einfach zum 31.12.18 alles in Euro tauschen und dann den Gewinn versteuern?? Oder gilt der imaginäre Gewinn in Eur/Dollar zum Zeitpunkt X? Und wenn ich die Assets gar nicht in Euro tausche und auf mein SEPA Konto verschiebe, muss ich dann trotzdem versteuern? Und wenn ja zu welchem Kurs?
Bernd.Brincken 12.01.2018
4. Währungen & Gewinne
Eine Währung ist per se kein Geschäft. Was gilt, wenn man mit Handel kurzfristig Geld verdient, steht im Artikel: Haltefrist von mehr als einem Jahr: steuerfrei. Wer Bitcoin keinen weiteren Wertzuwachs zumutet, möge sich [...]
Zitat von Kurt-C HoseCryptowährungen bzw. Gewinne daraus sind private Veräußerungsgeschäfte (Anlage SO). Hier ein Video eines Steuerberaters wie die zu versteuern sind: https://www.youtube.com/watch?v=_geX8HYwKQ4 Zur Berechnung der Besterung der Veräußerungsgewinne aus Cryptowährungshandel kann ich die Seite Cointracking empfehlen: https://cointracking.info?ref=S698813
Eine Währung ist per se kein Geschäft. Was gilt, wenn man mit Handel kurzfristig Geld verdient, steht im Artikel: Haltefrist von mehr als einem Jahr: steuerfrei. Wer Bitcoin keinen weiteren Wertzuwachs zumutet, möge sich erkundigen, welche Crypowährung bessere Chancen darauf hat. Cointracking.net ist eine Produktseite.
Ehrlicher1 12.01.2018
5. Das ganze ist nicht so trivial.
Der Handel findet fast ausschließlich zwischen virtuellem Geld statt, ohne Umweg über das Fiat-Geld, wie z.B. EUR oder $. Bitcoins werden in Ether getauscht, diese wiederum in Ripple, danach holt man sich den Dodgecoin. Was ist [...]
Der Handel findet fast ausschließlich zwischen virtuellem Geld statt, ohne Umweg über das Fiat-Geld, wie z.B. EUR oder $. Bitcoins werden in Ether getauscht, diese wiederum in Ripple, danach holt man sich den Dodgecoin. Was ist zu welchem Zeitpunkt wie viel EURO wert? Schöne Beschäftigung für Finanzbeamten. Eigentlich Schwachsinn. Aber die Gier des Staates, immer mehr Steuern zu kassieren, ist halt grenzenlos. Ich wünsche dem virtuellen Geld viel Erfolg. Dann hat endlich die Manipulation über die Zentralbanken ein Ende.

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