Wirtschaft

US-Präsident

"Die Fed ist verrückt geworden"

Der New Yorker Aktienmarkt hat am Mittwoch einen seiner bisher schlimmsten Tage im Jahr 2018 erlebt. US-Präsident Trump nutzt das zum erneuten Angriff auf die Fed - sie mache einen Fehler.

Foto: AFP
Donnerstag, 11.10.2018   04:28 Uhr

Nach den schweren Verlusten am US-Aktienmarkt hat Präsident Donald Trump erneut gegen die Notenbank Federal Reserve (Fed) ausgeteilt. "Ich denke, dass die Fed einen Fehler macht", sagte Trump am Mittwoch auf die Frage eines Journalisten nach dem heftigen Kursrückgang an der Wall Street. Die Notenbank fahre geldpolitisch einen zu straffen Kurs. "Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte Trump vor einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania.

Der New Yorker Aktienmarkt erlebte am Mittwoch einen seiner bisher schlimmsten Tage im Jahr 2018. Der Leitindex Dow Jones brach um 3,15 Prozent auf 25.598,74 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P sackte um 3,29 Prozent auf 2785,68 Punkte ab - der größte Tagesrückgang seit Februar. Und der technologielastige Nasdaq, der Anfang Oktober mit etwas über 7700 Punkten noch eine Bestmarke erreicht hatte, brach um 4,44 Prozent auf 7044,50 Punkte ein - dies war der höchste Tagesverlust in diesem Jahr.

Der sich fortsetzende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Furcht vor weiter steigenden Zinsen am US-Anleihenmarkt setzten den Kursen erneut zu und verstärkten damit die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwärtsdynamik.

Kommentar zum Thema

Trump hatte die US-Geldpolitik bereits zuvor wiederholt öffentlich kritisiert, was für US-Präsidenten ungewöhnlich ist. Ende September meldete er sich zu Wort, nachdem die Fed die Leitzinsen zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben hatte: "Leider haben sie die Zinsen gerade wieder erhöht. Ich bin darüber nicht glücklich."

Trump befürchtet, dass die Notenbank den US-Wirtschaftsboom abwürgen könnte. Fed-Chef Jerome Powell betonte aber jüngst die Unabhängigkeit der Notenbanker: "Wir berücksichtigen keine politischen Faktoren."

aar/dpa/AFP

insgesamt 56 Beiträge
dasfred 11.10.2018
1. Zum Glück trifft Donald keine Schuld
All seine wirtschaftlichen Höchstleistungen macht diese böse Fed zunichte, nur weil sie Trump schaden wollen. Morgen kommt wahrscheinlich die Nachricht, dass der beste Dealmaker aller Zeiten sofort neue Dollars drucken lässt, [...]
All seine wirtschaftlichen Höchstleistungen macht diese böse Fed zunichte, nur weil sie Trump schaden wollen. Morgen kommt wahrscheinlich die Nachricht, dass der beste Dealmaker aller Zeiten sofort neue Dollars drucken lässt, um die Aktionäre für die Verluste zu entschädigen. Es würde zumindest in sein Weltbild passen. Wenn die Börse nicht so funktioniert, wie klein Donald sich das vorstellt, muss man eben das System ändern. Noch hat man ja Mehrheiten und die Justiz wird auch schon auf Linie gebracht.
deb2011 11.10.2018
2. Die 'Federal Reserve' ...
... ist eine private Bank. Und genau so handelt sie auch. Wenn man das ändern will - und ein Staat sollte das in jedem Fall ändern -, dann muss die Bank verstaatlicht werden. Dann würde auch der Name wieder stimmen.
... ist eine private Bank. Und genau so handelt sie auch. Wenn man das ändern will - und ein Staat sollte das in jedem Fall ändern -, dann muss die Bank verstaatlicht werden. Dann würde auch der Name wieder stimmen.
udo l 11.10.2018
3. Trump hatte bereits
zuvor die US-Geldpolitik öffentlich kritisiert, was für US-Präsidenten ungewöhnlich ist- Zitat Ende. Dies passt allerdings genau zu diesem Präsidenten, der nach eigenen Angaben derjenige mit dem größten Gehirn, dem besten [...]
zuvor die US-Geldpolitik öffentlich kritisiert, was für US-Präsidenten ungewöhnlich ist- Zitat Ende. Dies passt allerdings genau zu diesem Präsidenten, der nach eigenen Angaben derjenige mit dem größten Gehirn, dem besten Verstand und größten Erfolg ist. Er äußert sich doch mittlerweile, in zum äußerst Peinlicherweise, zu fast jedem Thema, sei es auch noch so belanglos.
RRR79 11.10.2018
4. ... ist doch alles ganz ganz klar und deutlich benannt worden...
Unverständlich... Trump und seinen minderbemittelten Anhängern ist nicht klar, dass hemmungslose Staatsverschuldung - exorbitantes Herausschmeissen von Steuergelder für Militär, Reiche und Großkonzerne -, ein willkürlich [...]
Unverständlich... Trump und seinen minderbemittelten Anhängern ist nicht klar, dass hemmungslose Staatsverschuldung - exorbitantes Herausschmeissen von Steuergelder für Militär, Reiche und Großkonzerne -, ein willkürlich mit China eskalierter Handelskrieg und sein chaotischer, planloser und zusammenhangloser "Stil" irgendwann dazu führt, den wirtschaftlichen Aufschwung, der von seinem Vorgänger eingeleitet wurde, vollends zu bremsen und zu vernichten. Welch Wunder? Wer hätte das gedacht? Man muss schon besonders beschränkt sein, um sowas nicht zu erkennen. Zumal all sein Reichtum, wie man nun weiß, von Papa vererbt wurde und die Geschichte über seinen Aufstieg zum Milliardär und seine Kompetent als Geschäftsmann alle erstunken und erlogen sind. Papa hat ihm das Geld reingeschoben. Der Mann ist ein TV Kasper und hat seinenReichtum geschenkt/vererbt bekommen, mehr nicht. Trump ist vollkommen inkompetent und für das Amt absolut ungeeignet, er richtet irreparablen Schaden an. Egal, wenn das nur auf US-Bürger Einfluss hätte, die haben den ja gewählt und halten ihn an der Macht. Das Blöde ist halt, seine Idioten-Politik wirkt sich auf den Rest der Welt aus. Und zwar gewaltig. Der Mann soll aus dem Amt verschwinden und zwar plötzlich und sich mit seinen unrechtskonservativen Kumpanen in irgendeine TV-Show als Hass-Showmaster verziehen. Da kann er rumschreien, rumbrüllen und seine Anhänger mit zusammenhangslosen Reden über seine Großartigkeit verzücken. Die Welt braucht diesen Kasper nicht. Die USA auch nicht.
spiegelredaktion24 11.10.2018
5. letztlich hat sich Trump immer durchgesetzt - bis auf China
Am Ende wird die "unabhängige" FED die Zinsen wieder senken. Das Spiel ist doch längst bekannt. Die Investmentbänker mit ihrem Insiderwissen scheffeln nur bei Veränderungen Geld, deswegen muss es diese immer geben. [...]
Am Ende wird die "unabhängige" FED die Zinsen wieder senken. Das Spiel ist doch längst bekannt. Die Investmentbänker mit ihrem Insiderwissen scheffeln nur bei Veränderungen Geld, deswegen muss es diese immer geben. Zinsen hoch, alles abwürgen, günstig kaufen, Zinsen runter, alles teurer, teuer verkaufen. Und alle anderen Notenbanken machen mit. Man sieht aber, dass damit nicht in Infrastruktur und Innovation investiert und letztlich undemokratisch Macht geschaffen und ausgeübt wird. Dummerweise stecken die Amerikaner ihre Zukunft ins Militär, was mit Abstand das ineffizienteste wirtschaftliche Mittel ist trotz eventueller Forschungserfolge ist. China wird in wenigen Jahren in allen Bereichen vorbeigezogen sein, das wird auch Trump nicht mehr verhindern können. China wird die USA des 21. Jahrhunderts werden. Wir sollten unsere Blicke dahin lenken.

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP