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Trump sagt Reise von US-Delegation nach Davos ab

Seine eigene Teilnahme hatte der US-Präsident bereits abgesagt, nun kündigt das Weiße Haus an: Am Weltwirtschaftsforum in Davos wird gar keine amerikanische Delegation teilnehmen. Hintergrund ist der Haushaltsstreit.

Foto: DPA
Freitag, 18.01.2019   10:32 Uhr

Die US-Regierung wird wegen des anhaltenden Haushaltsstreits im Land nun gar keine Delegation zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums nach Davos schicken. Das kündigte die Sprecherin des Weißen Hauses an. Sarah Sanders sagte, aus Rücksicht auf die 800.000 staatlichen Mitarbeiter, die wegen des teilweisen Behördenstillstands derzeit kein Gehalt erhielten, werde auf die Reise nach Davos in der Schweiz verzichtet.

Die Absage soll Sanders zufolge zudem sicherstellen, dass die für die US-Delegation eingeplanten Regierungsmitglieder bei Bedarf Donald Trump in Washington unterstützen könnten.

Trump selbst hatte bereits in der vergangenen Woche seinen Verzicht auf die geplante Reise nach Davos verkündet und den anhaltenden Regierungsstillstand als Grund genannt. Zunächst hatten jedoch unter anderem Außenminister Mike Pompeo, Finanzminister Steven Mnuchin und Wirtschaftsminister Wilbur Ross ihre Reisepläne nicht geändert.

Das Treffen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzelite in Davos findet vom 22. bis 25. Januar statt. Knapp eine Woche vor Beginn seiner Jahrestagung veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum seinen jährlichen Risikobericht - er zeichnet ein verheerendes Bild vom Zustand der Erde. In der Studie heißt es unter anderem: "Globale Risiken nehmen zu. Gleichzeitig schwächt sich der kollektive Wille, sie zu bekämpfen, deutlich, und die Spaltung nimmt zu."

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Der sogenannte Shutdown in den USA dauert nun bereits vier Wochen - es ist der längste in der Geschichte des Landes. Im Kern geht es darum, dass Trump vom Kongress die Bewilligung von 5,7 Milliarden Dollar für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko fordert. Die Demokraten, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus halten und gegen die Mauerpläne sind, lehnen dies ab.

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Am Donnerstag war der Streit um die Finanzierung des US-Haushalts eskaliert: Nachdem die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, Trump vorgeschlagen hatte, seine Rede zur Lage der Nation wegen des Shutdowns zu verschieben, strich Trump der Oppositionsführerin eine geplante Auslandsreise. Pelosi hätte laut Trump mit einer Militärmaschine nach Brüssel, Ägypten und Afghanistan fliegen sollen.

Die Demokratin stimme sicherlich zu, dass es angebracht sei, diese siebentägige "PR-Veranstaltung" zu verschieben, schrieb Trump in einem Brief an Pelosi. Er denke, es sei ohnehin besser, dass sie derzeit in Washington sei, um mit ihm zu verhandeln und den Shutdown zu beenden. Es stehe ihr aber "selbstverständlich" frei, mit einer Linienmaschine zu fliegen.

Ein Sprecher Pelosis warf Trump daraufhin vor, den Charakter der Reise falsch darzustellen. Die Reise hätte nicht eine Woche, sondern ein Wochenende dauern sollen. Ein Besuch in Ägypten sei nicht geplant gewesen. Und ein Zwischenstopp in Brüssel sei notwendig, um dem Piloten eine Pause zu ermöglichen.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 45 Beiträge
mel_low 18.01.2019
1. ...bitte..
...bitte bitte. Wer auch immer das liest: Sperrt sie alle aus. Irgendwann ist doch auch dem dümmsten Menschen klar, dass die Regierung der USA nur noch gierig nach Bodenschätzen ist. Wir sind im Zeitalter der Kommunikation [...]
...bitte bitte. Wer auch immer das liest: Sperrt sie alle aus. Irgendwann ist doch auch dem dümmsten Menschen klar, dass die Regierung der USA nur noch gierig nach Bodenschätzen ist. Wir sind im Zeitalter der Kommunikation angekommen - wenn die USA das nicht wahrhaben möchten, ist das doch nicht das Problem der restlichen Welt. Schnürt ihnen endlich den Hahn ab... oder habt ihr Angst vor deren Armee?
geradsteller 18.01.2019
2. In der Sache nicht falsch, würde es bedeuten:
Bekommt man das Geld für ein Wahlversprechen oder Gehälter seiner Angestellten nicht zusammen, weil die Volksvertreter kindisch zanken, braucht auch keiner durch die Welt zu reisen. Wer kein Geld hat, bleibt daheim;)
Bekommt man das Geld für ein Wahlversprechen oder Gehälter seiner Angestellten nicht zusammen, weil die Volksvertreter kindisch zanken, braucht auch keiner durch die Welt zu reisen. Wer kein Geld hat, bleibt daheim;)
RalfHenrichs 18.01.2019
3. Mal sehen, wie lange die Dems das noch durchhalten
Trump wird nicht einknicken. Schon alleine, weil ihm im Zweifelsfall sein Ansehen egal ist. Und auch die Reps werden ihn nicht überstimmen können. Auch nicht seine Mitarbeiter. Sollten sie es zu sehr versuchen, wird er sie halt [...]
Trump wird nicht einknicken. Schon alleine, weil ihm im Zweifelsfall sein Ansehen egal ist. Und auch die Reps werden ihn nicht überstimmen können. Auch nicht seine Mitarbeiter. Sollten sie es zu sehr versuchen, wird er sie halt rauswerfen. Am Ende braucht Trump Pelosi auch gar nicht. Wenn 19 von 235 Abgeordnete der Dems einknicken und für die Mauer stimmen, um den shut down zu beenden, hat Trump gewonnen.
KingTut 18.01.2019
4. Zukunft
Es geht ja nur um die Zukunft der Menschheit. Die ist halt nicht so wichtig, wie das gekränkte Ego eines pathologischen Narzissten. In die gleiche Kategorie gehört die Streichung der Überseereise von Nancy Pelosi. Es sind [...]
Es geht ja nur um die Zukunft der Menschheit. Die ist halt nicht so wichtig, wie das gekränkte Ego eines pathologischen Narzissten. In die gleiche Kategorie gehört die Streichung der Überseereise von Nancy Pelosi. Es sind nicht die Demokraten, die blockieren, sondern der Mehrheitsführer der Republikaner, der eine Abstimmung im Senat nicht zulässt, weil er weiß, dass eine breite Mehrheit für auch seiner eigenen Partei für ein Ende des Shutdown stimmen würde. Traten frühere Mehrheitsführer auch gegenüber Präsidenten der eigenen Partei selbstbewusst auf, so kann davon unter der derzeitigen Administration keine Rede mehr sein. Sie sind willen- und rückgratlose Erfüllungsgehilfen eines Egomanen und Lügners, der sich Präsident der Vereinigten Staaten schimpft. Diese Leute sollten sich mal überlegen, ob ihr Verhalten mit ihrem Anspruch, konservativ und christlich zu sein, noch in Einklang zu bringen ist.
panzerknacker 51 18.01.2019
5. In
Anberacht der Tatsache, daß die "Verhandlungsergebnisse" alle im Wesentlichen schon vorher feststehen, kann man sich ein solches Treffen, welches eh nur für die Galerie gemacht wird, durchaus sparen. Also: Gute [...]
Anberacht der Tatsache, daß die "Verhandlungsergebnisse" alle im Wesentlichen schon vorher feststehen, kann man sich ein solches Treffen, welches eh nur für die Galerie gemacht wird, durchaus sparen. Also: Gute Entscheidung, Kerosin gespart. Im übrigen kann man solche Veranstaltungen im Zeitalter der elektronischen Medien auch auf fernmündliche Weise abhalten; spart enorme Kosten für die Organisation.

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