Wirtschaft

Vorwurf des Terrorismus

USA verhängen Sanktionen gegen Irans Zentralbankchef

Sie sollen Gelder an die Hisbollah weitergeleitet haben: Die USA haben Sanktionen gegen den Chef und einen weiteren Beamten der iranischen Zentralbank verhängt.

AP

Irans Zentralbankchef Valiollah Seif (August 2017)

Dienstag, 15.05.2018   19:41 Uhr

Die US-Regierung hat weitere Sanktionen gegen Vertreter Irans verhängt. Eine Woche nach der Aufkündigung des Atomabkommens geht das Finanzministerium wegen des Vorwurfs der Unterstützung von Terrorismus mit neuen Strafmaßnahmen unter anderem gegen den Chef der Zentralbank vor. Es sei "abscheulich, aber nicht überraschend", wie selbst der ranghöchste Banker des Landes geholfen habe, Zahlungen von Millionen Dollar an terroristische Gruppen zu ermöglichen, teilte US-Finanzminister Steven Mnuchin mit.

Zentralbankchef Valiollah Seif soll demnach den Kuds-Brigaden geholfen haben, Gelder an die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah zu transferieren. Die Kuds-Brigaden sind die Eliteeinheit der Revolutionsgarden. Die US-Regierung belegt aus dem gleichen Grund auch einen wichtigen Beamten der Zentralbank, Ali Tarzali, sowie das irakische Geldinstitut Al-Bilad Islamic Bank, dessen Eigentümer und einen Hisbollah-Funktionär mit Sanktionen.

Als Folge der Sanktionen wird jeglicher Besitz der betroffenen Personen in den USA eingefroren, US-Bürger oder Firmen dürfen mit ihnen auch keine Geschäfte mehr machen.

Mnuchin fordert internationale Wachsamkeit

Die iranische Zentralbank selbst wurde zunächst nicht mit Strafmaßnahmen belegt. Allerdings sollen alle wegen des Atomabkommens ausgesetzten Sanktionen gegen die Zentralbank noch vor Jahresende wieder eingeführt werden - auch die gegen die Zentralbank.

"Die Vereinigten Staaten werden den immer dreisteren Missbrauch des internationalen Finanzsystems durch Iran nicht gestatten", teilte Mnuchin mit. Die internationale Gemeinschaft müsse wachsam bleiben, um die iranischen Täuschungsmanöver zur Finanzierung terroristischer Aktivitäten aufzudecken, forderte er.

Bereits Ende vergangener Woche hatte das US-Finanzministerium erste neue Sanktionen angekündigt, um die die Geldversorgung der Revolutionsgarden zu unterbinden. Die USA haben die Revolutionsgarden als Terrororganisation eingestuft. Sie versorgen Washington zufolge mit Iran verbündete Terrorgruppen und Milizen, etwa in Syrien und im Libanon.

fdi/dpa

insgesamt 1 Beitrag
maxbeck54 16.05.2018
1. Die USA
haben die Taliban aufgebaut. Sie haben Regierungen gestürzt, indem sie Regierungsgegner finanziert (z.B. Mittelamerika) und unterstützt haben, was definitionsgemäss "Terrorismus" ist. Wenn Iran Terrorismus finanziert, [...]
haben die Taliban aufgebaut. Sie haben Regierungen gestürzt, indem sie Regierungsgegner finanziert (z.B. Mittelamerika) und unterstützt haben, was definitionsgemäss "Terrorismus" ist. Wenn Iran Terrorismus finanziert, was ist dann Saudi Arabien? 9/11 Terroristen waren Saudis. Die Saudis unterstützen den Wahabismus, wo sie können. Und gegen die wird Nichts unternommen. Warum eigentlich? Die USA haben ihre Integrität verloren. Ihre Abmachungen sind das Papier nicht wert, auf dem diese geschrieben stehen. Es wird Zeit, dass wir in Europa endlich auf eigenen Füssen stehen und unseren Weg gehen.

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