Wirtschaft

Plus von 0,3 Prozentpunkten

Spahn kündigt höheren Pflegebeitrag an

Die Bundesbürger müssen sich ab dem kommenden Jahr auf höhere Pflegebeiträge einstellen. Zum 1. Januar 2019 soll der Beitrag um 0,3 Prozentpunkte steigen, kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn an.

DPA

Jens Spahn

Mittwoch, 13.06.2018   12:22 Uhr

Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird im kommenden Jahr deutlich steigen. Zum 1. Januar 2019 gebe es einen zusätzlichen Bedarf von 0,3 Prozentpunkten, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Der Beitragssatz liegt aktuell bei 2,55 Prozent des Bruttoeinkommens, bei Kinderlosen bei 2,8 Prozent. Bei Arbeitnehmern zahlt die Hälfte des Beitrages der Arbeitgeber, aber ohne den Kinderlosenzuschlag.

Mit der geplanten Anhebung könne der Beitragssatz bis 2022 stabil bleiben, sagte Spahn. Ohne die Beitragsanhebung würde sich das Defizit in den kommenden Jahren weiter erhöhen. In der Pflegeversicherung zeichne sich bis Ende des Jahres ein Defizit von mehr als drei Milliarden Euro ab - es liege damit dreimal so hoch wie erwartet. Hintergrund ist eine unerwartet hohe Inanspruchnahme von Pflegeleistungen im Zuge der Reformen der vergangenen zwei Jahre. Angesichts des Mangels an Pflegekräften sollen zudem Tausende Pflegestellen neu geschaffen werden.

Das Defizit war Mitte Mai bekanntgeworden. Spahn hatte daraufhin einen Kassensturz angekündigt.

Der Minister forderte Entlastungen in anderen Sozialversicherungszweigen. Es gebe hier durchaus Spielraum, um Beiträge zu senken, sagte er etwa mit Blick auf die Arbeitslosenversicherung. Hier ist eine Senkung um 0,3 Punkte geplant. Die Union will den Beitrag noch stärker senken.

Video: Pflegenotstand in Deutschland

Foto: SPIEGEL TV

mmq/dpa/Reuters

insgesamt 82 Beiträge
heikovoigthbg 13.06.2018
1. Au weia, das wird eine lange WM...
Normalerweise warten die doch mit sowas bis zum Eröffnungsspiel - da kommt wohl noch einiges mehr dieses Jahr. Mehr Geld für schlechte Leistung - weiter so, CDU. Die SPD zeigt Euch die Richtung auf. Es ist schon paradox, dass [...]
Normalerweise warten die doch mit sowas bis zum Eröffnungsspiel - da kommt wohl noch einiges mehr dieses Jahr. Mehr Geld für schlechte Leistung - weiter so, CDU. Die SPD zeigt Euch die Richtung auf. Es ist schon paradox, dass die CDU immer von denen gewählt werden, die den Pflegenotstand bald am eigenen Leib erfahren werden...
Jucken 13.06.2018
2.
In der einen Tasche rein, aus der anderen Tasche wieder raus.
In der einen Tasche rein, aus der anderen Tasche wieder raus.
blabla55 13.06.2018
3.
Es war mir garnicht bewußt welch große Kreativität in Gesundheitsminister Jens Spahn schlummernd.Kompliment.
Es war mir garnicht bewußt welch große Kreativität in Gesundheitsminister Jens Spahn schlummernd.Kompliment.
viceman 13.06.2018
4. einfach mal
auch die anderen Einkommensarten bei den Beiträgen mit einbeziehen... wäre Mal ein Vorschlag. während Arbeit in Deutschland mit allem max belastet wird, drücken sich 'cuponschneider' und erben ...
auch die anderen Einkommensarten bei den Beiträgen mit einbeziehen... wäre Mal ein Vorschlag. während Arbeit in Deutschland mit allem max belastet wird, drücken sich 'cuponschneider' und erben ...
urbanism 13.06.2018
5. typisch Deutsche Problembehandlung
die typisch Deutsche Problembehandlung. Bevor die Mängel im System analysiert und behoben werden, werden erst einmal die Beiträge erhöht. Die Mehreinnahmen werden natürlich wie bisher, in das marode System gepumpt wobei sich [...]
die typisch Deutsche Problembehandlung. Bevor die Mängel im System analysiert und behoben werden, werden erst einmal die Beiträge erhöht. Die Mehreinnahmen werden natürlich wie bisher, in das marode System gepumpt wobei sich dann jeder wieder fragt wo ist das ganze Geld eigentlich abgeblieben. So lösen wir die Probleme in der Pflege ganz bestimmt.

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