Wirtschaft

Öffentlicher Dienst

Tarifrunde geht am Montag weiter

Annäherungen in Einzelfragen, aber keine grundsätzliche Einigung: Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gehen am Montag weiter. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn.

DPA

Innenminister Horst Seehofer (CSU)

Sonntag, 15.04.2018   20:22 Uhr

Die wohl entscheidende Tarifrunde für den öffentlichen Dienst wird am Montag ab 12 Uhr in Potsdam fortgesetzt. Zum Auftakt der dritten Tarifrunde am Sonntag hatten alle Beteiligten Kompromissfähigkeit signalisiert und ihren Willen bekundet, bis Dienstag zu einem Tarifabschluss zu gelangen.

Es gab Annäherungen in Einzelfragen, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) als Verhandlungsführer des Bundes mitteilte. Insbesondere in der Höhe und der Struktur eines Abschlusses gebe es aber nach wie vor unterschiedliche Positionen.

Im Tarifpoker für knapp 2,3 Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen wurden zunächst Arbeitsgruppen eingesetzt, die für die Verhandlungsführer Annäherungsmöglichkeiten ausloten sollten.

Geführt werden die Verhandlungen von

Sechs Prozent mehr Lohn gefordert

In der vergangenen Woche hatten massive Warnstreiks unter anderem Teile des Nahverkehrs in Deutschland lahmgelegt und den Flugverkehr gestört.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern sechs Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Auszubildende und Praktikanten sollen 100 Euro mehr erhalten. Außerdem fordern die Gewerkschaften eine Pflicht zur Übernahme der Auszubildenden. Die Arbeitgeberseite hatte die Forderungen bisher als unrealistisch zurückgewiesen, ohne ein eigenes Angebot vorzulegen.

wbr/dpa/rtr/AFP

insgesamt 22 Beiträge
einwerfer 15.04.2018
1. Wohl wie immer
Die Schlagzeilen werden lauten "Öffentlicher Dienst bekommt satte 4% mehr", und im Nachsatz folgt dann kleingeschrieben: "die Laufzeit beträgt 24 Monate". Ein simpler Dreisatz, den man den Menschen aber wohl [...]
Die Schlagzeilen werden lauten "Öffentlicher Dienst bekommt satte 4% mehr", und im Nachsatz folgt dann kleingeschrieben: "die Laufzeit beträgt 24 Monate". Ein simpler Dreisatz, den man den Menschen aber wohl nicht mehr zutraut, zeigt dann: effektive Lohnerhöhung von 2% per anno, nominal. Das Risiko der Entwicklung der Inflationsrate trägt alleine der Arbeitnehmer.
Ehrlicher1 15.04.2018
2.
Ich tippe auf ein anderes Ergebnis, nämlich 6% mehr. Aber!! Ein Teil dieser 6% werden in Form einer Einmalzahlung gewährt. Diese darf aber nicht in die 6% mehr eingerechnet werden, da sie halt nur ein einziges Mal gilt. Ab dem [...]
Ich tippe auf ein anderes Ergebnis, nämlich 6% mehr. Aber!! Ein Teil dieser 6% werden in Form einer Einmalzahlung gewährt. Diese darf aber nicht in die 6% mehr eingerechnet werden, da sie halt nur ein einziges Mal gilt. Ab dem nächsten Monat fällt man wieder zurück. Dieser Taschenspielertrick wird immer wieder gerne gemacht, weil man glaubt, die Leute können nicht rechnen. Die Journalisten fallen ja auch schließlich jedes Mal darauf rein. Bitte merken: Einmalzahlungen dürfen nicht in die prozentuale Lohnerhöhungen eingerechnet werden!!! Bin mal gespannt, was kommt.
post.scriptum 15.04.2018
3. Wenn die Staatsdiener des öffentlichen Dienstes ...
... nicht endlich wieder angemessen bezahlt und weiterhin von der Privatwirtschaft finanziell abgehängt werden, wird im Staatsdienst kein qualifizierter Nachwuchs mehr anheuern, was angesichts der anstehenden riesigen [...]
... nicht endlich wieder angemessen bezahlt und weiterhin von der Privatwirtschaft finanziell abgehängt werden, wird im Staatsdienst kein qualifizierter Nachwuchs mehr anheuern, was angesichts der anstehenden riesigen Herausforderungen in den nächsten Jahren in Verbindung mit den erhheblichen Pensionierungswellen verheerende Auswirkungen haben wird.
vonschnitzler 15.04.2018
4. auch im ÖD...
Verdi und die andere Gewerkschaft haben gerade einen Vertrag ausgehandelt bei dem ich, das darf ich mal so sagen, wieder gut weggekommen bin - denn ich gehöre zu den glücklichen Angestellten, die eh schon nicht so schlecht [...]
Verdi und die andere Gewerkschaft haben gerade einen Vertrag ausgehandelt bei dem ich, das darf ich mal so sagen, wieder gut weggekommen bin - denn ich gehöre zu den glücklichen Angestellten, die eh schon nicht so schlecht verdienen. Trotzdem kann ich die Selbstbeweihräucherungen von Verdi kaum aushalten. Warum, fällt bitte meine Erhöhung in Euro mehr als doppelt so hoch aus, wie die in der untersten Lohngruppe? Bis zur obersten ist es sogar Faktor drei - das ist für jemanden, der Prozentrechnung kann, nicht schwer auszurechnen und selbst wenn diese Fähigkeit nicht gegeben ist, kann man doch einen Brutto-Netto-Rechner bedienen. Gleichzeit wird gejammert, dass die Gehaltsschere auseinander geht... ich verstehe das nicht. Dazu noch Klassenkampf-Sprüche von Verdi als wenn unser Gehalt sonst in die Dividende von reichen Aktionären geht. Sind in der Gewerkschaft nur Leute organisiert die in den oberen Lohngruppen zu finden sind? Gerne werden Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen oder (dienstgradmäßig) kleine Polizisten als Beispiele genannt, warum die Erhöhung nötig wird - die haben aber am Ende wieder am wenigsten davon.
tonhalle 15.04.2018
5. Abgekartet, schon wieder!
Bitte Herr Bsirske, hören Sie endlich auf Forderungen alleine von der Mehrheit der weniger gut Verdienenden abhängig zu machen. Von Außen betrachtet nutzen die Streiktage eh nur den Arbeitgebern in diesem wenig effizienten [...]
Bitte Herr Bsirske, hören Sie endlich auf Forderungen alleine von der Mehrheit der weniger gut Verdienenden abhängig zu machen. Von Außen betrachtet nutzen die Streiktage eh nur den Arbeitgebern in diesem wenig effizienten Umfeld. Da sind ca. 0,4% der Lohnerhöhung schon gespart. Dieses Poltern um schließlich dann ein Abschluss im Bereich des Inflationsausgleichs, das deutet sich ganz offensichtlich an. Wenn das so kommen sollte, dann ist das an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten, dann hat Ver.di das moralische Recht endgültig verspielt, diese 2,3 Mio. Menschen zu vertreten. Sie sagten „zu den Metallern aufschließen“ lassen Sie sich daran messen und treten zurück, wenn die 6% für 12 Monate nicht kommen. Und lassen Sie diese 200€, das ist realitätsfern!

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