Wirtschaft

Konkurrieren gegen China

Minister Altmaier will Batteriefertigung offenbar mit Milliarden stützen

Damit VW und Co. bei Elektroautos nicht den Anschluss verlieren, plant das Bundeswirtschaftsministerium eine Batterieoffensive. Eine Region in Deutschland könnte besonders profitieren.

DPA

Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für Wirtschaft und Energie

Mittwoch, 10.10.2018   18:42 Uhr

Die Planungen für eine Fertigung von Batteriezellen in Deutschland nehmen offenbar Gestalt an. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will laut einem Bericht des "Tagesspiegels" am 13. November ein Industriekonsortium vorstellen, das eine entsprechende Fabrik baue. Die Bundesregierung werde dafür eine Milliarde Euro als Anschubfinanzierung bereitstellen.

Ziel von Altmaiers Plänen ist, dass Deutschland im Bereich Elektromobilität nicht abgehängt wird. Batteriezellen sind das Herzstück von Elektroauto-Batterien und gelten als Schlüsseltechnologie. Sie werden bislang fast ausschließlich von asiatischen Unternehmen produziert: Neun von zehn Elektroautos fahren mit Batterien aus Fernost. Jüngst hat ein chinesischer Hersteller Erfurt als Standort eines neuen Werkes erkoren, und die Kanzlerin sagte, wenn der chinesische Investor nach Europa komme, sei es gut, wenn dies in Deutschland stattfinde. Den deutschen Autoherstellern drohe ein Schicksal als reine Blechbieger, so die Befürchtung der Batteriezellen-Befürworter.

Zweite Zellenfabrik in der Lausitz

Eine zweite Zellenfabrik will Altmaier dem Bericht zufolge mit einer weiteren Milliarde fördern und in der Lausitz ansiedeln. Der Bund sowie Brandenburg und Sachsen bemühen sich um die Ansiedlung neuer Industriebetriebe in der Region, da dort die Braunkohleförderung ausläuft.

Der Zellenhersteller Varta Microbattery sowie die Kölner Ford-Werke sollen laut "Tagesspiegel" zum Konsortium gehören. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte die Zahlen und Namen von Partnern nicht bestätigen. "An Spekulationen können wir uns nicht beteiligen", hieß es.

sth/Reuters

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