Wirtschaft

Daimler-Großaktionär

Li Shufu ruft Autobranche zu Kooperationen auf

Sein Einstieg bei Daimler als größter Aktionär sorgte im Februar für Aufsehen. Nun hat sich Li Shufu zur Zukunft der Autoindustrie geäußert. Der Chinese spricht sich für "umfangreiche Allianzen" aus.

REUTERS

Li Shufu

Montag, 16.04.2018   16:29 Uhr

Daimlers neuer Großaktionär Li Shufu hat die Autoindustrie zu mehr Kooperationsbereitschaft aufgerufen, um dem Wandel in der Branche zu begegnen. "Wir müssen aktiv die Möglichkeit umfangreicher Allianzen ausloten, anstatt uns der Realität zu entziehen und den Kopf in den Sand zu stecken", schreibt der chinesische Milliardär in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Der Gründer des Autokonzerns Geely, zu dem auch Volvo gehört, hatte im Februar überraschend auf einen Schlag knapp zehn Prozent der Daimler-Anteile erworben. Unter Verweis auf Volvo betonte Li zugleich, wie wichtig bei aller Kooperationsbereitschaft der Schutz der Marken- und Produktunabhängigkeit sei.

Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt verändere die Geschäftswelt. "In der Automobilindustrie bedeutet dies den Übergang zu einem Plattform-Geschäftsmodell, in dem die Technologie zunehmend geteilt wird", so Li. Unternehmen, die weiterhin ausschließlich auf eigene Entwicklungen setzen, würden von "den wenigen verbleibenden Giganten verschlungen, während diejenigen, die ihre gemeinsamen Stärken bündeln, die Zukunft gewinnen werden".

Es gebe aber Möglichkeiten, Partnerschaften und Kooperationen gemäß der Marktlage zu erkunden. Eine respektvolle Zusammenarbeit, die die gegenseitige Unabhängigkeit anerkenne, biete einen neuen Weg, den Wandel zu meistern. "Mit offenen Diskussionen - fair, transparent und gesetzeskonform - können wir Investoren und Aktionären eine langfristige Rendite bieten", schreibt Li.

bam/dpa

insgesamt 11 Beiträge
Havel Pavel 16.04.2018
1. Damit dürfte er wohl recht behalten
In der Automobiliindustrie wird es wohl künftig zu mehr technologischer Zusmmenarbeit kommen, um sich der Marktsituation erfolgreich stellen zu können. Die Gepflogenheiten, dass jeder einzelne so ganz nach Wunsch sein Süppchen [...]
In der Automobiliindustrie wird es wohl künftig zu mehr technologischer Zusmmenarbeit kommen, um sich der Marktsituation erfolgreich stellen zu können. Die Gepflogenheiten, dass jeder einzelne so ganz nach Wunsch sein Süppchen kochen kann, werden zuehmend weniger werden, weil es sich nicht mehr rechnen wird. Es wird wohl ähnlich ablaufen wie es sich in der IT Branche zugetragen hat.Zum Teil handeln ja bereits einige Konzerne, wie etwa Volkswagen nach diesem Vorbild und haben auch schon bereits angekündigt dies weiter zu intensivieren.
darthmax 16.04.2018
2. Nö
wir wollen Wettbewerb, keine Allianzen. Die Zahl der Hersteller weltweit ist schon übersichtlich genug.
wir wollen Wettbewerb, keine Allianzen. Die Zahl der Hersteller weltweit ist schon übersichtlich genug.
From7000islands 16.04.2018
3. Traue keinem Chinesen...
...ist der oft gehörte Spruch auf den Philippinen. Der philippinische Präsident sagte unlängst in etwa: die Amerikaner haben uns wegen unserer Unwichtigkeit zu einer chinesischen Provinz degradieren lassen.- In der Tat ist die [...]
...ist der oft gehörte Spruch auf den Philippinen. Der philippinische Präsident sagte unlängst in etwa: die Amerikaner haben uns wegen unserer Unwichtigkeit zu einer chinesischen Provinz degradieren lassen.- In der Tat ist die nationale Fluggesellschaft mehrheitlich chinesisch, die grössten und meisten Einkaufszentren sind chinesisch, Banken und philippinische Ressourcen sind chinesisch dominiert, ganz abgesehen vom Aufbau chinesischer künstlicher Inseln in der Nähe der Philippinen, die dann Hoheitsgebiete um sich herum beanspruchen, um damit die wichtigen Schiffahrtsrouten und Fischgründe zu kontrollieren, die bis vor wenigen Jahren die wirtschaftliche Grundlage Philippinischer Fischer waren. Was Deutschland und die EU den Chinesen als angebliches Entwicklungsland zugestehen, ist an Blindheit zur Selbstzerstörung nicht zu überbieten. Chinesen erobern leise, nicht wie arabische Macho Clans.
issernichsüss 16.04.2018
4. Allianz bedeutet Know-how Transfer. Wohin?
Na wohin wohl?: Als Einbahnstrasse ins Land der Morgenröte! ;-)
Na wohin wohl?: Als Einbahnstrasse ins Land der Morgenröte! ;-)
localpatriot 16.04.2018
5. Li Shufu versteht die Zukunft
Li Shufu lebt in dem Land in welchem die meisten Autos der Welt gebaut werden. Hier die Zahlen für 2016: China 28 Millionen USA 12 Millionen Japan 9 Millionen Deutschland 6 Millionen 2005 fertigten Deutschland und China [...]
Li Shufu lebt in dem Land in welchem die meisten Autos der Welt gebaut werden. Hier die Zahlen für 2016: China 28 Millionen USA 12 Millionen Japan 9 Millionen Deutschland 6 Millionen 2005 fertigten Deutschland und China dieselbe Anzahl an Autos, nämlich 5,7 Millionen. China hat seine Produktion in der Zwischenzeit verfünffacht. Li Shufu war an dieser Entwicklung beteiligt und man sollte ihn ernsthaft anhören. Quelle https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_motor_vehicle_production

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP