Wirtschaft

Abgaswerte

Fiat-Chef reagiert betont gelassen auf Betrugsvorwurf

Nach VW ist nun auch Fiat wegen angeblicher Manipulation von Abgaswerten ins Visier der US-Behörden geraten. Konzernchef Marchionne zeigt sich davon wenig beeindruckt und bekräftigt die Geschäftsziele.

REUTERS

Fiat-Chef Sergio Marchionne

Freitag, 13.01.2017   16:23 Uhr

Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne sieht die Geschäftsziele seines Konzerns durch die Manipulationsvorwürfe von US-Behörden nicht gefährdet. "Ich bekräftige die Ziele des (Geschäfts-)Plans", sagte Marchionne der Zeitung "La Repubblica" auf die Frage, ob das Unternehmen noch wie anvisiert auf Kurs sei.

Am Donnerstag hatte die US-Umweltbehörde EPA dem italienisch-amerikanischen Autobauer wie zuvor schon Volkswagen vorgeworfen, bei Dieselfahrzeugen massiv gegen das Luftreinhaltegesetz verstoßen zu haben. Fiat Chrysler Chart zeigen habe illegal eine Software zur Manipulation von Schadstoffemissionen eingesetzt. Dem Konzern drohe eine Strafe von maximal 4,6 Milliarden US-Dollar. Das Fiat-Management wies die Vorwürfe zurück. Sie kamen nur einen Tag, nachdem sich VW mit den US-Behörden im Dieselskandal auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt hatte.

Der Verdacht gegen Fiat ruft auch europäische Behörden auf den Plan. Ein Sprecher des britischen Verkehrsministeriums sagte, man bemühe sich dringend um weitere Informationen durch die EPA. "Und wir werden auch von dem Hersteller Informationen anfordern mit Blick auf Fahrzeuge auf dem britischen Markt."

Die EU-Kommission forderte Italien zudem dazu auf, gegen Fiat gerichtete Vorwürfe des deutschen Verkehrsministeriums zu entkräften. Das KBA hatte Autos verschiedener Hersteller untersucht, nachdem Volkswagen Betrug bei Abgastests zugegeben hatte. Dabei fiel dem Amt eine Software von Fiat Chrysler auf.

dab/dpa/Reuters

insgesamt 25 Beiträge
Tobi86 13.01.2017
1.
Eine Software fiel nicht auf. Es fiel einfach nur auf, dass nach 22 Minuten keine Abgasreinigung mehr erfolgte. Die Tests dauern lediglich 20 Minuten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Eine Software fiel nicht auf. Es fiel einfach nur auf, dass nach 22 Minuten keine Abgasreinigung mehr erfolgte. Die Tests dauern lediglich 20 Minuten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Björn L 13.01.2017
2. US geführte Regulierung
Sicherlich hat VW betrogen und andere ebenfalls, Auffälig ist jedoch, dass stets überwiegend ausländische Unternehmen zur Kasse gezwungen werden, dabei sind die USA alles andere als ein Vorbild fürs Weltklima. Testest doch mal [...]
Sicherlich hat VW betrogen und andere ebenfalls, Auffälig ist jedoch, dass stets überwiegend ausländische Unternehmen zur Kasse gezwungen werden, dabei sind die USA alles andere als ein Vorbild fürs Weltklima. Testest doch mal US-Fahrzeuge auf deren Wahrheitsgehalt, dann endet auch die Ära der Strafzahlungen aus Europa.
brendan33 13.01.2017
3. Alle werden auffliegen,...
...denn EU6 ist mit den bisherigen Techniken nicht erreichbar. Jedenfalls nicht CO2 und NOx gleichzeitig.
...denn EU6 ist mit den bisherigen Techniken nicht erreichbar. Jedenfalls nicht CO2 und NOx gleichzeitig.
tpro 13.01.2017
4.
Nur ist es aber so, daß Sie US-Fahrzeuge in Europa fast mit der Lupe suchen müssen.
Zitat von Björn LSicherlich hat VW betrogen und andere ebenfalls, Auffälig ist jedoch, dass stets überwiegend ausländische Unternehmen zur Kasse gezwungen werden, dabei sind die USA alles andere als ein Vorbild fürs Weltklima. Testest doch mal US-Fahrzeuge auf deren Wahrheitsgehalt, dann endet auch die Ära der Strafzahlungen aus Europa.
Nur ist es aber so, daß Sie US-Fahrzeuge in Europa fast mit der Lupe suchen müssen.
DerBlicker 13.01.2017
5. doch das geht
Tests des ADAC und von AutoMotorundSport im Realbetrieb haben bewiesen, dass der Mercedes E220d und Golf 7 TDI und Audi A3 TDI die NOx Grenzwerte von EU6 auch im Realbetrieb auf der Straße einhalten. Der CO2 Ausstoß hängt [...]
Zitat von brendan33...denn EU6 ist mit den bisherigen Techniken nicht erreichbar. Jedenfalls nicht CO2 und NOx gleichzeitig.
Tests des ADAC und von AutoMotorundSport im Realbetrieb haben bewiesen, dass der Mercedes E220d und Golf 7 TDI und Audi A3 TDI die NOx Grenzwerte von EU6 auch im Realbetrieb auf der Straße einhalten. Der CO2 Ausstoß hängt ohnehin zu 90 % vom Gasfuß des Fahrers ab.

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