Wirtschaft

Weltgrößter Hedgefonds

Bridgewater wettet gegen 13 Dax-Konzerne

Er sorge sich wegen eines möglichen Abschwungs, sagt Bridgewater-Gründer Ray Dalio. Zugleich wettet sein Hedgefonds mit Milliarden auf Kursverluste bei deutschen und anderen europäischen Großkonzernen.

AP

Bridgewater-Gründer Ray Dalio

Mittwoch, 14.02.2018   12:51 Uhr

Der Hedgefonds Bridgewater setzt auf Kursverluste deutscher Top-Konzerne. Seit Ende Januar hat der Investor Leerverkaufspositionen bei zahlreichen Dax-Konzernen aufgebaut, darunter Deutsche Bank Chart zeigen , Allianz Chart zeigen , BASF Chart zeigen und Siemens Chart zeigen . Das geht aus Veröffentlichungen im Bundesanzeiger hervor. Demnach beliefen sich die Wetten auf Kursverluste bei insgesamt 13 Dax-Konzernen zuletzt auf fast sechs Milliarden Euro.

Bei Leerverkäufen leihen Investoren sich Aktien, um diese zu verkaufen. Dabei hoffen sie, die Papiere bis zum Ende der Ausleihfrist billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen zu können.

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Erklärgrafiken: So funktionieren Leerverkäufe

Allein bei Siemens hat Bridgewater aktuell rund 800 Millionen Euro eingesetzt. Laut Bundesanzeiger hielt der Hedgefonds am Montag Leerverkaufs-Positionen im Volumen von 0,86 Prozent des Grundkapitals von Siemens. Bei der Deutschen Bank waren es 0,78 Prozent, bei der Allianz 0,87 Prozent, bei BASF 0,84 Prozent. In den anderen europäischen Ländern liegen die Leerverkaufspositionen von Bridgewater meist zwischen 0,5 und 0,8 Prozent.

Auch in Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien hat Bridgewater Milliarden Euro im Feuer. So setzt der Hedgefonds unter anderem auf Kursverluste beim französischen Ölkonzern Total Chart zeigen , beim Lebensmittelkonzern Danone Chart zeigen sowie den Großbanken BNP Paribas Chart zeigen und Société Générale Chart zeigen . Insgesamt hält der Hedgefonds in Frankreich Leerverkaufspositionen im Wert von fast vier Milliarden Euro.

Vor den Wahlen in Italien am 4. März wettet Bridgewater insbesondere gegen italienische Finanzwerte. Hier hält der Hedgefonds Leerverkaufspositionen unter anderem bei Intesa Sanpaolo Chart zeigen , Unicredit Chart zeigen und Finecobank. In den Niederlanden setzt Bridgewater mehr als eine Milliarde Euro auf Kursverluste etwa bei der Großbank ING Chart zeigen , bei der Supermarktkette Ahold Chart zeigen und dem Chip-Ausrüster ASML Chart zeigen . In Spanien sind unter anderem die Großbanken BBVA Chart zeigen und Santander Chart zeigen sowie Iberdrola Chart zeigen betroffen.

Die Konjunktur sei in der Spätphase des Aufschwungs, schrieb Bridgewater-Gründer Ray Dalio am Montag auf seiner Linked-In-Seite. "Wir wissen nicht genau, wie weit die Aktienmärkte und dann die Wirtschaft vom Gipfel entfernt sind, aber es ist klar, dass die Anleihenmärkte den Gipfel überschritten haben", schrieb Dalio. "Ich sorge mich darum, wie der nächste Abschwung aussehen wird, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass er bald kommen wird."

mmq/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
mm12345 14.02.2018
1. Hoffe sehr er fällt auf die Nase
Leerverkaufende Hedgefonds versuchen immer dasselbe Prinzip: Leerverkäufe tätigen, drüber reden, dazu Bedenken über nahenden Abschwung, etc. Kurz alles, was mögliche Aktienkäufer verunsichern könnte und damit die Kurse [...]
Leerverkaufende Hedgefonds versuchen immer dasselbe Prinzip: Leerverkäufe tätigen, drüber reden, dazu Bedenken über nahenden Abschwung, etc. Kurz alles, was mögliche Aktienkäufer verunsichern könnte und damit die Kurse drückt. Zum Schluss kassieren.
nuramnoergeln 14.02.2018
2. Und wenn die Wette nicht aufgeht..
werden die Verluste an den Staat weitergegeben, weil man ja sonst pleite geht und systemrelevant sei. Solche Wetten gehören streng reglementiert und besteuert.
werden die Verluste an den Staat weitergegeben, weil man ja sonst pleite geht und systemrelevant sei. Solche Wetten gehören streng reglementiert und besteuert.
MarkusH. 14.02.2018
3. Aktienkauf ist OK
aber dieses Wettbüro auf sinkende oder steigende Kurse? das hat nichts mehr mit dem Grundgedanken der Aktien zu tun
aber dieses Wettbüro auf sinkende oder steigende Kurse? das hat nichts mehr mit dem Grundgedanken der Aktien zu tun
noalk 14.02.2018
4. Ich sorge mich darum ...
So so. Er sorgt sich. Leerverkäufe: Wenn zwei Personen einen leeren Aufzug verlassen, müssen zwei Personen einsteigen, damit der Aufzug leer ist. Es wird Zeit, dass solche Geschäfte der Glücksspieilsteuer unterworfen werden. [...]
So so. Er sorgt sich. Leerverkäufe: Wenn zwei Personen einen leeren Aufzug verlassen, müssen zwei Personen einsteigen, damit der Aufzug leer ist. Es wird Zeit, dass solche Geschäfte der Glücksspieilsteuer unterworfen werden. Ich frage mich auch, wer eigentlich so blöd ist, gegen diese Wetten gegenzuhalten. Irgenwer muss diesem Mann ja seine Aktien leihen.
marcohass 14.02.2018
5. Unseriös und schädlich
Diese Art von Wetten haben schon so vielen Menschen Leid zugefügt und Schäden angerichtet. Es gibt wirklich keine Rechtfertigung dafür, dass ein paar Wenige so viele Menschen existentiell bedrohen oder gar auslöschen können, [...]
Diese Art von Wetten haben schon so vielen Menschen Leid zugefügt und Schäden angerichtet. Es gibt wirklich keine Rechtfertigung dafür, dass ein paar Wenige so viele Menschen existentiell bedrohen oder gar auslöschen können, nur weil persönlicher Profit und Gier die Motive sind. Das schlimmste ist, dass Wissenschaft und Politik dies wissen und nichts tun. Obwohl die meisten PolitikerInnen durch ihren demokratischen Aufrag die Völker der Welt repräsentieren, meinen sie trotzdem diesem Molloch diese Macht zu lassen. Auf Kosten ihren eigenen Bürger.

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