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EU untersagt Milliardenfusion von O2 und Hutchison

Rückschlag für den Mobilfunkanbieter Hutchison: Die Chinesen dürfen das Großbritannien-Geschäft des spanischen Anbieters Telefónica nicht übernehmen. Die Wettbewerbshüter befürchteten höhere Kosten.

REUTERS

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Mittwoch, 11.05.2016   16:02 Uhr

Die EU-Wettbewerbshüter haben die milliardenschwere Übernahme des Großbritannien-Geschäfts von Telefónica (O2) durch den Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong untersagt.

Die rund 13 Milliarden Euro schwere Fusion zu den geplanten Bedingungen zu genehmigen, hätte den britischen Verbrauchern und dem dortigen Mobilfunksektor geschadet, begründete EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ihre Entscheidung.

"Wir hatten starke Bedenken, dass die Verbraucher bei der Suche nach einem passenden Mobilfunkpaket weniger Auswahl gehabt hätten und mehr hätten zahlen müssen." Zudem wären Innovationen und der Ausbau der Netzinfrastruktur im Vereinigten Königreich behindert worden, sagte Vestager.

Brüssel verbietet selten Fusionen

Fusionsverbote sind in Brüssel vergleichsweise selten. Falls es Bedenken der Wettbewerbshüter gibt, versuchen Unternehmen in der Regel, mit Verhandlungen und Zugeständnissen - etwa dem Verkauf von Konzernteilen - für Zustimmung zu sorgen.

Three gehört zum Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong, O2 zu Telefónica UK. Laut Kommission wäre mit dem Zusammenschluss ein neuer Marktführer in Großbritannien entstanden. Es wären nur noch zwei große Konkurrenten übrig geblieben, Vodafone und Everything Everywhere von BT (British Telecom).

Die Wettbewerbshüter hatten bereits im vergangenen Oktober eine besonders gründliche Prüfung des Vorhabens begonnen. Der chinesische Konzern Hutchison wird von Li Ka-shing kontrolliert, der als reichster Mann Asiens gilt.

Telefónica will trotz des gescheiterten Verkaufs an seinen finanziellen Zielen festhalten. Auch an dem geplanten Abbau von Schulden und an der Dividendenpolitik werde sich nichts ändern, teilte das Unternehmen nach der Entscheidung mit. Die Einnahmen aus dem nun abgesagten Verkauf der britischen Tochter sollten unter anderem dazu dienen, den Schuldenberg abzubauen, der Ende 2015 rund 50 Milliarden Euro betragen hatte.

brt/Reuters/dpa

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