Wirtschaft

Forderung der EU-Kommission

O2 will für E-Plus-Übernahme Netze abgeben

Eine Megaübernahme auf dem deutschen Mobilfunkmarkt rückt näher: Telefónica Deutschland will einen Teil seiner Netze an einen deutschen Wettbewerber abgeben. Im Gegenzug hofft der O2-Mutterkonzern, dass die EU-Kommission den Kauf von E-Plus erlaubt.

DPA

E-Plus-Handy mit Telefónica-Logo: Megaübernahme wird wahrscheinlicher

Mittwoch, 25.06.2014   16:59 Uhr

Frankfurt - Der Betreiber des Mobilfunk-Anbieters O2, Telefónica Deutschland Chart zeigen , hat ein Hindernis auf dem Weg zur Übernahme des Konkurrenten E-Plus aus dem Weg geräumt. Das Unternehmen will in den kommenden fünf Jahren 20 Prozent der Kapazität seiner Netze dem deutschen Mobilfunkanbieter Drillisch Chart zeigen überlassen, falls die EU-Kommission die E-Plus-Übernahme genehmigt. Zudem bekomme Drillisch die Möglichkeit, weitere 10 Prozent zu kaufen. Über den Preis machten beiden Unternehmen keine Angaben.

Telefónica Chart zeigen kommt damit den Wettbewerbshütern in Brüssel entgegen, die vermutlich in der kommenden Woche über den Milliarden-Deal entscheiden werden. Über die Auflagen, die die EU den beiden Unternehmen machen wird, ist offiziell noch nichts bekannt.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte jedoch von zwei mit der Sache vertrauten Personen erfahren, dass die Brüsseler Wettbewerbshüter die Fusion erlauben, wenn das neue Unternehmen 20 Prozent seiner Kapazitäten an Rivalen ohne eigenes Mobilfunknetz abgibt. Drillisch entspricht genau der Vorgabe, da die unter Marken wie McSim oder Simply bekannte Firma keine eigenen Handyfunktürme besitzt.

Gemessen an ihren Mobilfunkkunden würden O2 - bisher Nummer vier - und die E-Plus-Gruppe - bisher Nummer drei auf dem deutschen Markt - an T-Mobile und Vodafone Chart zeigen vorbeiziehen und zum Marktführer werden. Bisher liefern sich in Deutschland vier große Anbieter einen scharfen Preiskampf.

Die EU-Kommission befürchtet, dass das Verschwinden des vierten Anbieters den Wettbewerb zwischen den Anbietern einschränkt. Das könnte am Ende zu Preiserhöhungen für die Verbraucher führen, befürchtet etwa das deutsche Kartellamt.

ade/dpa/Reuters

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