Wirtschaft

Schwächere Nachfrage bei Smartphones und Chips

Samsung erwartet weiteren Gewinnrückgang

Das neue Spitzenmodell Galaxy S10 soll das Geschäft ankurbeln. Dennoch rechnet Samsung für das laufende Jahr mit sinkenden Gewinnen. Grund sei vor allem das Speichergeschäft.

AP

Samsung-Messestand

Donnerstag, 31.01.2019   09:49 Uhr

Der Technikkonzern Samsung erwartet im laufenden Jahr nachlassende Gewinne. Gründe dafür seien eine sinkende Nachfrage nach Smartphones und Speicherchips sowie ein schärferer Wettbewerb in der Branche.

Im vierten Quartal 2018 brach der Überschuss des südkoreanischen Technologieunternehmens im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 8,46 Billionen Won (6,6 Milliarden Euro) ein, teilte Samsung mit. Beim Umsatz verzeichnete Samsung im letzten Quartal 2018 einen Rückgang um zehn Prozent auf rund 46,3 Milliarden Euro.

Trotzdem erwirtschaftete Samsung im Gesamtjahr 2018 einen Reingewinn in Rekordhöhe von umgerechnet 34,6 Milliarden Euro, der zu rund drei Viertel auf das Halbleitergeschäft zurückgeht. Die Umsätze stiegen 2018 auf das Allzeithoch von 190,4 Milliarden Euro. Samsung führt auch den Markt bei Speicherchips und Fernsehern an.

Schwächeres Speichergeschäft erwartet

"Für 2019 erwartet das Unternehmen, dass das Jahresergebnis wegen eines schwächeren Speichergeschäfts zurückgeht", hieß es in einer Firmenmitteilung. Der Bedarf an Speicherchips dürfte auch im ersten Quartal dieses Jahres weiter schwach bleiben. Dafür seien außer saisonalen Faktoren auch "makroökonomische Unsicherheiten" sowie eine Reduzierung der Bestände bei Kunden verantwortlich.

Die Nachfrage nach Speicherchips werde jedoch vermutlich in der zweiten Jahreshälfte durch Aufträge von Rechenzentren und im Zusammenhang mit dem 5G-Ausbau anziehen. Auch das Geschäft mit Displays aus organischen Leuchtdioden (OLED) soll demnach zulegen.

Samsung hofft auf das Galaxy S10

In der Sparte IT und mobile Kommunikation erwartet der Apple-Rivale trotz eines rückläufigen Absatzes von Smartphones eine Ertragsverbesserung. Die Südkoreaner setzen dabei ihre Hoffnung unter anderem auf die Einführung des neuen Spitzenmodells Galaxy S10, das im Februar vorgestellt werden soll, sowie den Start des kommerziellen 5G-Dienstes in Südkorea. Der neue Mobilfunkstandard bringt vor allem höhere Datenraten.

Die Experten des Marktforschers IDC gehen davon aus, dass sich die schwierigen Marktbedingungen im ersten Quartal 2019 fortsetzen. Damit werde auch "die Wahrscheinlichkeit eines rückläufigen Marktes in diesem Jahr immer mehr Realität".

Konkurrenz aus China nimmt zu

Im vergangenen Quartal hätten die Anbieter insgesamt 375,4 Millionen Smartphones ausgeliefert, ein Rückgang um 4,9 Prozent im Vergleich zum Jahr davor und eine Abnahme im fünften Quartal nacheinander.

Allgemein schätzen Marktexperten, dass Apple im Weihnachtsgeschäft zwischen 66 und fast 72 Millionen Smartphones verkauft hat. Die Schätzungen für Samsung liegen bei gut 70 Millionen. Beide Unternehmen bekommen auch immer stärker die Konkurrenz aus China zu spüren.

Erst kürzlich hatte Samsung-Manager Mario Winter sich trotzdem zuversichtlich für die Smartphone-Sparte gezeigt: Vor allem das Geschäft mit Premium-Geräten wachse noch immer zweistellig, sagte Winter. Eine Herausforderung werde es aber auch für die Hersteller sein, ihre Produkte von denen der Konkurrenz abzuheben.

brt/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
mr.hans1960 31.01.2019
1. Ich habe
mir mein Smartphone direkt beim Chinesen gekauft.Für 48,95€.Warum viel Geld für überteuerten Kram ausgeben. Ich kenne einige Leute die das mittlerweile genauso machen.Da werden sich so einige Leute noch warm anziehen müssen.
mir mein Smartphone direkt beim Chinesen gekauft.Für 48,95€.Warum viel Geld für überteuerten Kram ausgeben. Ich kenne einige Leute die das mittlerweile genauso machen.Da werden sich so einige Leute noch warm anziehen müssen.
gertner27 31.01.2019
2.
Bei Smartphones ist Huawei inzwischen auf Augenhöhe mit Samsung, und Xiaomi ist auch nicht allzu weit entfernt. Bevor China die deutsche Industrie platt macht, kommz wohl zuerst Südkorea unter die Räder.
Bei Smartphones ist Huawei inzwischen auf Augenhöhe mit Samsung, und Xiaomi ist auch nicht allzu weit entfernt. Bevor China die deutsche Industrie platt macht, kommz wohl zuerst Südkorea unter die Räder.

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