Wirtschaft

Tarifstreit

Ver.di ruft zu ganztägigem Streik der Flughafen-Sicherheit auf

Im Streit um die Lohnerhöhungen für das Sicherheitspersonal an Flughäfen verschärft Ver.di die Gangart. Die Gewerkschaft ruft für morgen zu einem ganztägigen Streik in Stuttgart, Düsseldorf und Köln/Bonn auf.

DPA

Flughafen Stuttgart

Mittwoch, 09.01.2019   07:37 Uhr

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ruft die Beschäftigten des Sicherheitspersonals erneut zum Warnstreik auf. Am morgigen Donnerstag sollen die Wachleute in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart den ganzen Tag die Arbeit niederlegen. In Stuttgart mit der ersten Frühschicht gegen drei Uhr, in Düsseldorf und Köln-Bonn ab Mitternacht. Wie schon am Montag in Berlin ist auch an diesen Standorten mit starken Einschränkungen im Luftverkehr zu rechnen.

Die Arbeitgeber hätten nicht auf das Signal der Beschäftigten durch die Warnstreiks in Berlin-Tegel und Schönefeld am vergangen Montag reagiert und noch immer kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, erklärt Ver.di in seiner Streikankündigung.

Ver.di fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto. Das bislang vorliegende Angebot der Arbeitgeber liegt deutlich darunter. "Auf dieser Grundlage ist ein Tarifkompromiss nicht möglich", betont Ver.di-Verhandlungsführer Benjamin Roscher. Sollte es weiterhin kein verbessertes Angebot geben, seien auch weitere Streiks nicht auszuschließen.

Die Verhandlungen werden am 23. Januar 2019 in Berlin fortgesetzt.

mik

insgesamt 61 Beiträge
agreatwaytofly 09.01.2019
1. Verdi handelt unverhältnismäßig
Das Verhalten von Verdi ist absolut unverhältnismäßig. Die Qualität der deutschen Sicherheitskontrollen ist weltweit mit am schlechtesten. Das Personal wird im Schnellverfahren angelernt und das gesamte Konzept ist völlig [...]
Das Verhalten von Verdi ist absolut unverhältnismäßig. Die Qualität der deutschen Sicherheitskontrollen ist weltweit mit am schlechtesten. Das Personal wird im Schnellverfahren angelernt und das gesamte Konzept ist völlig überholt. Verdi sollte sich lieber dafür einsetzen, dass gemeinsam mit dem Auftraggeber (Bundespolizei) vernünftige Standards und Prozesse eingeführt werden.
neutralfanw 09.01.2019
2. Es trifft die Falschen
Darunter zu leiden haben eigentlich die Kunden, die den Sicherheitsmitarbeitern den Lohn sichern. Verkehrte Welt. Menschen, die eigentlich auf eine Dienstreise gehen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, oder Urlauber, die [...]
Darunter zu leiden haben eigentlich die Kunden, die den Sicherheitsmitarbeitern den Lohn sichern. Verkehrte Welt. Menschen, die eigentlich auf eine Dienstreise gehen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, oder Urlauber, die ihr hart erarbeitetes Geld für den Urlaub ausgeben, werden geschädigt. Ich dachte immer, Gewerkschaften ginge es um Gerechtigkeit. Die Gewerkschaftsvorsitzenden, sind die eigentlichen Profiteure. Sicheres Gehalt und müssen sich dafür nur beschäftigen ...nicht arbeiten.
markus_wienken 09.01.2019
3.
Das die Qualität der deutschen Sicherheitskontrollen weltweit mit am schlechtesten sind können Sie doch sicher belegen? Verdis Aufgabe als Gewerkschaft ist es sich für die Belange Ihrer Mitgleider einzusetzen: Bessere [...]
Zitat von agreatwaytoflyDas Verhalten von Verdi ist absolut unverhältnismäßig. Die Qualität der deutschen Sicherheitskontrollen ist weltweit mit am schlechtesten. Das Personal wird im Schnellverfahren angelernt und das gesamte Konzept ist völlig überholt. Verdi sollte sich lieber dafür einsetzen, dass gemeinsam mit dem Auftraggeber (Bundespolizei) vernünftige Standards und Prozesse eingeführt werden.
Das die Qualität der deutschen Sicherheitskontrollen weltweit mit am schlechtesten sind können Sie doch sicher belegen? Verdis Aufgabe als Gewerkschaft ist es sich für die Belange Ihrer Mitgleider einzusetzen: Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Lohn und dergleichen. Die einführung von vernünftige Standards und Prozessen obliegt dem Arbeitgeber.
ted211 09.01.2019
4. Hoheitliche Aufgaben
Die Sicherheitskontrollen sind hoheitliche Aufgaben und hätten nie privatisiert werden dürfen. Dann gäbe es diese Probleme nicht.
Die Sicherheitskontrollen sind hoheitliche Aufgaben und hätten nie privatisiert werden dürfen. Dann gäbe es diese Probleme nicht.
dieraute 09.01.2019
5.
Zitat: "Ver.di fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto." Dem stelle ich eine Kopie der Anforderungen aus einer im Internet [...]
Zitat: "Ver.di fordert eine Erhöhung des Stundenlohns im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle auf 20 Euro brutto." Dem stelle ich eine Kopie der Anforderungen aus einer im Internet veröffentlichten Stellenausschreibung gegenüber: * Führungszeugnis ohne Eintrag * gepflegtes freundliches Auftreten * gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift Bevor die üblichen Forderungen für ein Streikverbot für diese Arbeiter mit Formulierungen von "Geiselhaft" (oder ähnlichem Unfug) folgen, sei klargestellt: Das Streikrecht gilt laut GG. Aber: Die "Gewerkschaft" verdi muss sich die Frage gefallen lassen, warum sie ausgerechnet bei den Tarifverhandlungen für diese Arbeiter regelmäßig, und ohne Ausnahme, zu sog. "Warnstreiks" aufruft! Regelmäßig! Regelmäßig wird der Luftverkehr mindestens in Teilen gestört, der Wirtschaft enormer Schaden zugefügt. Natürlich ist es quasi Sinn und Zweck eines Streiks eine Aussenwirkung zu haben, sonst wäre er wirkungslos. Aber wo ist die Verhältnismaßigkeit? Zwanzig Euro pro Stunde Lohn für eine angelernte Hilfsarbeit per "Warnstreik" erzwingen zu wollen - nachdem bereits in den letzten Tarifrunden exzessiv zu Streiks aufgerufen wurde: Es ist offensichtlich, dass die "Gewerkschaft" verdi diese Gruppe der Mitglieder für rein politische Zwecke nutzt. Eine Machtdemonstration und damit ein Nachweis der Existenzberechtigung dieser "Gewerkschaft". Während man gleichzeitig andere Mitglieder seit Jahren vernachlässigt. Ausgebildete [!] Fachkräfte im Gesundheitswesen müssen sich von ihrer "Gewerkschaft" vorgeführt vorkommen. Und würden dann z.T. weniger verdienen als diese angelernten Hilfsarbeiter. PS: Ja, die Hilfsarbeiter sind durch den Staat mit einer sog. "hoheitlichen Aufgabe" beliehen - aber die eklatanten Mängel an einigen dt. Flughäfen im vergangenen Jahr sind noch in schlechter Erinnerung: Wegen kompletten Versagens des Sicherheitspersonals kamen mehrfach Personen an den Kontrollen "vorbei" - mit der Folge einer Schließung ganzer Terminals / Flughafenbereiche.

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