Wirtschaft

Todesfall im Familienkonzern

Ferrero-Chef stirbt bei Unfall in Südafrika

Er war der Herr des Nutella-Imperiums: Im Alter von 47 Jahren ist der Chef des italienischen Süßwarenkonzerns Ferrero gestorben. Pietro Ferrero verunglückte in Südafrika. Vor 14 Jahren hatte er die Führung der Firma gemeinsam mit seinem Bruder übernommen. 

AFP

Pietro Ferrero: Er führte den Konzern mit seinem Bruder Giovanni

Montag, 18.04.2011   19:32 Uhr

Mailand - Pietro Ferrero, Chef des italienischen Süßwarenkonzerns, ist in Südafrika ums Leben gekommen. Dies teilte der Konzern am Montagabend mit. Der 47-jährige Enkel des Firmengründers sei bei einem Fahrradunfall gestorben. Die genauen Umstände seien jedoch noch unklar, nach Angaben der Turiner Tageszeitung "La Stampa" sei Ferrero wegen eines Schwächeanfalls vom Fahrrad gefallen. Ferrero habe sich mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Südafrika aufgehalten.

Pietro Ferrero stand gemeinsam mit seinem Bruder Giovanni seit 1997 an der Spitze des Konzerns. Er war bekannt für seine Zurückhaltung, trat in der Öffentlichkeit kaum in Erscheinung und führte das Unternehmen damit auf ähnliche Art wie sein Vater. Aus dem Inneren des Konzerns dringt traditionell kaum etwas nach außen.

Patriarch Michele Ferrero hat den Konzern zu einem der erfolgreichsten und konservativsten Familienunternehmen Italiens gemacht. Er ist der reichste Mann Italiens. Ferrero macht pro Jahr 6,3 Milliarden Euro Umsatz. Zu den erfolgreichsten Produkten zählen das Überraschungsei, Nutella, Duplo und Hanuta.

Ferrero entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg von einer Konditorei zu einem Massenhersteller. Nutella ist laut eigenen Angaben weltweit zu haben. Der Konzern hat 36 Tochtergesellschaften und rund 21.000 Mitarbeiter.

Vor kurzem geriet das Unternehmen im Zusammenhang mit Parmalat in die Schlagzeilen. Die italienische Regierung und auch die Region Piemont hoffen auf den Nutella-Hersteller in einem französisch-italienischen Machtkampf um den Milchkonzern. Dem durch die Milliardenpleite 2003 bekannten Milchriesen Parmalat droht nämlich die Übernahme durch die Franzosen von Lactalis. Das wollen die Italiener verhindern. Der Ferrero-Konzern könnte den Retter geben. Ferrero zeigte sich Ende März tatsächlich interessiert, doch hält man sich seitdem bedeckt. Eine Entscheidung dürfte in den kommenden Monaten fallen.

cte/dpa/AFP

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