Wirtschaft

Kartellbedenken

EU-Kommission lässt Unitymedia-Übernahme durch Vodafone prüfen

Vodafone will den deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia kaufen. Doch die EU-Kommission hat Bedenken: Der milliardenschwere Deal könne dem Wettbewerb schaden.

REUTERS

Der Unitymedia-Sitz in Köln (Archivbild)

Dienstag, 11.12.2018   19:14 Uhr

Die EU-Kommission hat eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme des Kabelanbieters Unitymedia durch den britischen Telekommunikationskonzern Vodafone veranlasst. Die Fusion könne den Wettbewerb zwischen den sich verschmelzenden Unternehmen ausschalten und negative Folgen haben, teilte sie mit.

Vodafone hatte im Frühjahr angekündigt, die Kabelnetze von Liberty Global - in Deutschland unter dem Namen Unitymedia tätig - auch in Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt etwa 18,4 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Unitymedia ist Deutschlands zweitgrößter Kabelnetzbetreiber. Wettbewerber wie die Deutsche Telekom und Telefónica protestieren, die Marktmacht von Vodafone werde durch den Zukauf zu groß.

Den europäischen Wettbewerbshütern zufolge stehen Vodafone und Unitymedia in Deutschland derzeit unter anderem bei Festnetzanschlüssen im Wettstreit. Das Vorhaben könne sich daher negativ auf Investitionen in die nächste Netzgeneration auswirken.

Das Bundeskartellamt hatte im November beantragt, die Übernahme, sofern sie Deutschland betrifft, selbst zu untersuchen. Europäischem Recht zufolge kann ein Verfahren unter Umständen ganz oder teilweise an einzelne EU-Staaten verwiesen werden. Das Bundeskartellamt hält das aber nicht für wahrscheinlich: "Aufgrund der Einleitung der zweiten Phase gehen wir davon aus, dass die Kommission das Kontrollverfahren nicht nach Deutschland verweisen wird", sagte der Präsident der Behörde, Andreas Mundt.

Nach Einschätzung von Mundt könne die Übernahme von Unitymedia in Deutschland erhebliche Veränderungen der Marktverhältnisse beim Kabelfernsehen und der Telekommunikation nach sich ziehen.

kko/dpa

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