Wissenschaft

Schwarzes Meer

Forscher entdecken ältestes intaktes Schiffswrack der Welt

Vor der Küste von Bulgarien haben Unterwasserarchäologen in 2000 Metern Tiefe ein antikes griechisches Handelsschiff entdeckt. Es ist das älteste bekannte intakte Schiffswrack überhaupt.

AFP/ Black Sea MAP/ EEF Expeditions

Schiffswrack am Grund des Schwarzen Meeres vor Bulgarien

Dienstag, 23.10.2018   16:34 Uhr

Es wirkt, als sei es gerade erst untergegangen. Archäologen haben im Schwarzen Meer ein außergewöhnlich gut erhaltenes, historisches Wrack entdeckt. Es liege vor der bulgarischen Küste in rund 2000 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund, erklärte das Team des Black Sea Maritime Archaeology Project. Das weitgehend unbeschädigte Schiffswrack liege auf der Seite, Mast und Ruder seien noch intakt.

Laut den Forschern handelt es sich bei dem Fund um ein mehr als 2400 Jahre altes griechisches Handelsschiff, es ist etwa 23 Meter lang. Die Radiokohlenstoffdatierung einer kleinen Probe habe bestätigt, "dass es das älteste der Menschheit bekannte intakte Schiffswrack ist", hieß es in der Erklärung weiter.

Der Fundort des Wracks ist für die Experten ein Glücksfall: Hier enthält das Wasser in einer derartigen Meerestiefe keinen Sauerstoff, organisches Material bleibt somit Tausende von Jahren konserviert.

Im Video: Wie Forscher in der Nordsee ein Wrack untersuchen

Foto: Ernst Weitendorf

"Ein intaktes Schiff aus der Antike in zwei Kilometer Tiefe - das hätte ich niemals für möglich gehalten", erklärte Jon Adams von der Universität von Southampton, der Initiator der Projekts. "Das wird unser Verständnis von Schiffbau und Seefahrt in der Antike verändern." Derartige Schiffe seien bisher nur auf alten griechischen Keramiken zu sehen gewesen.

Nicht erforscht ist aber bisher, was das Schiff einst geladen hatte. Um das Wrack genauer untersuchen zu können, bedürfe es einer größeren Finanzierung des Projekts, so die Forscher.

picture alliance / empics

Forscher präsentieren ein 3D-Modell des Wracks

Für ihr Projekt kartierten die Wissenschaftler drei Jahre lang 2000 Quadratkilometer Schwarzmeerboden vor der Küste Bulgariens mit Hilfe eines Sonars und eines ferngesteuerten Tiefseekamera-Systems, wie es für die Suche nach Öl- und Gasvorkommen eingesetzt wird.

Dabei entdeckten sie rund 60 Wracks, darunter römische Schiffe sowie eine Angriffsflotte der Kosaken aus dem 17. Jahrhundert. Zu den spektakulären Funden gehörte auch das griechische Handelsschiff.

joe/AFP

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