Wissenschaft

Israel

Archäologen entdecken Mosaik aus der Römerzeit

In einer der wichtigsten historischen Stätten Israels haben Forscher ein buntes Mosaik entdeckt. Es ist mindestens 1700 Jahre alt.

DPA/ Assaf Peretz/ Israelische Altertumsbehörde
Freitag, 09.02.2018   15:55 Uhr

Die Motive seien künstlerisch anspruchsvoll gestaltet worden - mit rund 12.000 Steinen pro Quadratmeter, berichtet die israelische Altertumsbehörde. Archäologen haben ein mindestens 1700 Jahre altes buntes Mosaik in der Küstenstadt Caesarea entdeckt. Das seltene römische Steinkunstwerk mit einer Inschrift in antikem Griechisch sei mehr als 3,5 Meter mal 8 Meter groß, bestätigte eine Sprecherin der israelischen Altertumsbehörde am Freitag.

Das nun gefundene Kunstwerk habe sich auf dem Boden eines römischen Gebäudes befunden und sei ein "farbenfrohes Mosaik mit drei Figuren", teilten die Leiter der Ausgrabung, Peter Gendelman und Usi Ad, mit. "Das Mosaik zeichnet sich durch mehrfarbige geometrische Muster und eine lange Inschrift in Griechisch aus, welche durch das byzantinische Gebäude darauf beschädigt wurden."

Die männlichen Figuren trügen Togen und hätten offenbar zur gehobenen Gesellschaft gehört. Laut den Archäologen ist das Mosaik von seltener hoher Qualität. Ähnliche Mosaike seien in Zypern und Nordsyrien gefunden worden, sagte Ad. Der Boden sei möglicherweise Teil eines öffentlichen Gebäudes oder eines großen Privathauses gewesen.

Fotostrecke

Israel: Drei Figuren und eine Inschrift

Metropole mit Seehafen

Während der Ausgrabung hätten die Wissenschaftler Teile eines rund 1500 Jahre alten opulenten Gebäudes entdeckt, teilt die Altertumsbehörde mit. Die Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um eine antike Version eines Einkaufszentrums handelt. Unter dem Gebäude hätten die Archäologen das Mosaik gefunden.

Caesarea ist eine der wichtigsten historischen Stätten Israels. Sie liegt 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv, zwischen der Metropole und Haifa. Der römische König Herodes errichtete dort vor etwa 2030 Jahren einen der größten Seehäfen des römischen Reichs. Die Metropole Caesarea - benannt zu Ehren der römischen Kaiser - war damals ein international bedeutendes Handelszentrum. Die Ruinen der Hafenstadt sind heute eine beliebte Touristenattraktion.

jme/dpa/AFP

Verwandte Themen

Archäologische Methoden der Datierung

Radiokarbondatierung
Das radioaktive Kohlenstoffisotop C-14 wird in der Atmosphäre ständig durch kosmische Strahlung erzeugt und gelangt in Form von Kohlendioxid (CO2) in die Biosphäre. Pflanzen, die CO2 aufnehmen, werden von Tieren und Menschen gegessen. Sie enthalten eine niedrige Aktivität, die überall und über lange Zeiträume gleich ist. Stirbt ein Lebewesen, nimmt es kein C-14 mehr auf und die Aktivität klingt in 5730 Jahren um die Hälfte ab. Je älter ein Fund, desto geringer seine Aktivität. Man kann damit bis zu einem Alter von circa 50.000 Jahren datieren.
Lumineszenzdatierung
Sie beruht auf einem Strahlenschaden durch die fast überall vorhandenen radioaktiven Elemente Uran, Thorium und Kalium. Die Halbwertszeiten der Radionuklide dieser Elemente sind so lang, dass man von einem konstanten Radioaktivitätspegel ausgehen kann. Als Sensoren für die Strahlenschäden verwendet man meist Quarz und Feldspäte, die in Keramik und in Sedimenten immer vorhanden sind. Diese Minerale senden Licht aus, wenn sie erhitzt werden (Thermolumineszenz) oder beleuchtet werden (optisch stimulierte Lumineszenz). Je älter die Keramik, desto stärker das Leuchten.
Stratigraphie
Über die Stratigraphie wird das Alter eines Gegenstands anhand der Erdschicht bestimmt, in der er vorgefunden wurde. Die Schichten (lateinisch Straten) entstehen durch natürliche Ablagerungen und menschliche Aktivitäten. Die Stratigraphie kann deshalb gut mit den anderen Methoden kombiniert werden. Wurde beispielsweise ein Holzstück mit der C-14-Methode präzise datiert, erlaubt das Rückschlüsse auf das Alter eines Fundstücks, das in direktem Zusammenhang in derselben Erdschicht lag. Allerdings liefert dieses Verfahren keine absolute Altersangabe wie die C14-Methode. Die Archäologen können so nur feststellen, dass ein Artefakt etwa zur gleichen Zeit in die Erde gelangt ist.

Gräber-Quiz

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

TOP