Wissenschaft

Selbstleuchtender Tiefseefisch

Forscher filmen erstmals lebenden Fächerflossen-Seeteufel

Bei der Paarung von Fächerflossen-Seeteufeln verschmelzen die Tiere, anschließend verdaut das Weibchen das Männchen. In der Tiefsee haben Forscher das Verhalten nun erstmals gefilmt.

Foto: DPA/ Rebikoff-Stiftung
Freitag, 23.03.2018   16:14 Uhr

Sensation in der Tiefseeforschung: Zum ersten Mal überhaupt haben Tierfilmer einen lebenden, selbstleuchtenden Fächerflossen-Seeteufel (Caulophryne jordani) beobachtet und vor die Kamera bekommen. Über diese Tiefsee-Anglerfische, die in 100 bis 1500 Metern Tiefe vorkommen, ist wenig bekannt.

Die Aufnahmen gelangen dem deutschen Ehepaar Kirsten und Joachim Jakobsen von der Rebikoff-Niggeler Stiftung in 800 Metern Tiefe während einer Tauchfahrt südlich der Azoreninsel São Jorge. Über ihren Fund berichten sie im Fachmagazin "Science".

Auf Fotos und einem Video ist ein trächtiges Weibchen zu sehen, an dem ein Zwergmännchen angewachsen ist. Die Weibchen sind bis zu 60 Mal größer als die Männchen. Nachdem sich das Männchen angedockt hat, verschmelzen beide Körper für die Befruchtung. Anschließend ist es möglich, dass das Weibchen das Männchen komplett verdaut. Auf den Aufnahmen der Jakobsens ist zu sehen, dass der Kopf des Männchens schon absorbiert wurde. "Das Tier kann sich aber noch selbstständig bewegen", sagte Tiefseeforscherin Boetius.

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Tiefseeteufel: Kleines Monster mit Leuchtangel

Der Fächerflossen-Seeteufel sei sehr selten, heißt es in einer Mitteilung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI). Wenige tote Exemplare seien weltweit in naturhistorischen Sammlungen zu sehen. Im Museum für Naturkunde in Berlin befindet sich das Exemplar einer anderen Art des Fächerflossen-Tiefseeanglers. Es stammt von der ersten deutschen Tiefsee-Expedition "Valdivia" vor 120 Jahren.

"Der Anglerfisch ist eine Ikone der Tiefsee, bekannt für seine seltsame Lebensweise", sagte AWI-Direktorin Antje Boetius. "Das Tier steht für eine spektakuläre Anpassung der Natur an die Bedingungen der Tiefsee." Die enorm langen Flossenstrahlen bilden ein Netzwerk von sensorischen Antennen.

joe/dpa

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