Wissenschaft

Zwischenlager in Niedersachsen

Etwa 440 Atommüllfässer bereiten Probleme

Laut einer unveröffentlichten Studie des Umweltministeriums in Niedersachsen gibt es im Atommülllager in Leese weit mehr Problemfässer als bekannt. 442 schwach radioaktive Behälter müssen nachbehandelt werden.

DPA

Atommüllfässer (Symbolbild)

Sonntag, 15.04.2018   21:00 Uhr

In einem Zwischenlager für schwach radioaktiven Atommüll im niedersächsischen Leese (Landkreis Nienburg) stehen Hunderte Fässer, die intensiv nachbehandelt werden müssen. 442 Fässer müssten auf Feuchtigkeitsbildung überprüft werden, sagte Landesumweltminister Olaf Lies (SPD).

Der NDR hatte zuvor berichtet, einige der Fässer müssten getrocknet, bei anderen hochgiftige Stoffe neu umschlossen werden. Der Sender bezog sich auf eine bisher unveröffentlichte Studie im Auftrag des Ministeriums, die dem Ministerium angeblich schon mehr als ein Jahr vorliegt. Das Umweltministerium hatte den Angaben zufolge dem Landtag gegenüber bisher nur sieben problematische Atommüllfässer eingeräumt.

Nach Angaben von Lies sind 13 Fässer bekannt, an deren Oberfläche sich Rost gebildet hat. Bei diesen habe sich Feuchtigkeit im Inneren der Fässer gebildet, sagte Lies. Die Fässer müssten vor dem Transport in extra Behälter gelegt werden.

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Neustart fürs Endlager: Die Suche nach dem Endlager

Der Betreiber des Zwischenlagers, die Firma Eckert & Ziegler, wollte "grundsätzlich keine Spekulationen von dritter Seite in anderen Medien kommentieren", sagte ein Sprecher der Deutschen Presseagentur.

In Leese wird seit Jahren schwachradioaktiver Müll, der dem Bundesland gehört, gelagert. Es handelt sich dabei um medizinische Abfälle etwa aus Röntgenpraxen oder aus der Krebstherapie. Laut NDR lagern in Leese 1484 Fässer.

Dem Bericht zufolge können beschädigte Fässer in Leese nicht bearbeitet werden, weil die Behälter in der Lagerhalle sehr eng stehen. Um sie umzufüllen, wird laut Lies gerade eine Firma gesucht.

kry/dpa

insgesamt 18 Beiträge
Duffy73 15.04.2018
1.
man mag zum Thema Atom stehen wie man will. Jedenfalls zeigen solche Fälle, dass man sich auch in Deutschland NICHT darauf verlassen kann, dass alles sicher und verlässlich ist. Fässer gehen kaputt, in Salzstöcke dringt [...]
man mag zum Thema Atom stehen wie man will. Jedenfalls zeigen solche Fälle, dass man sich auch in Deutschland NICHT darauf verlassen kann, dass alles sicher und verlässlich ist. Fässer gehen kaputt, in Salzstöcke dringt täglich tonnenweise Wasser ein, plötzlich tauchen viel mehr Fässer in Gorleben auf, als eigentlich drin sein dürften. Verlässlich? Sicher? Alles gut? Eine verlässliche Technik? Ich finde nicht...
carranza 15.04.2018
2. Jetzt heißt es schnell sein
Denn die Schuldigen wird man nicht mehr lange zur Kasse bitten können, schon allein angesichts 48,8 Mrd Jahren Jahren Halbwertszeit, die etwa bei der Strahlung, die von Strontium Isotopen freigesetzt werden kann. Zwischendurch [...]
Denn die Schuldigen wird man nicht mehr lange zur Kasse bitten können, schon allein angesichts 48,8 Mrd Jahren Jahren Halbwertszeit, die etwa bei der Strahlung, die von Strontium Isotopen freigesetzt werden kann. Zwischendurch wird zumindest immer mal wieder die ein oder andere Nachbesserung bei der Lagerung notwendig sein.
marx_daskapital 15.04.2018
3.
Hier zeigt sich Mal wieder, wie wichtig der Atomausstieg war. Neben den unmittelbaren Gefahren der Reaktoren ist die Endlagerung von Radiokativen Materialien noch immer nicht geklärt, ein Thema was eigentlich schon vor der [...]
Hier zeigt sich Mal wieder, wie wichtig der Atomausstieg war. Neben den unmittelbaren Gefahren der Reaktoren ist die Endlagerung von Radiokativen Materialien noch immer nicht geklärt, ein Thema was eigentlich schon vor der Inbetriebnahme des ersten AKW in Deutschland geklärt hätte sein müssen. Die Aussage wir hätten nichts vom Atomausstieg, weil unsere Nachbarn fleißig neue Atomkraftwerke bauen stimmt deshalb übrigens auch nicht. Das Problem der Endlagerung haben wir, im Gegensatz zu den Staaten mit AKWs, irgendwann nur noch in geringen Maße.
erdmann.rs 16.04.2018
4. Atommüllfässer
Warum wurde der Atom-Müll nicht in Fässer aus rostfreiem Stahl oder hochwertigem, dauerhaftem Kunststoff gefüllt? Bei den enormen Kosten für die Zwischen- oder Endlagerung hätte das doch auch möglich sein müssen. Dass [...]
Warum wurde der Atom-Müll nicht in Fässer aus rostfreiem Stahl oder hochwertigem, dauerhaftem Kunststoff gefüllt? Bei den enormen Kosten für die Zwischen- oder Endlagerung hätte das doch auch möglich sein müssen. Dass jetzt normale Stahlfässer nach wenigen Jahren durchrosten, so dass man sie nicht mehr "bewegen" kann, ist ein Unding.
123Valentino 16.04.2018
5. Ich stelle mir...,,
vor wir wären ein absolut sicheres Land, in dem es nur sichere Lagerungsmöglichkeiten geben würde. Keine Verkehrstoten, keine Unfälle in der Küche , auf der Arbeit, kein verschwinden während einer Skitour. Sollte dieser [...]
vor wir wären ein absolut sicheres Land, in dem es nur sichere Lagerungsmöglichkeiten geben würde. Keine Verkehrstoten, keine Unfälle in der Küche , auf der Arbeit, kein verschwinden während einer Skitour. Sollte dieser Punkt rrreicht werden , bin ich hoffentlich schon tot , dieser Drang nach der absoluten Sicherheit ist mir unheimlich.

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