Wissenschaft

Flohkrebse

Forscher entdecken neue Art in der Nordsee

Meist werden neue Tierarten in entlegenen Teilen der Welt gefunden. Doch diesmal machten Forscher ihre Entdeckung in einem der am besten untersuchten Meeresgebiete - praktisch vor der Haustür.

Hermann Neumann / Senckenberg am Meer / Alfred-Wegener-Institut / dpa

Der neu entdeckte Flohkrebs Epimeria frankei

Mittwoch, 02.05.2018   11:13 Uhr

Die Winzlinge wissen sich zu verteidigen. Flohkrebse der Gattung Epimeria verfügen über eine robuste Panzerung, haben Kiele und Stacheln am Rücken. Und sie sind auch Künstler im Verstecken. Mit verschiedenen Farben und Mustern versuchen sie sich im Meer möglichst schwer erkennbar zu machen.

Forscher haben in der Nordsee eine neue, bis zu drei Zentimeter große Flohkrebsart nachgewiesen. "Man rechnet nicht unbedingt damit, in der Nordsee noch auf unbekannte Arten zu stoßen", so Jan Beermann vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut (AWI). Die Nordsee sei schließlich eines der am besten untersuchten Meeresgebiete der Welt. Dem Wissenschaftler gelang der Nachweis zusammen mit Kollegen der Universitäten Oldenburg und Potsdam über die Analyse von Erbgutinformationen.

Veröffentlicht wurde die Neuentdeckung im Fachmagazin "Scientific Reports". Die Wissenschaftler hatten ursprünglich die Art Epimeria cornigera untersucht. Dabei kamen ihnen Zweifel, ob es sich bei der Flohkrebsart tatsächlich nur um eine einzige Art handelt. "Als wir dann genauer hinschauten, bemerkten wir, dass einige Tiere beispielsweise spitzere Beinplatten als andere hatten, auch wenn diese subtilen Unterschiede nicht leicht zu erkennen sind", berichtet Beermann.

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Die neue Art, Epimeria frankei, sei vom Mittelmeer bis in die Nordsee zu finden, während die alte Art, Epimeria cornigera, eher im nördlichen Nordatlantik zu Hause sei. "Nur in der Nordsee gibt es ein kleines Überlappungsgebiet", sagte Beermann.

Eine bis dahin unbekannte Art der Gattung Epimeria war bereits vor mehr als zehn Jahren in der Antarktis gefunden worden. Auch an dieser Entdeckung waren damals AWI-Forscher beteiligt gewesen. Sie hatten ein Meeresgebiet untersucht, das durch das Auseinanderbrechen des Larsen-B-Eisschelfs zugänglich geworden war - und den kleinen, zweieinhalb Zentimeter messenden Flohkrebs dabei entdeckt.

chs/dpa

insgesamt 2 Beiträge
Espresso in Würzburg 02.05.2018
1. Es ist doch gar nicht so schwer...
..neue Arten zu entdecken. Die Weltmeere sind offiziell nur 5-7% erforscht... und was da unten in der Tiefsee noch so alles kreucht und schwimmt, wird uns wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch eine Weile beschäftigen...
..neue Arten zu entdecken. Die Weltmeere sind offiziell nur 5-7% erforscht... und was da unten in der Tiefsee noch so alles kreucht und schwimmt, wird uns wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch eine Weile beschäftigen...
Senf-o-Mat 02.05.2018
2. Evtl gibt es einen Grund dafür
Die 5-7 % können aber auch als Hinweis darauf interpretiert werden, dass es eben doch schwer ist, sonst wüsste man ja längst viel mehr.
Zitat von Espresso in Würzburg..neue Arten zu entdecken. Die Weltmeere sind offiziell nur 5-7% erforscht... und was da unten in der Tiefsee noch so alles kreucht und schwimmt, wird uns wahrscheinlich in den nächsten Jahren noch eine Weile beschäftigen...
Die 5-7 % können aber auch als Hinweis darauf interpretiert werden, dass es eben doch schwer ist, sonst wüsste man ja längst viel mehr.

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