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Erstmals Ring bei Zwergplanet entdeckt

Haumea dreht seine Kreise am äußeren Rand des Sonnensystems. Forscher entdeckten bei dem eiförmigen Zwergplaneten jetzt eine Besonderheit: Einen Ring aus Gesteinsbrocken.

IAA-CSIC/ UHU

Haumea mit einem Ring aus Gesteinsbrocken (Animation)

Donnerstag, 12.10.2017   16:07 Uhr

Offenbar verfügen nicht nur große Planeten wie Saturn oder Jupiter oder einige Asteroiden über ein Ringsystem. Wissenschaftler haben beim Zwergplaneten Haumea jetzt ebenfalls einen Ring entdeckt. Sie schließen daraus, dass es im äußeren Sonnensystem noch andere Objekte mit ähnlichen Phänomenen geben könne. Das schreiben die Forscher um Jose Ortiz vom Andalusischen Institut für Astrophysik in Granada im Fachmagazin "Nature".

Haumea zieht außerhalb der Bahn des Neptun in einem Abstand von maximal rund acht Milliarden Kilometern seine Kreise um die Sonne. Für eine Umrundung braucht der eiförmige Himmelskörper etwa 285 Jahre. Haumea wurde 2008 als Zwergplanet klassifiziert und nach einer hawaiianischen Göttin benannt. Der Zwergplanet wird von zwei kleinen Monden umkreist.

Der nun entdeckte Ring befindet sich im Abstand von etwa 2300 Kilometern um Haumea, ist rund siebzig Kilometer breit und besteht aus Gesteinsbrocken. Die Forscher stießen auf das Phänomen, als sie Haumea beim Vorbeiflug an einem Stern beobachteten.

Dazu hatten sie Ende Januar insgesamt zwölf Teleskope von zehn Sternwarten auf den Himmelskörper gerichtet. Kurz vor und nach dem eigentlichen Vorbeiflug entdeckten die Forscher dann kurzzeitige Verdunklungen, die auf einen Ring hinwiesen.

Dank der Beobachtungen konnten sie zudem genauere Angaben zu Größe und Form von Haumea machen. Der Himmelskörper dreht sich in vier Stunden einmal um die eigene Achse. Aus der schnellen Rotation ergibt sich seine stark abgeflachte Ellipsenform. Die Achsengrößen betragen 2322, 1704 und 1138 Kilometer. Er ist damit größer und elliptischer als zuvor gedacht. Damit ist auch seine Dichte entsprechend geringer.

Von weiteren Beobachtungen erhoffen sich die Wissenschaftler jetzt Aufschluss über die Entstehung und das Alter des Rings.

brt

insgesamt 4 Beiträge
noalk 12.10.2017
1. Vorbeiflug an einem Stern?
Ich wusste gar nicht, dass sich ein Stern so nah an unserer Sonne befindet.
Ich wusste gar nicht, dass sich ein Stern so nah an unserer Sonne befindet.
sven17 12.10.2017
2.
Man hätte wohl schreiben sollen " verdeckte einen weit entfernten Stern".
Man hätte wohl schreiben sollen " verdeckte einen weit entfernten Stern".
bratworst 12.10.2017
3. @noalk
ist in der tat arg ungeschickt ausgedrückt. ich musste auch 5mal lesen ;) haumea hat wohl eifach nur kurzfristig einen stern verdunkelt.
ist in der tat arg ungeschickt ausgedrückt. ich musste auch 5mal lesen ;) haumea hat wohl eifach nur kurzfristig einen stern verdunkelt.
permissiveactionlink 12.10.2017
4.
In der Fachwelt nutzt man den Ausdruck "Sternbedeckung", wenn ein vergleichsweise schnelles Objekt in unserem Sonnensystem einen im Vergleich dazu "astronomisch" weit entfernten Stern verdunkelt. Dabei kann der [...]
In der Fachwelt nutzt man den Ausdruck "Sternbedeckung", wenn ein vergleichsweise schnelles Objekt in unserem Sonnensystem einen im Vergleich dazu "astronomisch" weit entfernten Stern verdunkelt. Dabei kann der Stern auch scheinbar gepulste Helligkeit zeigen. Dann spricht man von einer "streifenden Sternbedeckung". Auf diese Weise lässt sich sogar das Relief auf einem Asteroiden messen (oder Kraterränder auf dem Mond). Auf Grund sehr genauer Bestimmung des Beginns und Endes der Bedeckung lassen sich bei Beobachtung dieser Ereignisse von verschiedenen Orten auf der Erde Aussagen über die Form dieser bedeckenden Objekte machen. Da die sehr weit entfernten Sterne punktförmige Lichtquellen darstellen, erfolgt das Verschwinden und Erscheinen eines Sternes blitzschnell. Objekte in einem anderen Sternsystem können wir hingegen i.A. nur dann sehen, wenn wir genau parallel zur Bahnebene sehen, so dass ein Objekt einen entfernten Stern für einige Zeit entsprechend seiner Größe teilweise lichtschwächer erscheinen lässt. Diesen Vorgang nennt man dann "Transit", denn das Sternlicht verschwindet nicht für einige Zeit völlig, sondern ist nur teilweise um wenige Promille bzw. kleine Prozentwerte abgeschwächt.

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