Wissenschaft

Johann-Dietrich Wörner

Deutscher wird Chef der Europäischen Weltraumagentur

Die Raumfahrtagentur ESA ist Europas oberste Weltraumbehörde. Nun bekommt sie einen neuen Chef: Der deutsche Johann-Dietrich Wörner tritt das Amt Mitte nächsten Jahres an.

DPA

Vom DLR zur ESA: Johann-Dietrich Wörner leitet zukünftig die Europäische Raumfahrtagentur

Donnerstag, 18.12.2014   14:15 Uhr

Der künftige Chef der Europäischen Weltraumagentur ESA kommt aus Deutschland. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, wurde am Donnerstag vom ESA-Rat zum Nachfolger des Mitte 2015 ausscheidenden Generaldirektors Jean-Jacques Dordain bestimmt, wie die Weltraumagentur in Paris mitteilte. Wörner wird in der 40-jährigen ESA-Geschichte der zweite Deutsche an der Spitze der Organisation sein.

Wörner übernimmt das Amt des ESA-Generaldirektors am 1. Juli 2015 für vier Jahre. Der 60-Jährige ist seit 2007 Chef des DLR mit Hauptsitz in Köln. Der in Kassel geborene, studierte Bauingenieur promovierte 1985 an der Technischen Hochschule Darmstadt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden, unter anderem von der State University New York, der Universität St. Petersburg für Wirtschaft und Finanzen und der Ecole Centrale de Lyon.

Wunschkandidat der Bundesregierung

Die Raumfahrtkoordinatorin der Bundesregierung, Brigitte Zypries (SPD), äußerte sich erfreut, dass mit Wörner "der Wunschkandidat der Bundesregierung so überzeugend gewählt wurde". Der 60-Jährige verfüge durch seine langjährige Tätigkeit als DLR-Vorstandsvorsitzender und als Vorsitzender des ESA-Rats auf Delegationsebene über eine "hervorragende themenübergreifende Expertise". Wörner werde der ESA "das notwendige Gewicht verleihen", erklärte Zypries.

Die ESA fördert und koordiniert die Entwicklung der europäischen Raumfahrt. Ihr Budget lag 2014 bei rund 4,1 Milliarden Euro. Die wissenschaftlichen Projekte der ESA reichen von der Erforschung der Erde, ihres unmittelbaren Umfelds, des Sonnensystems und des Universums über die Entwicklung satellitengestützter Technologien und Dienstleistungen bis hin zur Förderung verschiedener europäischer Hightech-Industrien.

khü/AFP/dpa

insgesamt 6 Beiträge
rentner2012 18.12.2014
1. Bauingenieur
Ein Bauingenieur an der Spitze der ESA, jetzt bauen wir die berühmte Himmelsleiter (zur ISS)
Ein Bauingenieur an der Spitze der ESA, jetzt bauen wir die berühmte Himmelsleiter (zur ISS)
dishmaster 18.12.2014
2. Deal
Böse Zungen behaupten, dass das Teil des Deals ist, in dem Frankreich nun der Bau der Ariane 6 zugestanden wurde. Deutschland wollte nur eine modifizierte Ariane 5, was weniger gekostet hätte. Manus manum lavat.
Böse Zungen behaupten, dass das Teil des Deals ist, in dem Frankreich nun der Bau der Ariane 6 zugestanden wurde. Deutschland wollte nur eine modifizierte Ariane 5, was weniger gekostet hätte. Manus manum lavat.
discprojekt 18.12.2014
3. Ich
find das sehr gut, bin auch neugierig, ob dieses, eben nicht kritische, posting veröffentlich wird.
find das sehr gut, bin auch neugierig, ob dieses, eben nicht kritische, posting veröffentlich wird.
postit2012 18.12.2014
4. Es gibt ein Qualifikationsfeld, das in Deutschland
nur sehr schwer zu besetzen ist, weil die entsprechenden Leute sehr rar sind. Es nennt sich Wissenschaftsmanagement und dürfte an der Spitze der ESA gefragt sein. Das Grundstudium ist da (fast) wurscht. Jemand, der weiß, [...]
Zitat von rentner2012Ein Bauingenieur an der Spitze der ESA, jetzt bauen wir die berühmte Himmelsleiter (zur ISS)
nur sehr schwer zu besetzen ist, weil die entsprechenden Leute sehr rar sind. Es nennt sich Wissenschaftsmanagement und dürfte an der Spitze der ESA gefragt sein. Das Grundstudium ist da (fast) wurscht. Jemand, der weiß, was man auf welches Fundament bauen kann und was nicht, muss da nicht die schlechteste Wahl sein ;-)
fitzefatz 18.12.2014
5. Ohje...
...besonders innovationsfördernd ist mir Herr Wörner als DLR-Chef nicht gerade in Erinnerung. Aber vielleicht liegt das auch nur an meinem Standpunkt in Sachen Raumfahrttechnik...
...besonders innovationsfördernd ist mir Herr Wörner als DLR-Chef nicht gerade in Erinnerung. Aber vielleicht liegt das auch nur an meinem Standpunkt in Sachen Raumfahrttechnik...

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